Zitat von Zweizelgänger:Ich denke du solltest mal deinen Selbstwert anschauen.
Du scheinst ein recht wackeliges Selbstbewusstseins zu haben und versuchst es, was du ja schon bemerkt hast, durch Oberflächlichkeiten zu kompensieren.
Vielleicht solltest du mal über eine Therapie nachdenken, die dich in deinen jungen Jahren stabilisiert und du so gestärkt in deine Zukunft gehen kannst.
Vielen Dank für den ehrlichen Ratschlag, darüber habe ich tatsächlich schonmal nachgedacht. Objektiv würde das sicherlich auch Sinn machen, allerdings erachte ich es als für mich subjektiv schwierig.
Leider führt sowas immernoch schnell zu Stigmatisierung, da tendiert man zum einen immer schnell dazu zu sagen, "bei mir ist es ja nicht so schlimmk". Zum anderen führt eine "heimliche" Therapie, begleitet von ständiger Angst, das vor dem Umfeld die ganze Fassade zusammenbricht, auch nicht zum Ziel. Schließlich erfordert so etwas die Mitarbeit des Betroffenen, und so gut kenne ich mich, dass ich weiß, dass ich da höchstwahrscheinlich schnell dicht machen würde.
Diesbezüglich war für mich viel mehr die Erfahrung hilfreich, dass einzelne Freunde entgegen meiner Erwartung voll für mich da waren, als ich meinen Zusammenbruch hatte. Ich hoffe, dass ich in Zukunft in diesen die Stütze finden werde, die ich in solchen Situationen brauch.
Zitat von Hansl:
Das dürfte eine ziemlich schmerzvolle Zeit nach sich ziehen, denn sie meldet sich eben sporadisch, was zu keinem Ende führt.
Dazu vielleicht der Vollständigkeit halber falls das nicht ganz klar wurde, der Kontakt ruht bereits seit ca. 2 Monaten komplett. Meine Gedanken drehen sich viel mehr darum, ihn wieder aufzubauen.
Zitat von CaveCanem:Entweder Du kannst das, mit Dir selbst mindestens 50% der Zeit zufrieden und glücklich zu sein.
Dann ist die Chance groß, dass in Partnerschaften beide gut mit sich selbst umgehen und den Anderen nicht mit Erwartungen überfrachten, ER/ SIE möge bitte glücklich machen.
Und dann sind da diejenigen, die gerne in Beziehung von sich selbst entsorgt sein mögen. Die derart im Liebesdefizit sind, dass sie alle Liebe im Außen suchen.
Letzteres trifft rückblickend sowohl auf mich, als auch auf sie zu. Bei ihr war das allerdings immer deutlich offensichtlicher, dass sie sehr viel über sich selbst nachdachte und nicht mit sich im Reinen war. Als gutes Beispiel fallen mir da immer wieder Situationen ein, in denen sie sich für Dinge, für die sie objektiv gesehen nichts konnte, die Schuld gab und sich selbst dafür beleidigte. Mir hat dort allerdings die Reflexion gefehlt, dass es bei mir selbst das gleiche Problem gibt, viel mehr hab ich mich immer als derjenige gesehen, der darüber stehen und sie aufbauen kann.
Trotzdem sehe ich die These als etwas pauschal an, da in meiner Generation Selbstzweifel aufgrund der omnipräsenten Internet-Scheinwelt mit Instagram und Konsorten sehr verbreitet sind - und dafür scheinen viele Beziehungen doch recht gut zu funktionieren. Vielleicht waren es in unserem Fall aber auch in Summe einfach zu viel...
Zitat von CaveCanem:Wo ich aber mitgehe mit den Vorschreibern:
Es macht nicht den Eindruck, als bestehe überhaupt eine reale Beziehung zwischen Euch.
Sie hat irgendwo auf die Bremse getreten, Dir nen astreinen Korb verpasst und sich zurückgezogen.
Das scheinst Du nicht als solches wahrnehmen zu können.
Manchmal geht es mit 2 Menschen eben einfach nicht. Und dass einer so sehr will, das ändert daran nichts.
Manchmal will man auch nur, weil irgendwas in einem genau weiß, dass man genau DAS nicht haben kann.
Da wird die Zurückweisung zum Motor. Nicht das Gegenüber. Kann das sein?
Dazu möchte ich mich nochmal selbst zitieren:
Zitat von hurt_angel:Anhand einiger Antworten [...] habe ich gemerkt, dass ich vielleicht einige wichtige Details weggelassen habe. Es ist wohl der Eindruck entstanden, dass von Anfang an nur ich hinterhergelaufen wäre. Das war allerdings absolut nicht der Fall.
Grundsätzlich bin ich jemand, der bei Frauen immer sehr zurückhaltend agiert, da ich immer Angst habe, "belästigend" zu wirken und ihre Zeichen misszuverstehen. Daran scheitert es bei mir auch meistens, wenn von ihr keine Initiatve kommt.
Das war auch in dem Fall so: Gerade am Anfang ging der Kontakt von ihr aus, ich selbst war da sehr zurückhaltend. Bis es wirklich intensiv geworden ist, hat es nach dem ersten Kennenlernen fast ein Jahr gedauert. In der Zeit war es eher andersrum, sie hat den Kontakt gesucht, und war stets bemüht, mir zu zeigen, dass sie sich in meiner Anwesenheit wohlfühlt. Um da mal ein konkretes Beispiel zu bringen, kam es auf Partys, wo wir unwissentlich beide waren, immer wieder vor, dass ich Nachrichten à la "Hab dich gesehen

" oder "Bist mir aufgefallen

" bekommen habe, womit sie es meistens geschafft hat, dass ich dort Ausschau nach ihr gehalten habe und es auch immer wieder zum Gespräch kam. Oder auch als wir zusammen gearbeitet haben, hat sie sich immer wieder auffällig über meine Witze amüsiert, selbst wenn diese objektiv gesehen wirklich nicht alle so gut waren.
Trotz alledem habe ich mich noch nicht getraut, mehr darin zu sehen und die Initiative zu ergreifen. Selbst als dann die Phase des intensiveren Kontaktes kam (auch wieder durch ein von ihr initiiertes Thema), habe ich es wie bereits im ersten Text erwähnt nicht auf die Kette zu bekommen. In der Zeit war es wie gesagt eher andersum, sie hat sich für Kleinigkeiten entschuldigt, als wäre es ein halber Weltuntergang ( sie war bspw. um 3 Uhr nachts während dem Schreiben eingeschlafen, und lies sich nicht davon abbringen, mir deswegen ein "Entschuligungseis" auf der Arbeit vorbeizubringen).
Dass da der Kontakt irgendwann weniger geworden ist, lag dann vermutlich daran, dass aus ihrer Sicht von mir zu wenig kam. Das erste Treffen kam dann eher nach dem Motto "jetzt gibt es sowieso nichts mehr zu verlieren" zustande. Das war wohl gerade noch rechtzeitig, nachdem ich nach der Verabredung gefragt hatte, war der Kontakt auf einen Schlag wieder deutlich intensiver.
Danach kam dann das bereits beschriebene Dilemma. Für dieses drastische Umschwingen ihres Verhaltens fand ich eben keine Erkärung. Und da hat das Thema Bindungsangst gut reingepasst: Sobald es zunehmend in eine Richtung einer ernsthaften Bindung ging, kam ihr Rückzug. Das war eben das, was auch in dem Video von der Betroffenen beschrieben wurde.
Ich weiß nicht, ob das zwingend was zur Sache tut, aber hatte den Eindruck, das kam wohl etwas falsch rüber.