Eine Beziehung beginnen und sich erstmal kennenlernen, das ist nach Möglichkeit die beste Variante für den Aufbau einer Partnerschaft. Bei Euch fiel ja alles fast zeitgleich zusammen und mit langsam angehen ist nicht mehr.
Zitat von Kiskeya:Ich (29) bin seit 3 Monaten in einer Kennenlernphase mit einem tollen Mann (30). Wir arbeiten beide Teilzeit und holen über das Abendgymnasium unser Abitur nach. Bis jetzt lief soweit alles gut und wir wollten es langsam angehen lassen.
Letzte Woche habe ich erfahren, dass ich in der 6. Woche schwanger bin. Die Schwangerschaft ist ungeplant und zeitlich passt es überhaupt nicht.
Es ist verständlich, dass ihr beide Euch jetzt fühlt wie überrumpelt und ratlos. Ihr seid ja zwei Menschen, die sich bisher noch kaum kennen und wenig voneinander wissen. Ihr habt sicher mehr als nur eine rosarote Brille getragen, denn Du schreibst von einem tollen Mann ... ihr wart anscheinend so verliebt, dass nichts Eure Lust aufeinander trüben konnte ... am wengisten der Gedanke daran, dass ja jeder Sex immer eine Schwangerschaft entstehen lässt, selbst wenn es Dir nicht gut ging ... trotz der Pille. Und wie nach wenigen Wochen, wo man ja noch nicht mal wirklich weiß, ob der andere überhaupt für eine dauerhafte Beziehung sein wird, in den Elternmodus zu wechseln ... kaum machbar, wie man bei Dir ja auch sieht. Vom Alter her seid ihr mehr als geeignet ... aber das reicht natürlich nicht aus. Ich kann beide Seiten verstehen, Dich und auch den Erzeuger des Kindes. Und ich kann auch verstehen, dass er sich so fühlt, als würde ihm etwas ungewolltes "untergeschoben". In Eurem Alter sollte man eigentlich wissen, was passiert, wenn einem übel ist und man erbricht ... und eben auch, dass trotz Pille es passieren kann. Es ist jetzt, wie es ist.
Das Kind kann null dafür, schade nur, dass es ungeplant entstanden ist, hast Du denn Glücks- oder Freudengefühle? Ich möchte nichts unterstellen, doch es gibt viele Fälle, in denen es dann für ein Kind mental nicht so gut läuft ... Vom Vater abgelehnt und nicht gewollt ...
Du kannst und wirst es schaffen, ich weiß auch, wovon ich rede. Allerdings wirst Du alleinerziehend beginnen ... nicht immer einfach, aber machbar. Irgendwie ist es für Euch beide eine Drehung um 180 Grad von jetzt auf gleich. Du bekommst das Kind und der Kindsvater muss es akzeptieren. Ich wäre auch nicht glücklich, wenn ich der Kindsvater wäre ... gebe ich zu.
Was heißt denn überhaupt diese schwammige Formulierung, dem Kind etwas bieten? Lapidar braucht ein Kind Liebe und Zeit, Menschen, die es vorbehaltlos lieben ... jemand schrieb hier schon, es gibt Babyflohmärkte, die sind echt eine Fundgrube für alles mögliche und für wenig Geld, wenns daran liegt. Ein Kind braucht keine Nike-Schuhe und Lacoste-Shirts, das ist gar nicht wichtig. Du bist keine Hartz-4-Empfängerin, die am Rande der Existenz krabbelt, sicher ein Kind kostet, aber auch das muss man sich vorher klarmachen. Im Grunde genommen, passt der Zeitpunkt doch nie hundertprozentig, irgendwas ist immer.
Deine Gedanken wirbeln ja auch etwas durcheinander, von Kind bekommen bis zu Adoption ... ich vermute, Du bist Dir selbst noch nicht 100 Prozent im Klaren mit Dir selbst, auch verständlich. Wortwörtlich ist die Situation ja so, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, Vorwürfe bringen gar nichts.