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Über das Kämpfen

Löwenherz4

Löwenherz4


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Zitat von KBR:
Hatte noch nie so gründlich geputzte Zahnzwischenräume.

Das ist bei mir grad andersrum naja......Schwamm drüber.




Zitat von KBR:
Beides wäre vom Sofa aus möglich

Da wäre ich dann wieder bei dir.

Hach.....zu tun hätte ich auch. Immerhin gibt es noch einen größeren Auftrag abzuarbeiten.
Wie es danach aussieht ?

Ich stelle wieder mal fest, am besten funktioniere ich wenn ich den nötigen Druck habe.

Ich kann zur Zeit den ganzen Tag verdaddeln......sogar, ohne schlechtes Gewissen.

Da bin ich ganz bei euch:
Zitat von KBR:
Ich mag privat und beruflich mit niemandem reden oder schreiben


Woran liegt das denn?

26.03.2020 20:00 • x 3 #2296


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Bauschaum. Den kannst du bei Gelegenheit passend streichen.

Ich hatte eben noch ein sehr lustiges Telefonat mit einem Datingüberbleibsel aus der Zeit in der ich noch gedatet habe- irgendwie haben wir uns nie getroffen, war nie Zeit. Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, mich nach Coronazeiten jetzt endlich treffen zu können. Ich schau hektisch an meiner feste in die Sofadecke gewickelten wohlgerundeten Gestalt herab und murmele, dass dann aber auch wirklich das Virus ganz und gar ... äh... besiegt sein muss. Also weltweit.

26.03.2020 23:49 • x 1 #2297



Hallo KBR,

Über das Kämpfen

x 3#3


KBR


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@Löwenherz4
Ich funktioniere am besten mittels sozialer Kontrolle, wenn ich mich mit langweiligen Dingen beschäftigen muss.

Da ich sowieso meine ganze Anzahl Wörter (weniger als bei der Durchschnittsfrau) unter normalen Bedingungen schon verbraucht habe, wenn ich von der Arbeit komme und den geschwätzigen aufdringlichen Leuten im Bus gern mal sage, dass ich mich nicht unterhalten will, vermute ich in meinem Fall jetzt unter diesen besonderen Bedingungen, dass ich erst recht nicht reden mag, weil es nichts Neues zu erzählen gibt und ich auch vom Gegenüber nicht immer das Gleiche hören will. Laaaaaaaaaaaaaangweilig. In mir ist ja voll etwas Spannendes los manchmal. Das spürt man oft erst, wenn nichts im Außen los ist.

Ich habe schon immer gern schriftlich kommuniziert. Da kann ich lesen, wann ich will. Und antworten, wann ich will. Das ist natürlich nicht immer so, aber es ist eine Grundtendenz.halt. Am Telefon, wenn mir jemand so viel Schaiß erzählt (habe da eine Kandidatin und einen Kandidaten) fühle ich mich oft regelrecht ausgeliefert. Ich versuche ein Mittelmaß zwischen deren und meiner Welt zu finden, Denn immer wieder das Gleiche zu erzählen, ist nun mal deren Welt. Ruhe zu benötigen, ist meine.

@hatdazugelernt
Das Gute ist ja: NACH Corona ist ein ziemlich unbestimmter Zeitraum, sozusagen einer bis in alle Ewigkeit. Da kann viel passieren. Außerdem hast Du bis dahin viel Zeit Deine Wickeltechnik zu perfektionieren und Dir damit die Silhouette zu geben, die Du gern haben würdest. Okay, auswickeln ist dann halt nicht, aber man kann nicht alles haben.

Warum fällt ausgerechnet jetzt die geplatzte KBR2 ein?

Vielleicht mag der gute Mann Rundungen. Ich hatte immer solche Männer. Jetzt bräuchte ich welche, die auf eine Figur stehen, die mir als Beutschema nicht bekannt ist. "Russische Ringerin 20 Jahre nach ihrer Karriere" oder so. Also falls da draußen jemand ist, der das scharf findet: in Nach-Corona-Zeiten sollten wir uns unbedingt mal auf die Matte schmeißen!

Muss jetzt meine Farbdosen suchenl.Der Bauschaum ruft. Aber vorher noch

Corona-Notizen
Nur 2 Stunden geschlafen. Verschiedene Filme geschaut und dann zu früh wach gewesen. Migräne seit nachts im Anmarsch. Trockenshampoo einmal mehr für eine gut Erfindung gehalten. Vor der Arbeit los zum Einkaufen. Abstandsmarkierungen vor dem Supermarkt mit dem R bis sonstwo. Draußen um 8:30 Uhr eine Menschenschlange auch bis sonstwo. Okay, also keine Tastatur und kein Headset kaufen.

Vor dem Discounter mit dem L nur eine Person vor mir, die draußen wartet. Kein Toilettenpapier, TK-Kost sehr überschaubar. Sonst alles bekommen.

Baumarkt noch geöffnet. Ich dachte, die dürften nicht mehr.

Home Office. Öde.

27.03.2020 11:57 • x 1 #2298


KBR


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Schaiß Depressionen
Nach Feierabend habe ich mich endlich aufgerafft, etwas Stoff zuzuschneiden für Masken. Die Stücke müssten jetzt vor dem Nähen noch einmal kurz gebügelt werden.An guten Tagen ziehe ich das Projekt in ein paar Stunden durch. In schlechten Zeiten aber ist von jetzt auf gleich keine Energie mehr vorhanden. Und wieder sind da symbolisch diese Hände, die nach mir greifen und mich nach unten in die dunkle Tiefe ziehen wollen. Totale Erschöpfung. Schwere. Müdigkeit. Herzrasen und Lähmung. Still sein und hoffen, dass es vorbei zieht. Wieder einmal.

27.03.2020 15:35 • x 3 #2299


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Aber, mal von Tante Depression mal abgesehen, hast du viel zu wenig geschlafen letzte Nacht. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung ganz genau, dass man in solchen Zeiten den Überbringern schlauer Ratschläge stumpfe Gegenstände aufs Haupt schlagen möchte- aber versuch dich mal auszuschlafen und vielleicht das Fernsehen nach der Arbeit am PC bisschen zu reduzieren, das zieht noch mehr runter, mich zumindest. Du überfrachtest ja dein Gehirn bis zum geht nicht mehr.
Wünsch dir dass es leichter wird. <3


Ich habe gerade festgestellt, dass es eine Shiceidee ist, im Wohnzimmer ( weil es da so schön kuschelig warm ist) die Löcher in Keramikkugeln zu bohren. Auch wenn der Ton noch wässrig ist.
Das produziert Tausende an winzigen Tonkügelchen, die quasi vom Akkubohrer ins Wohnzimmer geschossen werden.
Wie blöd kann man sein. Und wann werde ich erwachsen und mache solchen Käse nicht mehr.

27.03.2020 20:22 • x 1 #2300


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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.... und jetzt fühle ich mich bisschen blöd, weil ich zum Thema Depression Ratschläge verteilt habe.
Aber- du hast wenig geschlafen, warst zu viel alleine, die Gesamtsituation ist auch eher deprimierend, wahrscheinlich hattest du wenig frische Luft und eventuell auch nicht was ganz besonders Leckeres zum Essen. Also ich mach mir dann auch nichts Schönes zum Essen.
Das alles ist einfach das ideale Biotop für solche Zustände.
Kannst du dich morgen mal in die Sonne setzen? Hirn bisschen besänftigen mit ... was du gerne magst... ist ja bei jedem anders. Und lieb zum Körper sein, wenn du schaffst.
Und lieb zu dir.
Wer immer wieder so kämpfen muss und kann, hat das verdient.

27.03.2020 20:57 • x 3 #2301


Evolution

Evolution


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Ein schöner Thread!
Ich höre euch gern zu.

27.03.2020 21:21 • x 1 #2302


KBR


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Danke @hatdazugelernt

Du hast Recht. Alles gut. Mach Dir keine Gedanken. Manchmal muss man auch erinnert werden, obwohl man alles weiß und gerade, weil man trotzdem oft nicht kann. Oder so ähnlich. Du weißt schon.

Es ist schon etwas besser geworden. Ich habe etwas geschlafen und sogar noch gebügelt

Morgen bin ich gefordert, da wird es anders sein. Da bin ich dann auch mit dem Rad unterwegs. Alles gut gegen diesen Sumpf.

27.03.2020 21:27 • x 1 #2303


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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.... du bist ein echter Depressionsprofi- die Sorte, die die Anderen beruhigt, wenn sie sich Sorgen machen und dann halt heimlich heult, kann das vielleicht sein?
Schlaf gut und lass es dir gut gehen morgen- so gut dus hinkriegst.

27.03.2020 21:35 • #2304


KBR


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Geheult habe ich noch nicht

Morgen starte ich entspannt in den Tag. Job ist erst spät.

27.03.2020 21:39 • x 1 #2305


aquarius2

aquarius2


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Endlich mal ein freies Wochenende, bin froh, dass die Kids bei Oma sind und mein Patenkind freut sich, dass er sein Seilspringen immer mehr in die Länge ziehen kann. Nun sind Liegestützen angesagt... Schön, wenn man sich so gut ablenken kann, irgendwann sieht er aus wie Arnold Schwarzeneggers dunkelhariges Double.

Meine Familie nimmt alles gelassen. Außer meine Schwester, mein Schwager und meine Cousinen muss niemand arbeiten. Die, die nicht arbeiten haben oft ganz schön Schiß um ihren Job...

Bei uns werden neuerdings auch Leute die unterwegs sind kontrolliert und angesprochen. Aber die wenigsten fahren einfach so rum. Inzwischen hat der letzte kapiert, es geht auch um seine Gesundheit. Glücklicherweise muss ich die nächsten Tage nicht einkaufen und erst Montag wieder arbeiten.

Unsere Obrigkeiten haben uns über die aktuelle Lage informiert. Wir im Gesundheitswesen sind nur noch ausführende Organe, wir haben kein Mitbestimmungsrecht! Wir werden jeden Tag in den Krieg geschickt, aber ohne Waffen und ohne Deckung (Schutzausrüstung). Genauso kommt es mir vor. Trotzdem bin ich nicht depressiv, sondern immer wütender!

28.03.2020 10:20 • x 1 #2306


KBR


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@aquarius2
Genieß´ Dein freies Wochenende und versuch, den Ärger außen vor zu lassen. Es reicht, wenn Du Dich notfalls Montag wieder ärgerst.

Bei mir müssen eigentlich alle arbeiten, z.T. sogar in Großraumbüros, aber die meisten Leute sind zumindest zeitweise im Home Office. Meine Eltern waren (natürlich) einkaufen. Unvernünftig, aber ich kann nichts anderes machen, als es ihnen anzubieten und zu schimpfen.

Ich kenne mittlerweile auch reichlich Menschen, die "Passierscheine" mit sich führen.

Es tut mir leid, dass Ihr Euch in Eurem Beruf so ausgeliefert fühlt. Ich werde ja gleich etwas näher an der Front sein und mir selber einen Eindruck von der Stimmung unter den Menschen im Gesundheitswesen verschaffen.

Corona-Notizen
Das gestrige mentale Tief schien heute Morgen zunächst überwunden. Ein langes Bad und Körperpflege haben mich wieder in einen Menschen verwandelt, den man - auch jenseits der Zahnzwischenräume - anderen zumuten kann. Den Vormittag habe ich damit verbracht, den heutigen Job vorzubereiten. Fahrradroutenplaner, Rohkost geschnippelt, Haaransatz kaschiert, Klamotten gebügelt usw. Alles ganz in Ruhe.

Bin froh, gleich durch die Sonne zu radeln und eine Aufgabe zu haben für die folgenden 8 Stunden. Hoffentlich sind nette Leute da.

Gestern noch von einer neu gegründeten Biobauernkooperative eine Verpflegungskiste bestellt. Ich hoffe, bis nächsten Freitag habe ich die Lieferung nicht vergessen. Ich möchte diese Initiative unterstützten. Auch die Bauern kämpfen schwer.

Ein lieber Mensch hat an mich und meinen Schutz gedacht und Nägel mit Köpfen gemacht. Das tat mir sehr gut gestern. Danke.

Aus dem Kanzleramt kam heute die Info, vor dem 20. April ist über Lockerungen nicht nachzudenken. Ich fände das richtig, auch wenn es mir schwer fällt. Irritierend finde ich von wem diese Ansage kam. Bin mir nicht sicher, ob das ein Vorpreschen im Alleingang war.

Schon seit Wochen fällt mir auf, dass ich fast immer schrecklich friere, seit ich aus dem Urlaub zurück bin. Ich fürchte, damit muss ich mal zum Arzt. Denn ich habe weder an Kleidung noch an Bettdecke o.ä. etwas geändert und wache nachts oft klappernd auf.

Die Migräne, die gestern auf der Lauer lag, war zum Glück nur mit leichtem Schmerz verbunden. Dafür am Abend totale Sichtfeldeinschränkung. Murks.

Montag muss ich ins Büro. Ich weiß noch nicht, ob ich radele, denn die Strecke ist sehr unangenehme und eine echte Alternative gibt es nicht. Zudem bin ich keine sehr sichere Radfahrerin und meine Bremse lässt zu wünschen übrig. Es wäre allerdings gut für die Bewegung. Im Bus zu sitzen, ist allerdings auch nicht sehr verlockend.

Mal sehen.

28.03.2020 12:22 • x 1 #2307


aquarius2

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Zitat von KBR:
Schon seit Wochen fällt mir auf, dass ich fast immer schrecklich friere, seit ich aus dem Urlaub zurück bin. Ich fürchte, damit muss ich mal zum Arzt. Denn ich habe weder an Kleidung noch an Bettdecke o.ä. etwas geändert und wache nachts oft klappernd auf.


Habe ich auch manchmal... Ich habe eiskalte Hände und Füße und egal was ich mache, ich wärme mich nicht auf. Manchmal vor dem Einschlafen, manchmal wache ich nachts auf, weil mir kalt ist. Mein Gynäkologe hat gesagt, so genannte Kältewallungen können auch die Wechseljahre "Schmücken"
Dafür kenne ich keine Kopfschmerzen und Migräne mehr, seit ich die psychosomatische Ursache für Kopfschmerzen und Migräne kenne...
Nämlich unterdrückte Wut, war für mein Umfeld anfangs hart dass ich meine Wut nichtmehr unterdrücke.
So, gucke jetzt Küchenschlacht auf der Mediathek, die Gerichte von Frau Poletto sind echt gut, werde vielleicht mal eines nachkochen, wenn ich wieder Lust habe einkaufen zu gehen. Im Moment bin ich froh, wenn ich nicht muss.

28.03.2020 14:23 • x 1 #2308


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Ich fühle mit jedem mit, der zur Zeit in der Pflege arbeitet und ärgere mich über die mangelnde Unterstützung- in Form von Schutzmasken etc.
Ich hab für Schwesters Termin in der Uniklinik gute Schutzmaske ergattert und bin froh, dass sie so absolut vernünftig ist und einfach zuhause, zuhause, zuhause bleibt. Nach 10 Chemos ist bei ihr nicht viel Immunsystem übrig, fürchte ich.
Bei ihrer Diagnose- inoperabler Eierstockkrebs- muss ich eigentlich sowieso damit rechnen, dass früher oder später.... Aber jetzt schlägt die erhaltende Hormontherapie so gut an und beim Gedanken, dass sie jetzt krank werden würde, fange ich jedes Mal an, Rotz und Wasser zu heulen. Ich bin nicht so tapfer wie sie, fürchte ich.

Und ich hab meinen Carport heute in Werkstatt und Terasse verwandelt, wirklich jede Ecke entspinnt und gefegt und sortiert, Regale gebaut und gestrichen und Töpfe bepflanzt.
Alle Hofmitbewohner waren ebenfalls draußen und wir haben abends zusammen ein Glas Wein getrunken- jeder hatte sein eigenes Glas samt eigenem Wein mit und wir saßen auch brav weit voneinander entfernt.

Was mir in den letzten Tagen beim Einkaufen auffiel- jeder war todernst auf Abstand konzentriert und hat geschwiegen , teilweise auch Augenkontakt vermieden.
Werden wir uns das auch wieder abgewöhnen, wenn das alles vorbei ist?

28.03.2020 23:07 • x 1 #2309


aquarius2

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Die Psychologen und Scheidungsanwälte werden von Corona profitieren wenn sie es denn überleben... Ich bleibe heute zu Hause und es gab Pellkartoffeln mit geräucherter Lachsforelle und Salat und Hüttenkäse. Es wurden 1,5 Kilo Kartoffeln verspeist, ich habe nämlich für meinen Ex mitgekocht, das mache ich, wenn ich frei habe. Er hat nur noch knapp 75 Kilo bei einer Größe von 185 cm. Ab morgen arbeite ich wieder, da muss er sich wieder was organisieren.

Manche Leute tun sich schon schwer mit der Situation, aber es nervt, wenn sie andere angehen. Da bin ich auch relativ gelassen und um eine Antwort nicht verlegen. Wenn Rentner sich darüber aufregen, dass man ihnen zu nahe kommt, sollen sie doch vormittags einkaufen gehen und nicht, wenn alle Werktätigen nach der Arbeit einkaufen.

29.03.2020 14:19 • #2310




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