Hallo Leute, seid gegrüßt.
Ich sehe mich momentan mit einer Erfahrung konfrontiert auf die ich schon jetzt rückblickend betrachtet gut und gerne verzichten wollte.Ich entschuldige mich vorab bei euch das ich etwas weiter aushole aber ich hoffe ihr versteht den Gesammtkontext dadurch besser. Ich (34) habe mich in meine Kollegin (8 Jahre jünger als ich, Mutter zweier Töchter) verknallt. Sie ist seit ungefähr zwei Jahren meine direkte Kollegin und ist mir anfangs ehrlich gesagt auf keine Art aufgefallen oder hätte in irgend eine Richtung meine Aufmerksamkeit erregt. Ich bin vom Wesen der neutrale, kühn agierende, nüchterne Typ der die Schwächen und Stärken seiner Arbeitskollegen kennt und im Sinne des Teamworks stets alles miteinander verbinden und fördern kann. Sie ist charakterlich in vielen Belangen das Gegenteil von mir (leicht impulsiv aber trotzdem in manchen Sachen schüchtern( verrückt oder

), niedlich sowieso, und das attraktivste an Ihr ist diese unbedarfte, erfrischende freche Art). Eine 180° Kehrtwende gegenüber meinem Charakter. In der Tat ziehen sich wohl sprichwörtlich Gegensätze manchmal an. Nach ca. einem Jahr bin ich mit ihr immer mehr und mehr ins Gespräch gekommen und habe gemerkt daß sie mir durchaus intime Sachen von sich anvertraut und in mir einen geschätzten und ehrlich agierenden Kollegen sieht, wie sie selber sagt. In der Zwischenzeit haben wir beide diese charakteristischen Verhaltensspielchen wie gegenseitiges Necken, lachen über Fäkalwitze und spielerisches rumblödeln miteinander durchlaufen. Sieh lachte viel in meiner Umgebung und über meine Statements zu Gott und der Welt. All diese Sachen zwischen Mann und Frau die man als Feinzeiger für Sympathie untereinander sehen kann. Seit Mai diesen Jahres ist mir klar geworden das ich mich schon längst in sie verschossen hatte obwohl ich dafür eigentlich vorher gar keine Antenne hatte. Sie hat mir in der Zeit bevor ich für mich wahrgenommen hatte wie es um mich geschehen war schon lange diese wirklich essentiellen Fragen gestellt die eine Frau einem Mann stellt wenn sie für sich anfängt auszuloten ob der Typ überhaupt in irgendeineiner Weiße für mich interessant ist, wie beispielsweise die Frage nach meiner Einstellung zu Kindern und ob ich einen generellen Kinderwunsch hätte etc. Ich würde zum jetztigen Zeitpunkt sagen daß ich vielleicht zu spät gemerkt habe dass ich da auf etwas einsteigen könnte was ein näheres kennenlernen zumindest einmal ermöglicht hätte.Bevor ihr jetzt anfangt zu schmunzeln und denkt man Junge selber schuld ,muss ich dazu sagen das in der Zeit meine Oma verstorben war und meine Mutter ein Quartal später einen Krankenhausmarathon hinter sich bringen musste. Kurzum: Ich hatte meinen Kopf in keinerlei Art frei. Letztlich habe ich mich entschlossen ihr meine Gefühlslage ehrlich und direkt zu sagen obwohl ich dadurch gefahrlaufen würde sie in eine Ecke zu drängen in die ich sie natürlich nicht drängen will. Es war mir aber wirklich nicht mehr möglich auf Arbeit zu funktionieren, einen klaren Kopf zu behalten, nicht permanent an sie denken zu müssen. Es ist mir auch nicht möglich sie zu meiden da wir die gesammte Dienstzeit zusammen sind. Ich kann es mir auf Arbeit nicht auf Dauer leisten abgelenkt zu sein da wir in einem Hochsicherheitsbereich arbeiten und jederzeit schwere Unfälle die Folge sein können. Das selbe Spiel ausserhalb unserer Dienstzeiten. Ich ging ins Bett, dachte an sie. Ich stand auf, dachte an sie. Ich dachte am Ende nur noch an sie. Ich habe mir erhofft dass ich durch klarstellen meiner Gefühle wieder langsam anfangen könne überhaupt normal zu funktionieren. Es ist natürlich so gekommen wie es kommen musste. Sie hat mir aufmerksam zugehört und ging in sich. Ich bin ja nicht mit der Erwartungshaltung ins Gespräch gegangen das sie meine Gefühle erwidern würde ( Ich wusste zu dem Zeitpunkt das sie einen Freund hatte der zu aller Überflüssigkeit auch noch hier bei uns in der Abteilung gearbeitet hat). Sondern mit der Annahme das es mir letztlich einfacher fallen würde die sache wie oben beschrieben langsam abzuarbeiten. Sie schlug mir Freundschaft vor und ich bejate dies. Ich habe ihr vorgeschlagen das wir zu Beginn ersteinmal kleine Brötchen backen und uns zu einem klassischen Filmchenabend doch bei mir oder ihr treffen könnten.
Das ganze findet dieses Wochenende statt,Freitag oder Samstag mal sehen. Hat deswegen so lange gedauert weil da ja immernoch 2 kinder im spiel sind und die zu jedem zeitpunkt planungstechnisch reinfunken, ist ja klar.
Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen an dem ich mir nicht sicher bin wie ich weiter verfahre, aber eine Lösung MUSS her. Ich bin realistisch genug um nicht blauäugig darauf zu hoffen das sich vielleicht irgendetwas positives zum Sachverhalt ergibt wenn ich bei ihr vorbeischneie. Ich habe noch vergessen zu erwähnen dass ich ehrlich und autonom genug bin um mir einzugestehen das ich keine Lust auf Freundschaft habe da ich definitiv mehr wollen würde als nur eine Freundschaft. Versteht mich nicht falsch, ich habe kein Problem mit Ablehnung und Zurückweisung ich weiß nur nicht genau ob das ganze der richtige Weg wäre um auch arbeitstechnisch wieder zu funktioneren und ein normalen Arbeitstag mit ihr haben zu können.Habt ihr Erfahrungen mit dem grossen "auf-Distanz-gehen-Schritt"? Gibt es Alternativen? Oder bin ich vielleicht bei irgendetwas viel zu pessimistisch oder ungeduldig?Übersehe ich vielleicht was?
Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und für eure Meinungen. LG JenoVa