Es tut sehr gut und weh, zu lesen, was Ihr mir alle schreibt! Nur diese Auseinandersetzung kann mich auf meinem Trippelschritt-Weg nach vorn bringen. Schnell geht hier gar nichts, dafür habe ich schon zu viele von diesen Trippelschrittchen nach vorn, zur Seite und zurück gemacht. Der Reihe nach:
Zitat von EchtJetzt:Ich finde seine "offenen Eingeständnisse" auch einen Weg,dir die komplette Verantwortung für dich und deine Gefühle zu übertragen.Du kannst nichts von ihm erwarten.
Das ist mir bewusst. Und wie hier schon so oft geschrieben, ich habe alleine nicht die Kraft, diese Verantwortung für mich wahrzunehmen. Deshalb bin ich in therapeutischer Behandlung, deshalb hole ich mir Eure Hilfe, deshalb mache ich parallel zu meinem verrückten Alltag stur weiter im Fotos und Mails von meinen Geräten wegspeichern, ausgedrucktes Zeug verbrennen (ich habe einen Kamin, der frisst alles), mein Umfeld sauber halten....es sind kleine Dinge, aber sie sind wichtig. Ich möchte doch die Kontrolle über mein Leben zurück.
Zitat von Hanne123:Er hatte Dich gewarnt, ganz offen gesagt, was er nicht kann oder nicht willens ist, zu geben/leisten, bei sich selber eine Persönlichkeitsstörung wie N und psychopathische Züge ganz offen zuzugeben, ist hier die Königsdisziplin. Denn spätesten mit diesem - von ihm ja sogar zugegebenen - Wissen, kann er sich auf immer und ewig aus der Verantwortung ziehen, denn: Er hat ja offen gesagt, dass er eine Störung hat. Der Rest: Dein Problem.
Eben. Es ist dennoch so, dass es mir irgendwie gut tut, keine Gespenster zu sehen. Was bin ich auch hier im Forum angegangen worden, "nun gleich" eine P.-Störung zu sehen....doch, ich bin ganz sicher, dass er eine hat und er weiß absolut nichts darüber, was ich in den letzten Wochen so recherchiert habe. Möglicherweise stimmt ja, dass er auch schon in Behandlung war, vielleicht hat ihm eine seiner vergangenen Partnerinnen, so viele waren es nicht, darüber was an den Kopf geknallt. Er ist nicht normal und psysisch nicht gesund, das weiß er und das weiß ich. Er versteckt seine Handlungen dahinter und lässt mich damit stehen. Ich muss also eine Entscheidung treffen.
Zitat von Hanne123:Also: Erinnere Dich mal bitte kurz an die Ortrere, die Du warst zu der Zeit, kurz bevor Du diesen Mann kennengelernt hast.
Hab ich auch schon mal beschrieben, oder? Ich war ein komplett verunsichertes Restchen meiner Selbst. Etwa 40 Jahre verlief mein Leben in perfekter Funktionalität. Ich war zufrieden und keine Störung hat mein selbstgebautes Epizentrum erschüttert. Bis ich mitbekam, dass mein Göttergatte ausschweifend doppellebte. Wir haben mehr als 2 Jahre versucht, mit Paartherapie und reden (recht einseitig), unsere Idylle zu retten. Als ich ihn fast auf frischer Tat erwischte, habe ich ihn rausgeworfen. Stand da mit wenig einträglichem Job, pubertierendem Kind, zu großem Haus, was mir nicht gehört, welches ich aber alleine mit sehr viel Herzblut renoviert hatte, während der EM die Kohle dafür verdient hat und geplatztem Lebensentwurf. Dann gab es noch einen riesigen Versicherungsschaden am Haus, das Auto ging kaputt, das Haustier wurde sehr krank, die vom funktionierenden Einzelkind verwöhnten Eltern machten ihrer Enttäuschung Luft...und dann kam der AM. Der Prinz auf dem weißen Pferd. Der er ja auch lange blieb....nee, Du, diese Ortrere, der das Leben auf den Kopf fiel, die will ich nicht zurück! Im Vergleich dazu habe ich mich rundum trotz der fürchterlich schmerzhaften Beziehungskiste bombig neu aufgestellt. Allein. Mit tollen Freunden. Da bin ich sehr stolz darauf!
Zitat von DieGute:Aber manchmal ist es auch so, dass man das nimmt, was da ist. Vielleicht weil man einfach sonst nichts hat. Dann ist man auch mit dem wenigen zufrieden.
Das trifft es schon eher. Darüber musste ich jetzt auch lange nachdenken und finde mich, vielleicht wegen s.o. sehr wieder. Ich bin nicht zum Alleinsein geschaffen, musste aber in den letzten Jahren alles allein machen. Und da war der AM sehr oft eine große Hilfe, handwerklich begabt und diesbezüglich immer einsatzbereit, geschäftlich agil, hat er auch mir eine Menge Aufträge vermittelt (nicht uneigennützig, nein, es passte ihm natürlich auch gerade immer, was ich mache) und er war ziemlich oft trügerischer Halt, wenn kein anderer Halt da war.
Zitat von Hanne123:Mal ein kleiner Tipp (wenn nicht gewünscht, ignorier es einfach): Wenn man tief, tief, tief in einer Abhängigkeit steckt, sieht man die Angelegenheit ja überhaupt nicht mehr neutral.
Da gebe ich Dir uneingeschränkt recht! Ich sehe es ja an einigen ähnlich unguten Beziehungskostruktionen meiner Freundinnen. Es scheint symptomatisch für die 2. Pupertät Anfang 50 zu sein, dass es entweder langweilige Ehen, zähneknirschendes Singledasein oder toxische Beziehungen gibt. Ich glaube, ich kenne in meinem Altersumfeld genau 2 glückliche Langzeitehen und null glückliche Singles. Vielleicht 3 neue Beziehungen mit Potential. Von außen gucke ich da genauso kritisch wie Ihr auf meine Abhängigkeit. Gut so! Bitte guckt weiter und sagt Eure Meinung. Alles, wirklich alles kann helfen. Manchmal ist es so ein kleiner Nebensatz, der wieder ein irritiertes Zwinkern auslöst.....
Zitat von bazinga:Der Verlierer bist du.