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Umgang mit Bindungsangst bei Partnerin

hurt_angel

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Wie der Titel schon sagt wollte ich mich an euch wenden, um mich über eure Erfahrungen mit Bindungsangst als Betroffene oder "Leidtragende"* auszutauschen und vielleicht auch Tipps zu bekommen, wie es trotzdem funktionieren kann.

*Kurzer Disclaimer bevor wir uns um offtopic streiten müssen: Ich will keinem Betroffenen die Schuld für irgendwas geben, für diejenigen ist das natürlich ebenso belastend - allerdings ist es nunmal zwangsläufig verletztend für den anderen, wenn die Beziehung daran scheitert.


So, nun zum eigentlichen Thema.
Ich (m/20) habe vor nun circa anderthalb Jahren ein Mädchen (w/19) an meiner ehemaligen Arbeitsstelle kennengelernt, der Kontakt hat sich dann in der Folge über Social Media zunehmend intensiviert. In der Hochphase war es echt fast so, dass wir uns von morgens früh bis spät in die Nacht mit Sprachmemos bombardiert haben. Irgendwann habe ich dann gemerkt, wie sie zunehmend versucht hat, den Kontakt wieder zurückzuschrauben (Zeit gelassen zum Antworten etc.).
Im ersten Moment dachte ich, meine Chancen bei ihr seien nun Geschichte. Doch die Überwindung zu fragen hat sich gelohnt und es kam schließlich einige Zeit später doch zu einem ersten "Date", allerdings noch in einem ungezwungenen Rahmen (Geburtstagsfeier einer entfernten Freundin von mir). Dort war mir bereits aufgefallen, dass sie Schwierigkeiten hatte, sich bei Gruppenspielen (à la "Ich hab noch nie. " und Konsorten) einzubringen, bzw. sich diesen z.T. komplett verweigerte. Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass sie sich in der Gesellschaft überhaupt nicht mehr wohlfühlte und sehr ruhig war, und wir sind zu zweit noch etwas zu essen holen gegangen. Es war wie als hätte man einen Schalter umgelegt, plötzlich war sie wieder komplett aufgeschlossen und redselig.
Daraus bestärkt habe ich versucht, ein zweites Treffen zu forcieren, allerdings reagierte sie sobald ich mit konkreten Vorschlägen kam immer mit "ja, können wir MAL machen", und versuchte einer fixen Verabredung auszuweichen.
Drei Wochen später hat es dann schließlich doch geklappt, allerdings auch wieder nur im Rahmen einer Unternehmung (auf ihren Wunsch hin) mit ihren Freunden. Das Bild war wieder weitgehend das gleiche. Solange wir nur zu zweit oder mit ihrer besten Freundin waren, lief alles prima, sobald weitere Leute dazu kamen schien sie sich wieder unwohl zu fühlen und wirkte abgelenkt, schaute oft aufs Handy etc.
Daher war ich nun versucht, es endlich zu einem Treffen nur zu zweit kommen zu lassen. Leider setzte sich jedoch das fort, was sich bereits vor dem zweiten Treffen angedeutet hatte. Ich wartete immer wieder stundenlang auf Antworten auf Nachrichten, bei denen ich wusste, dass sie sie gelesen hatte. Immer wenn es um das nächste Date ging, hieß es "keine Zeit" - als ich dann irgendwann fragte, was sie denn so viel zu tun hätte, bekam ich wieder nur ausweichende Antworten. Ich hatte das Gefühl, ihr nur noch hinterherzulaufen, und habe sie schließlich schweren Herzens vor die Entscheidung gestellt: Entweder sie gibt mir das Gefühl zurück, dass ihr auch etwas an mir liegt, oder es wird besser für mich sein, nicht weiter einen Kampf zu kämpfen, den ich nicht gewinnen kann. Die Antwort darauf fiel emotional, aber klar aus: In dem Fall denke auch sie, es sei das beste, es sein zu lassen. Es läge nicht an mir, sondern einfach an ihr, und dass sie sich nunmal nicht ändern können. [sie hatte mir zuvor bereits erzählt, dass sie außer ihrer besten Freundin (und auch das selten öfter als 1x/Woche) kaum Kontakte pflegte würde und sich damit grundsätzlich schwer tue - darauf bezog sich das "sich ändern"]
Für mich war alles mittlerweile so ernst geworden, dass die Zeit danach der blanke Horror war. Nachdem ich vor meinen Freunden [denen ich zuvor nur wenig davon erzählt hatte] dann schließlich in Tränen zusammengebrochen bin, habe ich mich, bestärkt durch deren zureden getraut, ihr nach zwei Wochen ohne Kontakt nochmal zu schreiben. Ich sagte ihr, dass ich für mich gemerkt hatte, dass es einfach die falsche Entscheidung war und ich versuchen wolle, mit den bisherigen Problemen klarzukommen und habe sie gefragt, ob sie sich bereit fühle, es doch weiter zu probieren. Die Rückmeldung war sinngemäß die gleiche - es tue ihr ernsthaft leid für mich, aber sie können sich nunmal nicht ändern. Ich für mich konnte dies weder beim ersten, noch beim zweiten Mal wirklich nachvollziehen und schob das ganze auf ein anderes Vorkommnis: Kurz nach dem ersten Date hatte sie eine meiner Nachrichten dahingehend etwas fehlinterpretiert, dass ihr Drang zum Erzählen, als wir nur zu zweit waren, mich gestört hätte, was sie wie sie sagte sehr beschäftigte. Ich habe auch eingesehen, dass das was ich gesagt hatte, Raum für diese Interpretation gelassen hatte, und wollte alles tun, um es irgendwie wieder gut zu machen. Ich überraschte sie auf der Arbeit mit einem Päckchen aus selbstgemachten Muffins (wobei sie wusste, dass ich zu kochen und backen absolut keine Affinität habe) und einer süß verpackten Tafel "Entschuldigungsschokolade". Sie hat sich sehr gefreut und im Gespräch danach auch gesagt, dass es verziehen sei - allerdings im Nachhinein das Thema immer wieder aufgegriffen. Für mich hatte ich wie gesagt darin die Erklärung gesucht, da ich ihr Verhalten nicht verstanden hatte - sich zu ändern hängt meiner Ansicht nach immer mit dem Wille zusammen: wo ein Wille, da ein Weg. Und der Wille schien mir eben zu fehlen. Letzteres sagte ich ihr entsprechend auch, formuliert als "Tipp", dass Beziehungen ohne Wille zu Änderungen nun mal nicht klappen, und sie dies für die Zukunft überdenken solle. [Im Nachhinein gesehen komplett daneben wie ich finde :/] Dies nahm sie recht gefasst auf und betonte, dass ich bei weitem nicht alles über sie wisse, womit ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht viel anfangen könnte.

Mittlerweile ist das ganze bereits knapp zwei Monate her, allerdings geht sie mir immer noch nicht aus dem Kopf, die Gefühle sind irgendwie immernoch da. Als ich heute Abend ein Interview mit einer Betroffenen zum Thema Bindungsängste gesehen habe, hat es bei mir Klick gemacht - viele Verhaltensmuster, die dort beschrieben wurden, habe ich auch bei ihr so beobachtet, plötzlich macht alles irgendwie Sinn. (Schaut es euch gerne auch mal selbst bei YouTube an**) Gerade das Muster, durch zunehmende Abweisung die Trennung durch den anderen zu provozieren, passt wie die Faust aufs Auge [sie selbst hatte den Gedanken in keinster Weise ausgesprochen]. Genauso passt auch der vermeintliche Auslöser in Problemen in der Schulzeit mit Mobbing etc., wie ihn auch die Betroffene im Interview schildert - davon hatte sie mir am Rande erzählt, allerdings wollte ich nicht in die Tiefe gehen, da ich merkte, dass dies ein sehr wunder Punkt bei ihr ist.

Mit dem Wissen fühle ich mich nun umso schlechter, wie ich damit umgegangen bin und ihr Vorwürfe gemacht habe. Ebenso fühle ich mich aber umso bestärkter, es nochmal zu versuchen, da ich nun glaube, mich viel besser in sie hineinversetzen zu können. Die Frage ist allerdings, wie kommuniziere ich das alles? Ich kann schlecht kommen und sagen: "Ich versteh jetzt alles, lass es uns doch einfach nochmal probieren." Zum einen glaube ich nicht, dass sie es selbst soweit versteht und als Bindungsangst identifiziert - da will ich nicht der Klugsch.r sein der das so plump feststellt. Zum anderen frage ich mich, ob ich es überhaupt gezielt zum Thema machen soll, wenn es sich im Gespräch nicht ohnehin ergibt. Aber irgendwo will ich auch auf jeden Fall zum Ausdruck bringen, wie sehr es mir leid tut, dass ich kein Verständnis für ihre Probleme gezeigt habe. Meine Gedanken und Gefühle fahren einfach wieder Achterbahn gerade...

Wie würdet ihr das angehen? Teilt ihr meine "Diagnose"? Bzw. seht ihr überhaupt noch eine Chance, dass daraus wieder etwas werden könnte? Wenn ja, was sollten wir beachten?

Ich hoffe, dass ich bei euch nun Rat finde, und möchte mich bereits im Voraus für jegliche Hilfe bedanken.


** Videotitel: "Wie ist das, Bindungsangst zu haben" von "Leeroy will's wissen" (kann leider noch keine Links posten

16.11.2020 00:06 • #1


Scheol

Scheol


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Lies das Buch von Stefanie Stahl , jein.
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16.11.2020 00:15 • #2



Umgang mit Bindungsangst bei Partnerin

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VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Ich teile keine Diagnose, ich bin nicht vom Fach, so dass ich mir das nicht zutraue.

Aus meinem Erfahrungsschatz: "Ich will grad keine Beziehung" heißt allermeistens "Ich will keine Beziehung mit DIR!" Klar mag es da auch pathologische Fälle geben - die Mehrheit sind sie meiner Meinung (andere können da durchaus anders denken!) nicht.

Ich (!) fürchte, dass sie einfach nicht auf Dich steht. In größeren Gesellschaften möchte sie vielleicht nicht, dass irgendjemand denken könnte, Ihr seid ein Paar. Mögen wird sie Dich sicher durchaus, deshalb die Zutraulichkeit unter 4 Augen.

Auch wenn es Dir verständlicherweise sehr schwer fällt: Hak es ab. Ich würde den Kontakt einschlafen lassen. Wär ja umso besser, wenn sie dann auf Dich zukommen würde, aber rechne nicht damit.

Manchmal passt es einfach nicht und häufig steckt da keine Diagnose dahinter.

16.11.2020 00:19 • x 1 #3


Hansl

Hansl


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Zitat von hurt_angel:
Wie würdet ihr das angehen


In Deinem Alter: Laufen so weit wie die Füße tragen
Mit dem besten Kumpel 4 Wochen auf Sauftour gehen.
Und zukünftig achtsam sein.

Dann mich zur Thematik einlesen.

16.11.2020 00:29 • x 1 #4


CaveCanem

CaveCanem


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Ganz platt würde ich sagen: sie steht einfach nicht auf Dich. Das hat mit Bindungsangst nix zu tun.

16.11.2020 01:11 • x 1 #5


Gwenwhyfar

Gwenwhyfar


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Entschuldige, aber welche Partnerin? Auf Deinen Titel bezogen.

Ihr hattet 2 Treffen in Gruppen. Das Nachrichtenbombardement ist virtuell und der andere eben so schön nah, aber herrlich weit weg. Besagt außerdem nicht so rasend viel außer grundlegender Sympathie, die für mehr als Freundschaft real gar nicht reichen muss.

Du hast Dich sehr in diese Geschichte rein gesteigert. Warum? Würdest Du Dein Leben als abwechslungsreich bezeichnen? Bist Du soweit zufrieden, hast Du Pläne für Dich?

Mal unterstellt, dass Deine Diagnose stimmt (ich werde mich hüten, dazu Stellung zu nehmen), Du machst immer wieder Druck. DU WILLST. Respektiere sie doch mal und nimm Abstand.

Bist Du der Meinung, dass Liebe Abweisung und Kampf beinhaltet? Von Anfang an? Überleg nochmal, ob das so gut ist für Dich.

Und ja, in Deinem Alter wäre es klug, Dich nicht mit solchen Komplikationen zu beschäftigen. Das kommt alles noch früh genug, wenn fast alle Partner ein Bündel wegen x gescheiterter Beziehungen mit sich tragen. Genieße Deine Jugend. Sie kommt definitiv nicht wieder.

Ich würde mich damit beschäftigen, wie Du sie aus Deinem Kopf ausblenden kannst. Und das sind andere Videos als die über Bindungsängste.

16.11.2020 03:39 • x 4 #6


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Das Ganze war einfach höchst ungesund. Lies Deiben Text nochmal durch und schau nur mal isoliert auf Dein Verhalten? Läuft man für Liebe hinterher? Erniedrigt man sich irgendwelches Gebäck zu erstellen obwohl Du das gar nicht bist? Lässt Liebe sich Dinge vorhalten? Die Antwort kennst Du: Nein. Eine Frau mit Interesse und gesunder Einstellung würde auch im Freundeskreis gut ankommen und ansonsten gerne Zeit mit Dir verbringen. Lerne für die Zukunft mehr auf Dich zu achten und beschäftige Dich mal mit den Regeln der Anziehung.

16.11.2020 05:01 • x 2 #7


CaveCanem

CaveCanem


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So, wie Du sie beschreibst, mag sie Menschen nicht.

Sie scheint ungern körperlich unter Anderen zu sein. Fühlt sich unbehaglich. Gibt sich anders, als virtuell Dir gegenüber ist.

Das Verhalten life widerspricht dem Verhalten vorher.

Von der Nähe her. Von der echten Herzlichkeit her.

Was Du in ihr gesehen hast sind Wesenszüge, die Du selbst aufweist.

Wenn sich zwei Menschen begegnen spiegeln sich zu Beginn zwei Mosaike aus Spiegelscherben aneinander.

Jeder bekommt die eigenen Wesenszüge gezeigt. Sie sehen nur so aus, als seien es die des Anderen.

Das was Dir gezeigt wurde, mochtest Du. Sie hat sich in Deinem Mosaik gespiegelt und mochte das, wie sie sich fühlte anscheinend eindeutig nicht.

D.h. sie mochte sich selbst nicht.

Da ist der Punkt. Wer sich selbst nicht mag, mag auch wenige andere Menschen.

Nur: was sagt das über Dich? Was zeigt Dir das?

Hast Du vielleicht Punkte in Dir, die unerfüllt sind? Wo Du denkst, dass es Dir mit einer Beziehung mit diesen Punkten besser ginge?

Eine Erkenntnis ist, dass das nicht funktioniert. Wir nehmen uns selber immer mit. Eine Beziehung macht uns nicht besser oder vollständiger. Oder glücklicher auf Dauer.

Diese Frau hat das für sich anscheinend begriffen.

Und ein "besetzt" Schild rausgehängt. Für Dich und für andere.

So etwas macht einsam. Wünsche und Sehnsüchte hat sie sicher auch.

Aber sie mag nicht ausprobieren, wie sie sich im Leben umgesetzt anfühlen würden. Warum auch immer.

16.11.2020 06:15 • x 3 #8


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von hurt_angel:
Wie würdet ihr das angehen? Teilt ihr meine "Diagnose"? Bzw. seht ihr überhaupt noch eine Chance, dass daraus wieder etwas werden könnte? Wenn ja, was sollten wir beachten?

Hallo,
zu deiner ersten und zweiten Frage würde ich heute sagen "gar nicht" und "Nein".
Wenn ein Kennenlernen schon so schwierig anfängt, macht es doch wenig Sinn.

Damit sind wir aber schon beim eigentlichen Teil: Warum willst du das trotzdem?

Ich kann ja verstehen, dass du da vielleicht irgendwelche romantischen Vorstellungen hast und es auch süß findest ihr etwas zu backen und dich für etwas zu entschuldigen, das eigentlich eher ein Missverständnis war.
Wobei sich doch da schon die Frage stellt, ob du das wirklich so missverständlich ausgedrückt hast oder sie einfach eine sehr negative Herangehensweise was ihr Selbstbild betrifft.

Die Fragen die EU dir aber stellen solltest, haben hier schon einige angesprochen.
Warum machst du sowas mit?
Warum gibst du zwei ersten Treffen so einen Wert, dass du emotional schon so verstrickt bist?

Ohne dir da zu nah treten zu wollen und ich bitte dich auch das nicht falsch oder negativ aufzufassen, aber überlege dir doch mal, warum du da so tiefe Gefühle entwickelst. Da ist doch eigentlich vieles davon nur eine Vorstellung, wie vielleicht etwas sein könnte.
Was ist es denn wirklich was dir fehlt?
Ich persönlich glaube, dass du dir Liebe wünschst oder das Gefühl geliebt zu werden.
Ist es vielleicht so, dass dir das insgesamt fehlt?

Egal ob es bei ihr Bindungsangst ist oder etwas anderes, aber du bürdest dir damit eine Aufgabe auf. Das hat doch wenig mit Verliebtheit, Schwärmen oder gar Liebe zu tun.
Das ist etwas unbedingt schaffen wollen, etwas unbedingt richtig machen wollen und hat wenig mit positiven Gefühlen zu tun.

Was erwartest du dir denn davon, wenn du sie tatsächlich für dich gewinnst?
Glaubst du, dass du sie heilen kannst und ihr dann plötzlich eine glückliche und entspannte Beziehung führt?

Natürlich könntest du es auch weiter versuchen und du könntest dabei vielleicht sogar viel lernen, aber ich halte es auch für gefährlich, da du, wenn du die Ratschläge hier dabei nicht im Kopf behältst, möglicherweise in etwas hineingerätst, das dir wirklich auch langfristig schaden könnte.

Alles Liebe

16.11.2020 06:16 • x 1 #9


Carlaa


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Lieber Hurt_Angel,
du wirst nie mit Sicherheit wissen, was mit der Frau los ist. Aber sie will offensichtlich von dir in Ruhe gelassen werden.
Frage dich lieber, was mit dir los ist, dass du nicht loslässt.
Alles Liebe!

16.11.2020 06:49 • x 3 #10


OxfordGirl

OxfordGirl


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Zitat von hurt_angel:
Zum einen glaube ich nicht, dass sie es selbst soweit versteht und als Bindungsangst identifiziert - da will ich nicht der Klugsch.r sein der das so plump feststellt. Zum anderen frage ich mich, ob ich es überhaupt gezielt zum Thema machen soll, wenn es sich im Gespräch nicht ohnehin ergibt. Aber irgendwo will ich auch auf jeden Fall zum Ausdruck bringen, wie sehr es mir leid tut, dass ich kein Verständnis für ihre Probleme gezeigt habe

Ich glaube du suchst hier nur einen weiteren Grund, wieder in Kontakt mit ihr zu kommen. Sehr, sehr übergriffig von dir, ihr eine "Störung" diagnostizieren und gleichzeitig als verständnisvoller Retter wieder auf der Bildfläche erscheinen zu wollen. Das Mädel ist zarte 19 Jahre alt. Vermutlich hat sie noch nicht gelernt, ein klares Nein zu kommunizieren. Das sollte dir auch egal sein. Ihre Zeichen von Zurückweisung waren doch eindeutig und trotzdem konntest du nicht aufhören:
Zitat von hurt_angel:
es doch weiter zu probieren. Die Rückmeldung war sinngemäß die gleiche - es tue ihr ernsthaft leid für mich, aber sie können sich nunmal nicht ändern. Ich für mich konnte dies weder beim ersten, noch beim zweiten Mal wirklich nachvollziehen und schob das ganze auf ein anderes Vorkommnis:


Zitat von hurt_angel:
Wie würdet ihr das angehen? Teilt ihr meine "Diagnose"? Bzw. seht ihr überhaupt noch eine Chance, dass daraus wieder etwas werden könnte? Wenn ja, was sollten wir beachten?

Schalter "Kopfkino" bitte umgehend ausschalten. Es gibt kein "wir". Je eher du das akzeptierst, desto besser für dich. Eine Form von Bindungsangst nennt sich " Klammern". Bitte mal lesen. Und gegebenenfalls Rückschlüsse ziehen.
Diesen Rat teile ich überhaupt nicht und rate dringend ab:
Zitat von Zweizelgänger:
Natürlich könntest du es auch weiter versuchen

Das Mädel will nicht!

16.11.2020 07:20 • x 3 #11


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Zitat von Zweizelgänger:
Natürlich könntest du es auch weiter versuchen und du könntest dabei vielleicht sogar viel lernen, aber ich halte es auch für gefährlich, da du, wenn du die Ratschläge hier dabei nicht im Kopf behältst, möglicherweise in etwas hineingerätst, das dir wirklich auch langfristig schaden könnte.

Zitat von OxfordGirl:
Das Mädel will nicht!

Also wenn dann bitte richtig zitieren.

Man lernt eben oft nur durch Erfahrung.

16.11.2020 07:33 • x 1 #12


OxfordGirl

OxfordGirl


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Zitat von Zweizelgänger:
Man lernt eben oft nur durch Erfahrung.

Das tut er doch hoffentlich jetzt schon. Er erfährt Zurückweisung, und muss lernen, zu akzeptieren.
Ihn zu weiteren "Versuchen" zu ermutigen, finde ich leider in seinem Thema überhaupt nicht zielführend, eher schädlich, und zwar für beide Beteiligten.

16.11.2020 07:42 • x 2 #13


hurt_angel


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Zunächst einmal vielen Dank für die zahlreichen Ratschläge.

Zitat von Gwenwhyfar:
Entschuldige, aber welche Partnerin? Auf Deinen Titel bezogen.


Der Titel war etwas unglücklich gewählt, da geb ich dir Recht, aber das lag vielleicht eher an mangelnder Kreativität das passend auszudrücken

Zitat von Gwenwhyfar:
Ihr hattet 2 Treffen in Gruppen. Das Nachrichtenbombardement ist virtuell und der andere eben so schön nah, aber herrlich weit weg. Besagt außerdem nicht so rasend viel außer grundlegender Sympathie, die für mehr als Freundschaft real gar nicht reichen muss.


Zitat von OxfordGirl:
Sehr, sehr übergriffig von dir, ihr eine "Störung" diagnostizieren und gleichzeitig als verständnisvoller Retter wieder auf der Bildfläche erscheinen zu wollen. Das Mädel ist zarte 19 Jahre alt. Vermutlich hat sie noch nicht gelernt, ein klares Nein zu kommunizieren. Das sollte dir auch egal sein. Ihre Zeichen von Zurückweisung waren doch eindeutig und trotzdem konntest du nicht aufhören:


Anhand einiger Antworten (habe jetzt einfach mal exemplarisch euch beide rausgepickt) habe ich gemerkt, dass ich vielleicht einige wichtige Details weggelassen habe. Es ist wohl der Eindruck entstanden, dass von Anfang an nur ich hinterhergelaufen wäre. Das war allerdings absolut nicht der Fall.
Grundsätzlich bin ich jemand, der bei Frauen immer sehr zurückhaltend agiert, da ich immer Angst habe, "belästigend" zu wirken und ihre Zeichen misszuverstehen. Daran scheitert es bei mir auch meistens, wenn von ihr keine Initiatve kommt.
Das war auch in dem Fall so: Gerade am Anfang ging der Kontakt von ihr aus, ich selbst war da sehr zurückhaltend. Bis es wirklich intensiv geworden ist, hat es nach dem ersten Kennenlernen fast ein Jahr gedauert. In der Zeit war es eher andersrum, sie hat den Kontakt gesucht, und war stets bemüht, mir zu zeigen, dass sie sich in meiner Anwesenheit wohlfühlt. Um da mal ein konkretes Beispiel zu bringen, kam es auf Partys, wo wir unwissentlich beide waren, immer wieder vor, dass ich Nachrichten à la "Hab dich gesehen " oder "Bist mir aufgefallen " bekommen habe, womit sie es meistens geschafft hat, dass ich dort Ausschau nach ihr gehalten habe und es auch immer wieder zum Gespräch kam. Oder auch als wir zusammen gearbeitet haben, hat sie sich immer wieder auffällig über meine Witze amüsiert, selbst wenn diese objektiv gesehen wirklich nicht alle so gut waren.
Trotz alledem habe ich mich noch nicht getraut, mehr darin zu sehen und die Initiative zu ergreifen. Selbst als dann die Phase des intensiveren Kontaktes kam (auch wieder durch ein von ihr initiiertes Thema), habe ich es wie bereits im ersten Text erwähnt nicht auf die Kette zu bekommen. In der Zeit war es wie gesagt eher andersum, sie hat sich für Kleinigkeiten entschuldigt, als wäre es ein halber Weltuntergang ( sie war bspw. um 3 Uhr nachts während dem Schreiben eingeschlafen, und lies sich nicht davon abbringen, mir deswegen ein "Entschuligungseis" auf der Arbeit vorbeizubringen).
Dass da der Kontakt irgendwann weniger geworden ist, lag dann vermutlich daran, dass aus ihrer Sicht von mir zu wenig kam. Das erste Treffen kam dann eher nach dem Motto "jetzt gibt es sowieso nichts mehr zu verlieren" zustande. Das war wohl gerade noch rechtzeitig, nachdem ich nach der Verabredung gefragt hatte, war der Kontakt auf einen Schlag wieder deutlich intensiver.

Danach kam dann das bereits beschriebene Dilemma. Für dieses drastische Umschwingen ihres Verhaltens fand ich eben keine Erkärung. Und da hat das Thema Bindungsangst gut reingepasst: Sobald es zunehmend in eine Richtung einer ernsthaften Bindung ging, kam ihr Rückzug. Das war eben das, was auch in dem Video von der Betroffenen beschrieben wurde.
Ich weiß nicht, ob das zwingend was zur Sache tut, aber hatte den Eindruck, das kam wohl etwas falsch rüber.


Zitat von Zweizelgänger:
Ich kann ja verstehen, dass du da vielleicht irgendwelche romantischen Vorstellungen hast und es auch süß findest ihr etwas zu backen und dich für etwas zu entschuldigen, das eigentlich eher ein Missverständnis war.
Wobei sich doch da schon die Frage stellt, ob du das wirklich so missverständlich ausgedrückt hast oder sie einfach eine sehr negative Herangehensweise was ihr Selbstbild betrifft.


Letzteres trifft auf jeden Fall zu, dass hat sich immer wieder gezeigt. Da habe ich auch oft versucht, ihr das auszureden (begrenzt zielführend, weiß ich mittlerweile...). Der Ausdrucksweise war in dem Fall echt leicht misszuverstehen, hängt aber auch von der Sichtweise hab, von Freundinnen mit denen ich im Nachinein darüber gesprochen kam öfter "Wie kann man nur", die Jungs waren eher der Meinung dass sie da etwas übertrieben hat. Sicherlich mit aus ihrem Umgang mit ihrem "Fehler" einst hab ich mich zu was derartigem verpflichtet gefühlt, aber auch, da ich gemerkt hatte, dass sie sich sehr gekränkt gefühlt hat. Ihre Antworten waren danach deutlich wortkager, sie hat mich meist lange warten lassen, sie hat demonstrativ keine Emojis mehr verwendet (in der "Social Media Generation" ein beliebter Weg zu zeigen, dass man sauer auf jemanden ist, für alle, die da nicht so ganz drin sind). Das hat trotz ihrem positiveren Verhalten bei den beiden "Life-Treffen", die danach noch kamen, nicht mehr geändert, daher meine Überlegung, ob nicht darin vielleicht der Auslöser lag.

Zitat von Zweizelgänger:
Die Fragen die EU dir aber stellen solltest, haben hier schon einige angesprochen.
Warum machst du sowas mit?
Warum gibst du zwei ersten Treffen so einen Wert, dass du emotional schon so verstrickt bist?

Ohne dir da zu nah treten zu wollen und ich bitte dich auch das nicht falsch oder negativ aufzufassen, aber überlege dir doch mal, warum du da so tiefe Gefühle entwickelst. Da ist doch eigentlich vieles davon nur eine Vorstellung, wie vielleicht etwas sein könnte.
Was ist es denn wirklich was dir fehlt?
Ich persönlich glaube, dass du dir Liebe wünschst oder das Gefühl geliebt zu werden.
Ist es vielleicht so, dass dir das insgesamt fehlt?


Die Frage, warum das ganze mir so wichtig geworden war, hab ich mir tatsächlich einige Male selbst gestellt. Auch wenn es wie bereits beschrieben etwas mehr als nur zwei Treffen waren, gerade an dem Punkt, als es zu Ende war, konnte ich nicht verstehen, warum es mich so trifft. Ich habe zur selben Zeit Trennungen im Freundeskreis erlebt, die länger zusammen waren und das scheinbar besser weggesteckt haben.
Mittlerweile glaube ich, dass es einfach die Erfahrung war, dass jemand Interesse an mir zeigt und ich wirklich mit jemandem über alles reden konnte, ohne dass es sich komisch anfühlte. So jemanden hatte ich in Familie und Freundeskreis nie gesehen.
So hart es klingt, ich habe auch für mich erkannt, das grundlegend etwas schief läuft. Oberflächlich gesehen führe ich für viele wohl ein angesehnes Leben, aussichtsreicher Studienplatz in einem namhaften Unternehmen, nebenbei sozial engagiert, schönes Auto, auch mal etwas teurere Klamotten etc. Aber unter der Oberfläche sieht es anders aus. Ich habe das Gefühl, mir mein Ansehen bei anderen nur durch diese oberflächlichen Dinge zu schaffen, und tue mich schwer damit zu glauben, dass jemand (das betrifft auch das Thema Dating) sich wirklich für mich persönlich interessiert. Auch da habe ich bei ihr eine Ausnahme gesehen.


Zitat von Zweizelgänger:
Egal ob es bei ihr Bindungsangst ist oder etwas anderes, aber du bürdest dir damit eine Aufgabe auf. Das hat doch wenig mit Verliebtheit, Schwärmen oder gar Liebe zu tun.
Das ist etwas unbedingt schaffen wollen, etwas unbedingt richtig machen wollen und hat wenig mit positiven Gefühlen zu tun.

Was erwartest du dir denn davon, wenn du sie tatsächlich für dich gewinnst?
Glaubst du, dass du sie heilen kannst und ihr dann plötzlich eine glückliche und entspannte Beziehung führt?

Natürlich könntest du es auch weiter versuchen und du könntest dabei vielleicht sogar viel lernen, aber ich halte es auch für gefährlich, da du, wenn du die Ratschläge hier dabei nicht im Kopf behältst, möglicherweise in etwas hineingerätst, das dir wirklich auch langfristig schaden könnte.


Auch das sind Fragen, die ich mir immer wieder selbst gestellt habe. Ich glaube, dass sich die positiven Gefühle aus der Anfangszeit einfach sehr tief eingebrannt haben, und mir unterbewusst erhoffe, diese zurückzuholen.


Zitat von CaveCanem:
So, wie Du sie beschreibst, mag sie Menschen nicht.

Sie scheint ungern körperlich unter Anderen zu sein. Fühlt sich unbehaglich. Gibt sich anders, als virtuell Dir gegenüber ist.

Das Verhalten life widerspricht dem Verhalten vorher.

Von der Nähe her. Von der echten Herzlichkeit her.

Was Du in ihr gesehen hast sind Wesenszüge, die Du selbst aufweist.

Wenn sich zwei Menschen begegnen spiegeln sich zu Beginn zwei Mosaike aus Spiegelscherben aneinander.

Jeder bekommt die eigenen Wesenszüge gezeigt. Sie sehen nur so aus, als seien es die des Anderen.

Das was Dir gezeigt wurde, mochtest Du. Sie hat sich in Deinem Mosaik gespiegelt und mochte das, wie sie sich fühlte anscheinend eindeutig nicht.

D.h. sie mochte sich selbst nicht.

Da ist der Punkt. Wer sich selbst nicht mag, mag auch wenige andere Menschen.

Nur: was sagt das über Dich? Was zeigt Dir das?

Hast Du vielleicht Punkte in Dir, die unerfüllt sind? Wo Du denkst, dass es Dir mit einer Beziehung mit diesen Punkten besser ginge?

Eine Erkenntnis ist, dass das nicht funktioniert. Wir nehmen uns selber immer mit. Eine Beziehung macht uns nicht besser oder vollständiger. Oder glücklicher auf Dauer.

Diese Frau hat das für sich anscheinend begriffen.

Und ein "besetzt" Schild rausgehängt. Für Dich und für andere.

So etwas macht einsam. Wünsche und Sehnsüchte hat sie sicher auch.

Aber sie mag nicht ausprobieren, wie sie sich im Leben umgesetzt anfühlen würden. Warum auch immer.


Sehr interessante Herangehensweise, die ich auch gut nachvollziehen kann, und in der ich auch ihr Verhalten etwas widergespiegelt sehe - abgesehen davon, dass Beziehungen deiner Ansicht nach pauschal nicht glücklich machen, wenn ich dich richtig verstehe. Habe ich dich da missverstanden, oder wenn nicht wie kommst du zu dem Standpunkt? Bitte nicht falsch verstehen, mir fehlt da einfach die persönliche Erfahrung.


Ich hoffe, das ich meine Situation damit etwas klarer abbilden konnte, und freue mich weiterhin auf eure Anmerkungen und Ratschläge.

16.11.2020 11:24 • #14


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Ich denke du solltest mal deinen Selbstwert anschauen.
Du scheinst ein recht wackeliges Selbstbewusstseins zu haben und versuchst es, was du ja schon bemerkt hast, durch Oberflächlichkeiten zu kompensieren.
Vielleicht solltest du mal über eine Therapie nachdenken, die dich in deinen jungen Jahren stabilisiert und du so gestärkt in deine Zukunft gehen kannst.

16.11.2020 12:38 • x 1 #15



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