Weißesschaf
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Ich (Ende 20) habe mal eine Frage bezüglich meines Dating Verhaltens. Ich bin nun zwei Jahre Single und treffe hin und wieder einen interessanten Mann. In letzter Zeit vor allem durch Bekannte. Oder aber auch über Tinder.
Bei Tinder war es jetzt so, dass ich drei Männer getroffen habe, die ich ansprechend fande, mit denen auch was lief, aber ich durch vergleichsweise "kleine" Situationen derart getriggert und verletzt war, dass sich das Ganze für mich nicht mehr gut angefühlt hat.
Beispiele: nach drei Monaten intensiven Datings (und ich hatte das Gefühl wir sind ein Paar) äußert sich mein Dating Partner vor ner großen Gruppe von seinen Freunden und auch Fremden auf deren Frage hin, dass wir kein Paar sind und nicht zusammen sind. Für mich ein harter Schlag ins Gesicht.
Beispiel 2: Anderer Typ: Wir daten uns auch schon drei Monate allerdings ungefähr alle zwei Wochen mal, weil er so viel arbeitet. Dann wollen wir uns wieder sehen und er räumt mir "nur" am Abend Zeit ein, weil er tagsüber mit einem Kumpel Badminton spielt. Ich bin enttäuscht, weil ich mir erstens wünschen würde, dass er mich auch fragt und wir was zu dritt machen und ich mal in seinen Freunden und Bekanntenkreis integriert werde, zweitens, weil er mit mir eigentlich nie was erleben möchte, außer Bettsport und was kochen und Serie schauen (keine gemeinsamen Erlebnisse). Den Hintergrund davon hat er nicht mitbekommen. Ich habe dann nur das Treffen abgesagt nachdem ich mich zwei Stunden verspätet habe.
Bsp 3. Der dritte Mann hat mir bereits beim zweiten Date gesagt, dass er andere Prioritäten hat und er wollte zwischen den Treffen nicht schreiben, was sich für mich auch nicht richtig anfühlte. (Nicht von mir kommuniziert)
Das ganze führt zu einer tiefen Enttäuschung, mit der ich mit Rückzug und Abweisung reagiere, also ich agiere diese Enttäuschung passiv aus, ohne mich zu erklären. Ich werde innerlich sehr ambivalent. Manchmal mache ich noch nen Vorwurf, aber das war's dann auch. Die innere Ambivalenz führt meist dazu dass ich zB dann Treffen absage, oder sehr spät komme, oder gar nicht komme. Ich gehe emotional auf Abstand, oder ich beende es, weil ich echt verletzt bin.
Bei den Männern im (relativ neuen) Bekanntenkreis war es so, dass ich ein paar gleich anziehend fande und habe dann auch echt schnell so Verliebtheits Fantasien.
Ich merkte von der anderen Seite dann schon auch ein bisschen Interesse an mir, aber nichts offensichtliches, und irgendwie geht es dann auch nicht mehr weiter. Es bleibt dann bei Treffen unter Freunden, wo wir uns in der Gruppe sehen.
Obwohl ich eigentlich mehr will. Der eine hat nach meinem Instagram gefragt, sich aber nicht mehr gemeldet. Ich habe ihn dann geschrieben, er hat auch geantwortet, aber kam mir platonisch vor und habe es dann gelassen. Auch hier war ich echt enttäuscht. Und es fühlte sich für mich dann fast toxisch an, ihn wieder zu sehen beim nächsten Gruppentreffen und ich beschließe auch hier innerlich: Finger weg, weiterziehen. Als ich ihn wieder gesehen habe, war er total nett und es fiel mir echt schwer diese innere Distanz zu halten. Es ist fast wie Schmerzvermeidung, weil ich dieses Hoffen, dass der andere mich sieht und Interesse bekundet, und die Enttäuschung, dass es eben nicht so ist, dadurch versuche zu unterdrücke.
Irgendwie bin ich müde vom Initiative ergreifen, ich würde echt gerne mal, dass der Mann das macht. Mich ausfragt, offensichtlich Interesse bekundet.
Ich frage mich, ob diese Enttäuschung und auch dieses schnelle Interesse an jemandem, der mir gefällt, nachvollziehbar sind und ob es sinnvoll ist, wie ich damit umgehe, wenn mein Gegenüber nicht meine Erwartungen erfüllt, wodurch ich so enttäuscht bin (und mit Rückzug, teilweise auch Abweisung reagiere). Und das obwohl ich merke, dass der andere schon irgendwo auch Interesse hat. Mir fällt das selber echt schwer, weil mir der andere ja gut gefällt. Aber mir ist das irgendwie immer zu wenig, oder zu langsam. Ich habe das Gefühl bei diesen Männer zumindest, ich brauche schnell und viel Kontakt und Bestätigung, weil es sich sonst unsicher und schmerzvoll/bedürftig anfühlt.
Dabei sollte sich gesundes Dating mit dem richtigen Partner eigentlich gut und entspannt und sicher anfühlen. Waren es einfach die falschen Männer? Oder brauche ich zu schnell zu viel Bestätigung?