KBR
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Ich habe wenig Zeit an Dich zu denken, denn die Abschlussarbeiten im alten Job und alles weitere fordern meine volle Aufmerksamkeit und Energie. Das macht nichts. Das ist sogar gut, denn ich habe überhaupt keine Lust mehr, mich mit Dir zu beschäftigen und Dir die Bedeutung zu geben, die Du die letzten Monate immer noch für mich hattest. Das ist nämlich jetzt wirklich langsam vorbei.
Aber weißt Du was? Ich habe die Lust am Schreiben wieder entdeckt. So hat es auch etwas Gutes, denn vielleicht werde ich wieder irgendwo im www bloggen. Du bist mehr und mehr Vergangenheit. Der Liebeskummerdrops ist gelutscht.
Doch das Unterbewusstsein will noch etwas von mir.
Ich habe wieder von Dir geträumt.
Du warst ein verzweifelter Mann. Das warst Du aus vielerlei Gründen. Du hast mir in tiefer Verzweiflung gestanden, dass Du seit mehr als 10 Jahren täglich trinkst und das nicht in den Griff bekommst. Du hast sehr viel über unser Zusammensein gesagt, darüber wie wunderbar es gewesen sei und dass alles auch aus Deiner Sicht so war, wie ich es wahrgenommen habe. Du wolltest mit mir zusammensein - für den Rest der Zeit. Doch dennoch, Du wüsstest auch nicht warum, habest Du Dich verknallt und wärst aus unserer Perfektion ausgebrochen. Die Vollkommenheit unserer Beziehung habe Dich erschreckt. Du seist noch nie für einen derartigen Zeitraum so uneingeschränkt glücklich mit einer Frau gewesen wie mit mir. Der Rausch mit der anderen Frau hielt nicht mal 14 Tage. Du habest diesen Ausbruch aus der Beziehung jeden Tag bereut. Jeden Tag habest Du Dich bei mir melden wollen und Dich doch nicht getraut. Jeden Tag hast Du unter dem von Dir gemachten Fehler gelitten. Doch Du habest gewusst, dass ich Dich nicht zurücknehmen würde. Du bewunderst, wie konsequent und würdevoll ich Deinen unwürdigen Abgang gemeistert hätte. Das hätte Dir umso mehr gezeigt, was bzw. wen Du verspielt hättest. Usw. usw.
Ich bin danach aufgewacht und musste darüber nachdenken, ob ich wohl jetzt derartige Botschaften oder Annahmen brauche, um noch die letzten Schritte zum "Schlussmachen" gehen zu können. Brauche ich es zu glauben, dass Du so denken könntest? Brauche ich das für mein sprichwörtlichen Krönchen? Oder bist Du vielleicht doch nur jemand, für den ich eine von Vielen bin, die er auf seiner Lebensstrecke einfach mal so mitgenommen hat?
Es ist egal. Schluss ist Schluss. Ich mache jetzt meinerseits mit Dir Schluss und fühle mich ausgesprochen albern wegen all der Dinge, die ich schrieb und weil ich mich so quälte. Aber auch das ist egal, denn es war wie es war und Du wirst es ja nicht erfahren.
Noch ewas anderes hat der Traum gezeigt: Ich habe überhaupt keine Lust mehr über Dich, über uns, über das Gewesene nachzudenken. Was Du denkst, wie es Dir geht, wie Du tickst, ob oder wie Du an mich denkst, was unser Aufeinandertreffen in Dir ausgelöst haben könnte, bewegt mich allenfalls noch punktuell. Es ist zuletzt immer nicht nur mit der Feststellung sondern auch mit dem Gefühl (!) verbunden, dass es nichts mehr mit mir zu tun hat. Das ist keine revolutionäre Erkenntnis. Aber das veränderte Gefühl ist eine Art innere Kehrwende auf diesem Weg aus der Liebeskummermisere.
Ich hatte nicht mal Lust, diese Worte zu schreiben, weil sie nur Zeit und die Möglichkeit kosten, mich mit etwas anderem und besserm zu beschäftigen. Aber ich wollte nicht vergessen, diesen Umschwung zu dokumentieren. Isch abe fertisch.
He means nothing to me no more.
I'm still as free as a bird.

Aber Dich unterstütze ich in dem Vorhaben natürlich gern.
Das wird mir gut tun.