Erstmal: ich glaube sagen zu können, dass niemand es hier böswillig oder -artig meint, wenn er Dich mit dem konfrontiert, was von außen betrachtet bei aller Erfahrung die Situation zu sein scheint. Wenn derbere Tonarten gewählt werden, dann sicher nur, um Dich aufzuwecken, um Dich vielleicht ein bisschen zu provozieren, zu rütteln und Deinen Kampfgeist (nicht für ihn sondern für Dich) zu wecken.
Zitat von ichduwir:Damit habe ich ihn vor Kurzem mehrfach konfrontiert - aber das hat er abgeblockt mit dem üblichen, dass ich nie Ruhe geben könnte und ich würde ihn zwingen vor mir davon zu laufen und mich zu blockieren, weil ich keine Ruhe gäbe. Habs dann noch 2-3x versucht, aber die Reaktion blieb dieselbe.
Du bist nicht abhängig von dem, wie er reagiert. Konfrontiere nicht ihn. Er wird immer das Gleiche machen, denn die Erfahrung lehrt ihn, dass er damit bei Dir durchkommt. Konfrontiere Dich selbst. Warum lässt Du das zu? Was ist Deine Erklärung dafür, warum Du seit 5 Jahren festhängst.
Hilfreich finde ich auch die Frage:
Wie möchte ich in einem Jahr leben? Wie soll es mir gehen? Was sollen die Rahmenbedingungen für mein Leben sein?
2. Schritt:
Ist das mit ihm realistisch?
3. Schritt:
Wenn nein, was ist die Alternative und was muss ICH dafür tun, damit ich mein Jahresziel erreiche und sich alles zum Besseren wendet? Also konkrete Punkte ausarbeiten! Und dann ran da!
Weißt Du, Männer mit Minderwertigkeitsgefühlen halten Frauen, die viel mehr auf dem Kasten haben als sie selbst (und wenn es das Einkommen betrifft), gern klein. Sie fühlen sich dann besser, aber das ist armselig. Es ist vollkommen unmännlich, unerwachsen und niederträchtig. In einer liebevollen Beziehung ist man in der Lage, sich den Erfolg gegenseitig zu gönnen.
Zitat von ichduwir:Er meinte daraufhin, dass er das ja nicht will und ich mich nicht erniedrigen müsste, sondern einfach mal normal sein (also Liebe, Ruhe, Zuneigung, etc.) - kann ich aber nicht mehr wirklich, also "normal" sein und hab ihm das auch gsagt und eben auf eine Entscheidung gedrängt (weils von meiner Seite aus keine Veränderung mehr geben wird, nur noch schlechter werden). Aber wie's aussieht muss ich sie selbst treffen, weil er auf seinem Standpunkt beharrt (ich müsse ihm mehr von dies und jenem geben, weil er in diesem Chaos - das ich veranstalte - nicht genug Sicherheit für eine Entscheidung hätte
Der Typ entscheidet also, was ein normales Verhalten für eine Frau ist, die mehr vom Leben will als die Brocken, die er zur Verfügung stellt. Warum entscheidest Du nicht, was normales Verhalten für einen Mann ist, der behauptet, eine Frau zu lieben? Warum entscheidest Du nicht, wie er Dich zu behandeln hat?
Zitat von ichduwir:Ich habe ihn erneut vor die Entscheidung gestellt weil ich im Grunde ja weiß, dass sie nicht für mich ausfallen wird.
Na, wenn Du das im Grunde doch weißt, ist doch eigentlich nichts logischer als Dir immer wieder vor dem geistigen Auge auszumalen, wie Du Deine Krone richtest und von dannen schreitest. Irgendwann wirst Du es in die Tat umsetzen, wenn Du es häufig genug visualisierst.
Zitat von ichduwir:Ich weiß auf viele dieser Fragen im Moment noch keine Antwort. Vermutlich gibt's auch keine
Doch die gibt es. Aber die Antworten liegen in Dir. Dort musst Du suchen und denen musst Du Dich stellen.
Noch etwas zu Deiner pragmatischen Mutter und den Freundinnen:
Manchmal ist es genau das, was man braucht, um seine Traumwelt zu verlassen. Als ich verlassen wollte, waren meine besten Freunde da. Wir haben nicht endlos über das Geschehene geredet, aber sie waren an meiner Seite, sie kümmerten sich um mich (nach einer OP), kochten, kauften ein und sorgten dafür, dass ich Gesellschaft hatte. Es muss nicht immer das 200ste Gespräch über das ewig gleiche Thema sein. Es kann auch hilfreich sein, wenn einfach jemand da ist.