@ **Chris74**
(Sorry für die späte Antwort, war heute doch beschäftigter als gedacht.. xD)
Wie lange ich gebraucht habe, bis ich Licht am Ende des Tunnels gesehen habe?
Schwer zu sagen, 2 - 3 Monate? Ungefähr zumindest. Ich verarbeite Verluste unterschiedlich schnell, hier ging es etwas schneller, obwohl es immerhin 3 Jahre Beziehung waren. Am Ende bin ich deshalb immernoch nicht, hab auch noch düstere Tage, an denen ich traurig bin, aber die häufen sich jetzt nicht mehr so oft, höchstens 3 Mal im Monat.
Am Anfang war es bei mir genauso wie bei dir. Mit dem Unterschied, das wir uns doch recht "freundschaftlich" getrennt haben. Also ohne riesen Streit, ganz normal und freundlich ausgesprochen. Was ich eben nicht nachvollziehen konnte war der Satz: "Ich bin kein Beziehungsmensch."
Diese Aussage habe ich gefühlt 3.000 Mal hinterfragt. Wie kann man denn erst nach 3 Jahren merken, dass man nicht für Beziehungen gedacht ist oder das eben diese Beziehung keinen Sinn hat?
Damals dachte ich noch, das müsse man doch sofort merken etc.
Dann hat sich mein analytischer Verstand eingeschaltet, weil ich schon aus beruflichen Zwecken sehr viele Situationen analysiere und auswerte. Sprich, ich hab mir vor meinem geistigen Auge noch einmal jede Situation, jedes Gespräch, ja, quasi jeden Tag mit ihr noch einmal vorgestellt und mir überlegt, welche Situationen ich blöd, welche ich gut fand. Und in welchen Situationen und Gesprächen man besser etwas anderes hätte tun oder sagen sollen.
Ich habe an mir gezweifelt, ob ich etwas falsch gemacht habe, ob ich die Beziehung vielleicht selbst kaputt gemacht habe und ob ich mich ihr gegenüber vielleicht anders hätte verhalten sollen. Ich habe an ihr gezweifelt, ob sie mich denn je geliebt hat oder das für sie nur ein großes Spiel, ein Zeitvertreib war (weil so eine "Beziehung" hatte ich auch schon einmal..)
Aber dann, so vor circa 2 Wochen habe ich dann durch diese Vorgehensweise endlich begriffen, dass ich ihr einfach nicht helfen KONNTE. Was für mich dennoch sehr schmerzhaft ist, weil ich ihr, genau wie du, unbedingt helfen wollte. Sie muss sich aber selbst helfen. Da kann ich nichts machen. Sie hat mir auch gesagt, dass sie mich liebt. Das glaube ich ihr auch. Nach wie vor. Aber sie kann das eben einfach nicht. Sie kann nicht mit mir zusammen sein, das hat nichts mit "wollen" zu tun. Die Gründe dafür werde ich auch nicht nachvollziehen können, das kann vermutlich nur jemand, der ähnlich gestrickt ist. Ich habe mich dann eben so gut wie möglich in sie hineinversetzt und mir vorgestellt, wie für sie diese Trennung sein muss. Und das war dann der Punkt, an dem ich ihr vergeben und damit auch loslassen konnte. Weil ich glaube, dass das für sie genauso schlimm ist wie für mich.
Bei dir ist das zwar eine andere Ausgangssituation, aber im Endeffekt das selbe Problem. Du konntest ihr nicht geben, was sie brauchte und sie dir ebenso wenig. Deshalb hat das auf lange Sicht nicht funktioniert. Das tut mir für dich und auch für sie unglaublich Leid, weil ich genau weiß, wie du dich fühlst, auch mit dem Selbsthass, weil du "an ihr versagt" hast, wie ich immer so gerne sage.
Aber das geht vorbei. Wirklich. Ich bin da sehr zuversichtlich bei dir. Du bleibst da nicht im Staub zurück, keine Chance.
Kommt eben darauf an, wie schnell du verarbeitest und akzeptierst. ^^
Ganz liebe Grüße an dich
(und nochmals eine demütige Entschuldigung für die späte Antwort)