Zitat von Ortrere:Oh je, da zittert mein Wille jetzt schon ängstlich. Ich war leider noch nie gut im Entzug. Seit 20 Jahren überlege ich, mit dem Rauchen aufzuhören. Und Kippe immer wieder sehr rasch um. Ich bin so im allgemeinen keine schwache Frau, kriege viel gestemmt und habe Energie. Aber tue mich unglaublich schwer, loszulassen. Menschen, Abläufe, Bekanntes. Bei Dingen ist es einfach, bin eine rabiate Wegwerferin.
Wie kann ich mich für den nun anstehenden Entzug stärken?
Übrigens, Zig. wegwerfen oder alle machen hat bei mir auch nie geholfen, ich bin selbst mitten in der Nacht los, um meine Sucht zu bedienen, ein paar Stunden nach dem "endgültigen Rauchstopp".... wahrscheinlich ist dieser Hang zur Selbstüberlistung auch eine Ursache, überhaupt als Zweitfreundin verfügbar zu sein. So lange Zeit. Erstes Muster gefunden?
Hallo du Liebe, wie war deine Nacht?
Da sind wir uns recht ähnlich. Hab auch immer viel zu lange in blöden Situationen verharrt, obwohl mir diese offensichtlich nicht gut taten. Aber auch ich hänge sehr an den Menschen/Dingen und so ein Entzug ist die Hölle.
Ich muss sagen, mir hat - so sehr ich auch darunter leide - der Tod meines Pferdes
geholfen. Er war quasi mein Retter (also mein Pferd, nicht der Tod), das Allerliebste was ich auf dieser Erde hatte. Wir haten eine enorme Bindung, waren unzertrennlich und dass er plötzlich gehen musste hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Mit seinem Tod einher ging meine Trennung. Wir waren sehr lange zusammen und ich habe ihn sehr geliebt (und er mich) aber wir haben uns einfach unterschiedlich entwickelt und waren an einem Punkt wo wir einfach loslassen mussten. Liebe heißt auch loslassen, das war uns klar. Er hätte es wohl nie getan, daher hab ich die Reißleine gezogen.
Allerdings war auch das ein jahrelanger, zäher Kampf, bis ich an diesem Punkt war, denn wenn ich jemandem in meinem Herzen trage, dann... du weißt schon.
Diese beiden Ereignisse fanden innerhalb einer Woche statt und plötzlich war nichts mehr wie es war und es folgten viele Monate der kompletten Orientierungslosigkeit, Trauer, Wut.... Glaube ich habe die komplette bunte Palette an Emotionen durch. Sowas kennt ja wirklich jeder hier...
Letztlich war aber genau das was mich stark gemacht hat - und ich hab es durch diese Tiefschläge tatsächlich geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich hab mir immer wieder gesagt, dass nichts so schlimm sein kann wie der Weggang meines Pferdes und dass mich doch der Entzug von diesen blöden Fluppen nicht aus der Bahn werfen kann.
Und so war es auch. Ich habe lange gebraucht, aber es hat geklappt. Hab keinen Druck aufgebaut sondern quasi von Tag zu Tag gelebt - Rückschläge habe ich mir ebenfalls erlaubt und verziehen. Das war es wahrscheinlich. Heute frage ich mich ernsthaft wie ich mich so schwer tun konnte damit

Und so ging es mir auch mit einigen Menschen die in mein Leben traten und die ich wieder gehen lassen musste und wo mir dies Schmerzen verursacht hat.
Ich denke sich selbst zu verzeihen, Schwäche einzugestehen und sich mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen ist das Rezept für eine glückliche und zufriedene Zeit mit sich selbst.
Irgendwann kommt der Punkt an dem du feststellst, dass alles gut ist wie es ist und du stellst fest wer wichtig war, wer wichtig ist und wer immer wichtig sein wird in deinem Leben.
