Zitat von DonaAmiga: Denn anders als sie, war ich trotz Ehestandes immer irgendwie mein eigener Mensch geblieben und hatte mich vor allem niemals von meinem Mann so abhängig gemacht, dass ich ohne ihn am Hungertuch hätte nagen müssen.
Prinzipiell ein vernünftiger Ansatz, bravo.
Aber wie schaut das für Paare aus, die beispielsweise eine große Familie gegründet, gemeinsam ein komplettes Unternehmen aufgebaut haben - oder gar beides?
Wenn ich Dich recht verstehe, stehen solche Lebensmodelle doch dann von vornherein außer Frage.
Zitat von DonaAmiga: Wichtig ist im Endeffekt jedoch weniger der Betrug als solcher, sondern der Umgang damit.
IMO ist es sogar mega-wichtig, den Grund herauszufinden, warum es zum Betrug kam - um sich dann für eine (von mehreren möglichen) Arten des Umgangs damit zu entscheiden.
So wie Du Deinen Ex schilderst, war er ein notorischer Fremdgänger, der diesbezüglich kein schlechtes Gewissen Dir gegenüber hatte. Also machte es auch Sinn, Dich konsequent und zügig von ihm zu lösen.
Doch nicht alle Betrüger ticken so. Gibt auch solche, bei denen der Groschen erst mit dem Auffliegen ihrer Affaire fällt und die dann nicht nur aufrichtige Reue empfinden, sondern auch bereit sind, einen Läuterungsprozess mitzumachen und ihre Hauptbeziehung neu aufzubauen.
Auch hier im Forum berichteten über die Jahre ehemals Betrogene davon, daß ihnen letzteres gelungen sei. Nachdem Menschen unterschiedlich und Paarbeziehungen entsprechend komplex sind, halte ich das a) für glaubhaft und b) für etwas, das akut Betroffene zumindest wissen lässt, daß es mehr als nur einen Weg geben könnte - falls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (was natürlich nicht immer der Fall ist, wie bei Deinem Ex wohl auch).
Wie man dann mit dem Betrug umgeht, wird in jedem Fall einzeln zu entscheiden sein. Am übelsten sind dabei IMO jene Fälle, wo der Betrüger dem Betrogenen selbst das einfach aus der Hand nimmt und ihn für die Affäre sitzenläßt.
IMO gibt es für nichts und niemand eine Garantie im Leben. Ich selbst habe übrigens zeitlebens nach finanzieller Unabhängigkeit gestrebt und sie auch erlangt. Dafür bin und bleibe ich dankbar. Doch ich akzeptiere auch andere Lebensmodelle, auch die Hausfrauenehe. Denn ich durfte im eigenen Elternhaus jahrzehntelang erleben, das auch sowas gut funktionieren kann - ganz ohne Betrug, Drama, etc.
Früher oder später zahlt man für alles im Leben (s)einen Preis. Die von Dir geschilderte Betrogene zahlt ihn schon heute - ich vielleicht in ein paar Jahren, sollte ich Mal im Pflegeheim einer Sister Rached ausgeliefert sein, ohne daß da noch Angehörige übriggeblieben sind, die ab und an nach dem Rechten gucken kommen.