Zitat von CherryOnTop:"Also bei Anbahnung von Beziehungsgefahr, lieber vorher in Deckung gehen. Kopf runter und ganz schnell rennen"
Ja Klaus, moment mal ...
Das war nur scherzhaft gemeint, wer rennt im wahren Leben da schon gleich weg
Zitat von CherryOnTop:Sind wir da nicht wieder ganz schnell bei leichtfertig, Wegwerfbeziehung und unreflektiert?
Wenn ich es richtig verstanden haben, wie oben erwähnt. Oder meintest du Bestehendes unreflektiert wegwerfen, weil man gleich wegrennt. Wäre dann eher Rubrik "Wegwerfbeziehung", aber ich ging jetzt von etwas Neuem aus, weil andere Voraussetzung.
Zitat von CherryOnTop:Es ist oft nur ein kleiner Schritt der das Ganze ungesund macht und einen in die Falle tappen lässt mit dem Fordern anzufangen. Wo aus Vermissen Sehnsucht wird.
Ein klitzekleiner Schritt, das stimmt. Das Fordern, finde ich, passiert eh nur dann, wenn das gegenseitige Vermissen nicht oder nicht mehr auf Augenhöhe ist.
Zitat von CherryOnTop:Sie sagt sie braucht mehr Freiraum für dies oder das. Um auf Augenhöhe zu bleiben macht man selbst etwas und hat Spass dabei.
Klar, wenn dir das gelingt, du "tatsächlich" in ihrer Abwesenheit Spass an den Dingen hast, ist es gut so. Die Sache mit dem Freiraum ist die, eine solche Aussage ist gefährlich, wenn sie auftaucht, nachdem viele ungute Momente durchlebt wurden. Steht die urplötzlich im Raum, kann so viel dahinterstecken, angefangen damit: "ich liebe meine Hobbies, die hatte ich vernachlässigt", bis weiter: "ich brauche eine Pause von dir", und noch weiter: "da ist ein Neuer am Start, von dem erzähle ich dir nichts, weil ich muss erstmal kucken, ob´s was wird, bevor dir dann Bescheid sage und dich vermutlich abschieße". Was sich so lustig anhört, sind im Hintergrund aber mitschwingende Ängste, das Freiraum auch bedeuten könnte, es gibt ab jetzt Wichtigeres als dich. Das kommt immer auf den Kontext an, wie innig die Beziehung ist oder wie wackelig und so vieles mehr.
Zitat von CherryOnTop:Der Schritt ist reversibel!
Ja, ab einem frühen Zeitpunkt schon. Wenn zu viel passiert ist, an Unstimmigkeiten, tritt schnell das Gegenteil ein, wo nichts mehr zu machen ist.
Zitat von CherryOnTop:Und im Grunde ist doch alles soweit gut - das Potential für "wahre Liebe" (was immer das sein soll) ist ja da, sonst wäre man nie in die Abhängigkeit gerutscht ( = "kann nicht genug von dir kriegen" muss nicht zwingend ungesund sein).
Gebe dir da nur recht, wenn beide Seiten so empfinden. Ist das irgendwann nicht mehr der Fall, rutscht du in der Augenhöhe schnell nach unten, klammerst und tust einige ungesunde Dinge mehr, vor allem wenn eine emotionale Abhängigkeit schon gegeben ist.
Denke, die wahre Liebe ist frei von diesen Attributen. Keine Forderung, es wird selbstlos gegeben, keine Erwartungen, es passieren eh freudige Ereignisse, kein Klammern, der Partner will eh am liebsten mit mir zusammen zu sein, ohne dass ich anfragen muss, mich abmühen muss.
Zitat von CherryOnTop:Es ist für mich ein Zeichen für Liebe hier nicht zu rennen sondern Ängste, Verwirrte Momente, Missverständnisse usw anzugehen und auszuräumen. Also genau umgekehrt: Ich fühle mich süchtig? Ja hey, da ist Jemand in mein Leben getreten der Potential bietet für ganz großes Kino!
Theoretisch toll, ja. Nur der andere spürt, du fühlst dich süchtig. Und dann? Dann entstehen Ungleichgewichte, Machtspielchen fangen an, nur ganz klein, unmerklich am Anfang, in Dingen, wo du dir erst nichts denkst, fühlst du, wie der andere langsam die Regie übernimmt. Natürlich nur in Kleinigkeiten.
Du nimmst z.b. ständig Unpünktlichkeit hin, geringe Unzuverlässigkeiten, hier wirst du ausgetestet, selbstverständlich unter dem Deckmantel der "Flexibilität". Du sollst in Schwung bleiben, anpassungsfähig, die Ecken und Kanten großzügig übersehen.
Diese Menschen ändern das dann nicht, weil sie sich so an ihre führende Rolle gewöhnt haben, diese vielmehr ausbauen. Der andere verliert schleichend an Attraktivität, ist sich dessen vielleicht nur nebulös bewusst, die Harmonie ist aber irgendwie gestört. Der Partner auf der anderen Seite schafft sich jenen Freiraum, den er ausweitet, weil er Verständnis dafür stillschweigend einfordert, schließlich ist das ja ungemein wichtig, was er oder sie tut.
Verstehst du ungefähr wie es gemeint habe?