Zitat von Maccie: Du überlegst dir, ob das wirklich noch mit deinem Mann möglich ist in der Weise, die dir genügt. Stell dir vor, was von dir und ihm nötig ist, um dies mit deinem Mann zu erleben. Völlig offen, es gibt keine Tabus. Wichtig ist: er muss mitspielen. Du hast irgendwo geschrieben, er lehnt Mitarbeit ab und das wäre Ausdruck seiner Hilflosigkeit. Dann sorry, dann braucht er die sprichwörtliche Pistole auf der Brust. Entweder er zieht mit oder du ziehst Option #1. Wichtig ist, dass du bei dieser Forderung bestimmt und unnachgiebig aber auch liebevoll vorgehst. Wenn ihr beide wieder glücklich werden könnte ist das doch eine win-win Situation. An der muss er auch mitarbeiten.
So ist es, und genau so haben mein Mann es gemacht, um unsere Ehe wieder flott zu bekommen. Ich habe endlich mal meine Wünsche geäußert, auch in sexueller Hinsicht und mein Mann hat zum Glück mitgezogen. So haben wir in den Jahren nach der Affäre noch viele glückliche Stunden erleben dürfen, die auch mein Mann sehr genossen hat. Zum Glück ist auch er Meister im Verdrängen und hat sich nie gefragt, woher diese Ideen bei mir kamen. Er hat einfach genossen und das war gut so. Als es dann wieder schlechter wurde, war ich zuerst sehr deprimiert. Zum Glück aber hatten wir längst wieder eine Kommunikationsebene, die es uns ermöglichte, den Dingen auf den Grund zu gehen. Und so kamen wir dann schnell dahinter, was da los war: die Parkinson-Erkrankung meines Mannes.
Bis dahin aber hat er sich wirklich bemüht und z.B. im Haushalt mit angepackt, sich um die Kinder gekümmert und auch mal seine Hobbys hinten angestellt. Bis dahin lebten wir ein sehr traditionelles Rollenbild, das mich aber zunehmend unglücklicher werden ließ. Diese letzten schönen Jahre sind es, die mir nun die Kraft geben, den Weg mit meinem Mann zusammen bis zum Ende zu gehen.
Und ich bin gnädiger zu mir selbst geworden. So erlaube ich mir inzwischen auch ab und zu wieder die prickelnden Erinnerungen an die Affärenzeit. Wohlwissend aber, dass es keine Wiederholung und auch keine Neubelebung mehr geben kann und wird. Mal ganz davon abgesehen, dass wir jetzt andere Probleme haben, bin ich für so etwas inzwischen auch eindeutig zu alt.
Aber es ist so, wie ich es manchmal scherzhaft sage, diese Erinnerungen wärmen mich noch heute, wo die Tage kälter und härter werden. Und warum auch nicht. Erlaubt ist alles, was hilft und was die Menschen, die wir lieben nicht verletzt. Hier heiligt der Zweck tatsächlich die Mittel.