Zitat:Also sollte man allen, die hier ihre Geschichte erzählen, unreflektiert Beistand leisten? Soll ich das daraus lesen?
Ich überspritze gerne, damit Widersprüche deutlich werden: Wenn ein notorischer Fremdgänger von seiner Frau verlassen wird, ob seines Fremdgehens und er seiner Trauer/ seinem Ärger hier Luft macht, dann soll ich ihm dazu was nettes schreiben und ihm beistehen, weil seine Frau so intolerant ist und Polygamie verteufelt?
Okay, der Punkt ist auf deiner Seite.
Wobei eine meiner besten Freundinnen z.B. verlässt ihre Partner regelmässig nach wenigen Jahren. Mit jedem kauft sie ein Eigenheim, will eine Familie gründen (hat bis jetzt wegen einer biologischen Ursache nicht geklappt), verspricht ihm die große Liebe, nach einer Zeit kommt ein anderer und sie ist weg... Wechselt jedesmal warm, weil sie nicht alleine sein kann. Das ist alles andere als in Ordnung. Und manchmal könnte ich sie auf den Mond schiessen deshalb, weil ihre Exen natürlich schwer darunter leiden. Ich weiß aber auch, was ihr in der Kindheit widerfahren ist und ich glaube, daß das sehr viel damit zu tun hat. Sie sollte eine Therapie machen, aber wenn man ihr das sagt, macht sie sofort dicht. Was ich damit sagen möchte - sie leidet auch auf ihre Art darunter, denn so kann man nicht auf Dauer glücklich werden und ich könnte auch ihr nie mit dem Ar. ins Gesicht fahren und sagen "na du bist selbst schuld, denn du bist die böse!". Egal, wie man es dreht und wendet. Jeder handelt so, wie er es für das Beste für sich und für den Moment hält. Aber dennoch hat jeder Mensch Gefühle und wenn diese verletzt werden, hat man einfach einen Groll gegen involvierte Menschen. Und ja, es ist einfacher die neue Frau zu hassen, als den Mann, den man einmal liebte, oder immer noch liebt! Und ich finde es nur menschlich. Ich glaube nicht, daß ich mir einen Mann, welcher in einer tiefen Beziehung steckt, viell. auch noch mit Kindern, nehmen könnte, geschweige denn anbraten könnte. Das finde ich persönlich einfach nicht in Ordnung.
Zitat:Und wenn du das so aufgefasst hast, wie du es hier darstellst - dann entschuldige: du hast nicht erfasst, was ich geschrieben habe bzw. damit sagen wollte. Du schließt vielleicht von deiner Situation auf die der TE, wer weiß. Ich bin mir auch bewusst, dass Verlassenwerden nicht schön ist, dass es schmerzt und die negativen Seiten eines Menschen gerne zum Vorschein bringt. Alles ok. Aber da das auch schon eine Weile bei Eleana her ist, habe ich vermutet, dass sie die Sache schon mit etwas Abstand und nüchterner betrachten kann. War wohl offensichtlich ein Fehler meinerseits.
Da uns unsere Situationen sehr ähnlich sind, schliesse ich sicherlich unbewusst irgendwie auf meine Situation. Wobei ich mich eben getrennt habe, aber mein Ex wenige Tage danach - zu Fleiss - gleich die nächste haben musste. Ich weiß, er ist nicht glücklich, da er mir das selbst gesagt hat. Der Ex von Eleana ist auch nicht glücklich. Und seine Freundin glaubt aber, daß er mit ihr das große Glück empfindet. Ja, vielleicht ist es "nur" das eigene Ego. Spielt zumindest bei mir selbst wahrscheinlich die größte Rolle, aber auch das finde ich nur menschlich. Ich weiß jetzt nicht genau, wie lange es bei Eleana her ist, bei mir ist es ein halbes Jahr her und ich habe immer noch nicht den nötigen Abstand dazu. Vor allem, wenn ich irgendwas sehe oder höre von ihnen...
Zitat:Ich kann von dir auch wirklich keine neutrale Meinung erwarten, da du offensichtlich in der Situation steckst, wie die TE. Sprich; deine Sichtweise ist zwangläufig eine andere. Ich wurde auch schon betrogen und verlassen - aber nie habe ich die Schuld bei dem anderen Mann gesucht. Warum? Weil die Respektlosigkeit gegenüber meiner Person von dem anderen Mann natürlich AUCH begangen wurde - allerdings habe ich, ANDERS als in einer Partnerschaft kein Anrecht darauf, dass er mich respektiert und/oder toleriert.
Ich sehe das ein bisschen anders. Aber wir leben hier auch in einer Kleinstadt und kennen uns alle zumindest vom sehen. Und wenn ich weiß, daß dieser Mann mit dieser Frau x Jahre zusammen war und eine Familie mit ihr hat/hatte, würde ich nicht - kurz danach - die Neue sein wollen. Es wäre mir peinlich und unangenehm. Vor ihr und allen anderen.
Zitat:Aber um auf das Thema zurückzukommen: Der "Neue" bei meiner Mutter war einfach ein "echter Vater" für mich - anders als mein Erzeuger. Vielleicht ist deswegen meine Sichtweise so, wie sie ist und ich es hier darstelle. Und ja, ich bin mir bewusst, dass das auch keine neutrale Meinung ist und auch zwangsläufig aus meiner (positiven) Erfahrung entstanden ist.
Ich glaube, jeder handelt so wie er handelt, aufgrund seiner vergangenen Erlebnisse. Du hattest anstatt einen Erzeuger, endlich einen guten Vater. Mein Vater hat meine Mutter nach 20 Jahren Ehe verlassen und hatte gleich die Nächste am Start. Er kannte sie schon vorher und sie war sicher der Grund für die Trennung. Und ich habe ihn dafür schwer verurteilt! Ich habe mich geweigert sie kennenzulernen und wollte nichts mit ihr zu tun haben. Ich war aber schon etwas älter...
Zitat:Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn der Ex mit der Neuen einen auf "happy Family" macht, wenn die Kinder sich (in deinem Fall) gut mit ihr verstehen/sie mögen? Geht es hier ums Kindeswohl oder um dein Ego? "Happy Family" ist doch immer für Kinder erstrebenswert.
Ich sag mal so. Wenn mal das nötige Gras über die Sache gewachsen ist und alle Beteiligten entspannt sind, ist es sicher eine super Sache! Aber wenn das noch nicht so ist, er anscheinend eh schon drauf gekommen ist, daß sie nicht die Frau ist, die ihm wirklich glücklich macht - das hat er ja zugegeben, was ich rausgelesen habe - dann finde ich das nicht unbedingt angebracht. Dann sollte man mal abwarten, wie sich alles weiter entwickelt und nicht nach nur 3 Wochen bereits die Kinder involvieren. Einfach die Hauptdarstellerin austauschen und weiter machen wie vorher. Und was gibt man denn da den Kindern auf den Weg mit? Der Partner ist ersetzbar. Wenn es nicht mehr passt, such dir einen Neuen und mach weiter, wie vorher. Jeder ist ersetzbar... Naja, ob das die Kinder zu glücklichen Erwachsenen macht, bezweifle ich. Und bitte, deine Situation als Kind, möchte ich hier ausklammern. Die war sicher anders, was offensichtlich an deinem Vater gelegen hat.