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Unterschiedliches Nähe-Bedürfnis

S
@Nalf bin ganz deiner Meinung, mir scheint hier ein anders Problem noch viel existenzieller zu sein.
Zitat von anna-lena1:
„Mach doch dann Schluss.“

Sorry, wer beim ansprechen von Problemen so antwortet, der nimmt überhaupt nicht ernst, ihr habt überhaupt gar keine Augenhöhe, er glaubt er steht über dich.

Ich würde seinen "Ratschlag" trotzdem beherzigen und Schluss machen...

x 4 #16


Löwenzeh
Zitat von anna-lena1:
„Aber ich brauche es nicht, das ist dann wie ne Vergewaltigung“

Äh... Krasser Typ. Mit krassen Vergleichen. Klar, klar, jemand zu drücken, obwohl man nicht will ist wie ne Vergewaltigung.

Ganz ehrlich, meinem Mann würde ich was erzählen, eine Vergewaltigung für einen solchen Vergleich ranzuziehen.

Natürlich soll er nicht kuscheln, wenn er nicht will.
Eine Vergewaltigung ist dennoch was anderes. Und einen Mann mit dieser Art, ohne mich.

Da kann ich dir echt nur seine eigenen Worte ans Herz legen:

Zitat von anna-lena1:
„Mach doch dann Schluss.“


Denn

Zitat von anna-lena1:
Aber ich brauche es. Und genau da kommen wir nicht weiter.

Zitat von Nalf:
Wenn seine Art der Liebe ist, Dich zu überhören, sofort in die Defensive zu gehen, mit übertriebenen Vergleichen und Abstreiten Deiner Wahrnehmung Dich mundtot zu machen und Dich am Ende für Dein Aufmucken zu bestrafen bzw. innere Blockaden bei Kritik oder anderer Leute Bedürfnissen aufzubauen, dann wäre das kein Mann, mit dem ich mir eine Zukunft vorstellen möchte.


Am besten formuliert fand ich folgendes
Zitat von Nalf:
Du musst nicht neben Mr. Friß-oder-Stirb emotional verhungern.

Das isses.

Du verhungerst. Du leidest. Du weinst.
Und keiner da, der dich mal drückt.

Du hast gesagt, was Sache ist, was du fühlst und brauchst.Es ändert nichts.
Er ändert nichts.

Dann musst du es ändern, willst du glücklich sein.

x 3 #17


A


Unterschiedliches Nähe-Bedürfnis

x 3


Löwenzeh
Zitat von anna-lena1:
Sonst ist alles sehr schön in der Beziehung

Kannst du die schönen Dinge konkretisieren?
Gemeinsame Hobbies, Unternehmungen?
Teilt ihr die Hausarbeit fair auf?
Und das Geld?
Kannst du über andere Themen problemlos mit ihm sprechen?

x 3 #18


GreenTara
@anna-lena1
Er will es nicht, er kann es nicht, und er tut es nicht. Er spricht ganz klar aus, dass du dich trennen sollst, wenn es so für dich nicht passt.
Zitat von anna-lena1:
Und Schluss machen, weil er mich zu wenig kuschelt oder küsst ist irgendwie ein doofer Grund

Es ist im Gegenteil ein sehr guter Grund, sich zu trennen, wenn die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden (können). Körperliche Nähe und Intimität sind doch wesentlich für eine Beziehung.

Allein, wie extrem er auf das Ansprechen deiner Wünsche reagiert, zeigen ja sein Unbehagen. Er mag keine körperliche Nähe, und er kann nicht geben, was er nicht hat.

x 6 #19


btlwe.
@anna-lena1 Ganz einfach Punkt, ihr habt ein unterschiedliches NaheDistanzWahrnehmung, dies ist nicht diskutable, da man mit keinerlei tausenden Worten, die Gefühlsebene eines anderen Menschen beeinflussen kann. VERSUCHE MAL DIE WELT DURCH SEINE AUGEN ZU SEHEN. Vielleicht erzeugt es ihm Unbehagen, diese andere Art von Nähe zuzulassen. In "Beziehung" geht es tatsächlich nicht nur, um die eigene Gefühlswelt, sondern auch um die Akzeptanz der Gefühlswelt des anderen. Wenn man da keine Kompromiss findet, dann ist dies halt so und ich würde zb eine Freundin, welche die ganze Zeit Zungenküssen wollen würde auch zurüchweisen, da es eigentlich außergewöhnlichen Momenten vorbehalten sein sollte und vorallem auf Beidseitigkeit beruht. Du musst für dich klarmachen, ob dies wirklich so wichtig ist oder ob die Person ggüber im Vordergrund steht! Solche Nähe beruht nun mal auf gleichen Prämissen und wenn ich dies nicht akzeptieren mag, ist es aus meiner Sicht besser, zu verstehen, dass man in gewissen Punkten nicht zu 100% kompatible ist und jetzt ein großes Geheimnis: dies ist man NIE. Man wird immer etwas finden, wo man vermeintlich nicht zusammen passt. Beziehung ist ein Austausch von Werten, nicht den martiellen oder körperlichen, sondern den Werten, für die man so im Leben steht!

Ich zb könnte keine Beziehung mit jemand führen, welcher ein Couchpotate ist oder einer Person, welche 24/7 um mich rumhüpft oder ganz schrecklich, mit mir zusammenziehen will, da würde ich mich komplett eingeschränkt sowie eingeengt in meinem Lebem fühlen. Und wenn ich dies jetzt auf den Zeitgeist von Beziehungsnarrativ runterbreche, wäre ich schon mit 95% von potenziellen Partnerinnen inkompatible, dann rechneste noch drauf, wieviele kein Interesse an mir hätten, da die Mimik/Gestik oder der Geruch nicht passt und schon merkste, wie außergewöhnlich eigentlich die monogame Beziehung ist.

x 1 #20


Löwenzeh
@anna-lena1
Wahrscheinlich würde ich jeden erschlagen, der mir folgendes in meiner Herzschmerzsituation sagt.
Der Anonymität halber traue ich mich trotzdem, denn aus meiner Sicht ist es die reine Wahrheit:

Du machst gerade Erfahrungen.
Die machen wir alle unser Leben lang.
Und Scheitern gehört dazu. Vielmehr ist das Scheitern hier einfach die Erkenntnis: es passt nicht. Nicht genug.
Vielleicht lernst du auch noch was über dich, deine Bedürfnisse, Grenzen, Kommunikation.

Mit niemandem wird je alles passen.
Aber die Grundpfeiler, die müssen von Anfang an da sein: emotionaler Rückhalt, körperliche Nähe und Anziehung, ähnliche Werte und Glaube/Toleranz.

Ich hatte vier feste Beziehung.
Die erste war mit 18. Und zeigte mir, ich will keinen Partner mit eklatanten Altersunterschied. Und keinen Frührentner. Ohne Libido.

Der nächste war, Überraschung, in meinem Alter und ein fleißiger Arbeiter. Und mit genug Libido.
Aber an ihm störte mich seine soziale "Beschränkung", er hatte keine guten zwischenmenschlichen Antennen und ich schämte mich in Gruppen für sein "Nichts-Raffen", seine Art.
Aber ich hab ja gesagt, dass ich ihn liebe? Hat nie gestimmt, aber woher sollte ich es wissen, Liebe erfuhr ich erst beim Dritten.
Der zweite zeigte mir noch, dass ich es übel finde, hinterm Rücken der Freundin schlecht zu reden. Das gab mir den Mut, per SMS Schluss zu machen. Was ich auch übel finde, aber ich war zu feige für was anderes und wollte weg. Da war mir Anstand dann auch egal.

Der Dritte war meine erste Liebe.
Und erstmals zählte eine Beziehung Jahre und nicht Monate.
Er zeigte mir, dass unterschiedlicher Glaube nur mit viel Toleranz gehen kann; sein Missionieren-wollen hat mir viel Toleranz abverlangt. Er zeigte mir, dass man eine gemeinsame Sprachbasis braucht. Dass das Machtgefüge einer Beziehung stimmen muss. Und dass ich es liebe, wenn Männer von sich aus kochen und aufräumen (meine Wohnung) und beim Danke sagen : Warum bedankst du dich? Ich will es sauber, ich räume auf, mach ich nicht für dich.
Es zeigte mir, dass das Asylsystem im Ar.sch ist, Abschiebung wie ein Damoklesschwert über einer Beziehung hängt, ich mich nicht zu Kindern oder sonst was drängen lassen will. Dass ich keine Beziehung auf Distanz (räumlich) führen kann. Dass ich meinen Partner vor Ort und körperlich verfügbar will.

Entschuldige den langen Text. Vielleicht interessiert es dich.

Der Vierte ist mein Mann, ihn habe ich geheiratet. Und mit ihm habe ich ein Kind. Sechs Jahre sind wir zusammen.
Es ist nicht alles perfekt, aber die Summe aus all meinen Erfahrungen und somit die beste, längste, liebevollste, engste, vertrauteste und schönste Beziehung meines bisherigen Lebens.

Ich weiß nicht, ob wir uns ein Leben lang ertragen; hoffe schon aber habe auch wieder Erfahrungen gemacht, was ich nicht will. Aber diesmal wird auch nicht gleich weggelaufen.
Rückblickend war ich nämlich auch nicht immer so prall. Ich habe mich erfahren. Wie ich bin, was ich mache, was sich gut anfühlt und was schlecht.
Wer und wie ich sein will.

Wie es auch kommt, es wird gut.
Das will ich dir ans Herz legen.

x 4 #21


Jin
Wenn du mit der Situation nicht leben kannst, dass ist das durchaus ein legitimer Beendigungsgrund. Besser wird es nicht werden, das kann ich versprechen

x 1 #22


Laetitia2024
Zitat von anna-lena1:
Hallo Zusammen, es gibt eine Sache, die mich nun seit ein paar Wochen in meiner Beziehung beschäftigt und wegen der ich auch schon öfter paar ...

Er braucht eben nicht so viel Nähe und Zärtlichkeit wie du. Wenn dir das zu wenig ist, obwohl sonst alles passt, dann kann man das nicht ändern. Die Beziehung deswegen beenden, finde ich übertrieben.

#23


B
Ich erkenne mich in leichten Zügen in deinem Freund wieder, ich kann körperliche Nähe auch oft nicht so gut ab.
Ich kuschel gerne und würde mich bei weitem nicht so extrem einordnen wie deinen Freund, aber dennoch passt mir dann mal der Arm nicht, der Fuß nicht, dies nicht, jenes nicht.
Warum?
Ich habe mich nie damit befasst, wie man diese Überempfindlichkeit nennen mag oder was dahinter steckt. Ich habe keinen Autismus oder so, zumindest ist mir nichts bekannt.
Es sind sind auch immer die selben Berührungen, die ich nicht abkann, beispielsweise leichtes Streicheln der Hand. Dann lieber eine feste Berührung.
Ich kann da auch nicht mehr machen, als meinem Partner mitzuteilen was ich mag und was nicht, wenn man es täglich praktiziert ist es ja auch eine Gewohnheit und irgendwann keine übermäßige Vorsicht mehr.

Ich denke, mein Partner könnte sich auch „mehr“ vorstellen, mehr Initiative von mir aus, ich habe da nicht so das Verlangen, was mit ihm gar nichts zutun hat und, so empfinde ich es, unsere Beziehung auch nicht gefährdet weil wir uns täglich nah sind.

Ich möchte damit nur sagen, vielleicht lohnt es sich herauszufinden, ob er auch bestimmte Art von Berührungen grundsätzlich nicht mag. Vielleicht gibt es ein Muster, welches du noch nicht erkannt hast. Vielleicht kennt er es auch selbst noch nicht, aber wenn es ihm ernst ist es herauszufinden, könnte er ja mal drauf achten und vielleicht feststellen, oh, ich kann es einfach nicht ab, wenn etwas meine Armbeuge berührt. Irgendwie sowas.
Trotzdem würde ich ihn und seine Kommunikation mit Vorsicht genießen,
seine Wortwahl und Gleichgültig („Mach doch Schluss“) kann eigener Verzweiflung geschuldet sein, aber auch absoluter Gleichgültigkeit.

x 2 #24


Löwenzeh
Zitat von Laetitia2024:
Die Beziehung deswegen beenden, finde ich übertrieben.

Aber was stattdessen?
Lernen, still zu leiden und sich Kuschelfreundinnen zulegen, die trotzdem nicht das eigentliche Bedürfnis stillen?

Klar kann man nochmal reden, aber was soll er machen, wenn er es nicht mag?

In der Konstellation muss einer zurückstecken.
Was empfiehlst du?

x 2 #25


Plague
Sicher, dass der gute Mann nicht vielleicht im Grunde seines Herzens gleichgeschlechtlich ist und noch mit dem Coming out kämpft?

#26


Laetitia2024
Zitat von Löwenzeh:
Aber was stattdessen? Lernen, still zu leiden und sich Kuschelfreundinnen zulegen, die trotzdem nicht das eigentliche Bedürfnis stillen? Klar kann ...

Es weiterlaufen lassen und schauen, was passiert. Vielleicht auch die Hintergründe eroieren, weshalb der eine gar nicht so oft Nähe sucht, mehr auf Abstand geht und der andere so ein starkes Bedürfnis nach Nähe hat.

x 1 #27


Jin
Zitat von anna-lena1:
Die Antwort ist: Nein, ich kann nicht damit leben.

Hier klingt es aber nicht danach, dass sie das weiterlaufen lassen will. Und an der Stelle sollt man auch den Schlussstrich ziehen.

x 2 #28


DieSeherin
Zitat von Nalf:
Viel mehr als sein Distanzbedürfnis fällt mir aber seine mangelnde Bereitschaft, auf Deine Bedürfnisse einzugehen, auf.


hmmmm... seine art zu kommunizieren finde ich jetzt auch nicht sonderlich erwachsen, weiß aber natürlich nicht, ob er vielleicht schon zu tode genervt ist, weil das thema immer wieder hochkommt.

weißt du @anna-lena1 zwei beziehungen meiner tochter sind auch daran gescheitert, dass sie nicht so der körperliche mensch ist. sex findet sie großartig, kuscheln in kleiner dosis auch, aber eng aneinander geschmiegt einschlafen? händchen haltend durch die gegend laufen? das mag sie einfach nicht.

das blöde ist halt, dass dien freund genau das gleiche recht auf sein nicht-bedürfnis hat, wie du auf dein bedürfnis... und da gibt es keinen wirklichen kompromiss. für ihn wird sich das immer "erzwungen" anfühlen zu kuscheln wann immer du signale sendest, wie für dich "abweisend, wenn er weg rutscht.

x 2 #29


Blind-Meg
Zitat von Laetitia2024:
Es weiterlaufen lassen und schauen, was passiert. Vielleicht auch die Hintergründe eroieren, weshalb der eine gar nicht so oft Nähe sucht, mehr auf ...

Da würde ich mal sagen, der Hintergrund ist: weil das einfach so ist. Menschen ticken unterschiedlich und Bedürfnisse sind verschieden. Und selbst wenn man jetzt rausfinden würde, warum die Bedürfnisse sind wie sie sind, ändern sie sich doch dadurch nicht?! Was sollte das also bringen, da nach Gründen zu forschen?

Mein Partner mag es nicht, gestreichelt zu werden. Er kuschelt gern, aber streicheln mag er nicht. Das finde ich schade, aber akzeptiere es natürlich, denn ich liebe ihn so wie er ist und so wie er ist, passt er zu mir. Würde er kuscheln nicht mögen, könnte ich nicht mit ihm zusammen sein, denn dann würde er nicht zu mir passen.
Insofern finde ich es nicht "zu wenig", sich wegen so etwas zu trennen, denn so etwas wie Nähe- oder Kuschelbedürfnis ist elementar in einer Beziehung. Körperliche Nähe udn Zärtlichkeit gilt sogar als eine der 5 Liebessprachen, also eine Art, wie Menschen ihre Liebe ausdrücken und empfangen. Von einem Partne, der nicht gern kuschelt, würde ich mich nixht geliebt fühlen, denn körperliche Nähe ist neben dem verbalen Ausdruck meine hauptsächliche Liebessprache. Und eine Beziehung, in der man sich nicht geliebt fühlt, kann man ja nicht wollen und finde ich persönlich auch wertlos.
Ich habe mich in meiner Ehe auch (zum Schluss) nicht (mehr) geliebt gefühlt und das war sogar einer der Trennungsgründe.

@anna-lena1 , du solltest meiner Meinung nach gründlich überlegen, wie wichtig dir Kuscheln ist und ob du bereit bist, dauerhaft darauf zu verzichten bzw es nur in der Form zu bekommen, wie es aktuell ist. Denn dein Partner kann nichts dafür, dass er das nicht mag, und er sollte und wird es auch nicht ändern. Das kannst du nicht herbeireden und es ist auch kein "Fehler" von ihm. Wenn du von ihm forderst, er soll doch mal mehr kuscheln, könnte er genauso gut vön dir fordern, dass du bitte weniger kuscheln wollen sollst. Damit werdet ihr beide nicht glücklich.
Und wenn du zu dem Schluss kommst, dass kuscheln für dich elememtar ist und du nicht darauf verzichten willst, dann ist das ein legitimer Grund sich zu trennen und dann solltest du das auch tun.

#30


A


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