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Verbogen bis kurz vorm Zerbrechen-der Schmerz bleibt

E-Claire

E-Claire

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Zitat von Ortrere:
Nachher treffe ich mich mit einer Freundin, die fast nichts aus dem Revival der letzten 7 Monate weiß. Sie wird auch nichts dazu erfahren. Aber ich muss mich wappnen, denn sie wird fragen. Wie komme ich da schnell und sauber drüber, ohne ein Gesicht wie 7 Jahre Nieselwetter zu machen?!


Es nicht zu erzählen, ist, wie bei jeder Sucht, das Einfallstor für den Rückfall. Es geht nicht darum, jedes einzelne Detail zu erzählen, aber die Karten auf den Tisch legen, schafft Erleichterung, weil wir erstens immer viel strenger zu uns selbst sind, als andere dies jemals vermögen und weil zweitens Scham dort gedeiht, wo kein Licht hinfällt.

Wichtiger aber noch, ist daß du von Deinem Entschluss erzählst, daß JETZT Veränderung stattfindet. Daß Du nicht an der Scham der letzten Monate festhältst, sondern Du Lob ob der letzten 18 Tage erfährst.

Und legst Du jetzt die Karten auf den Tisch erschwert das einen neuen Rückfall. Denn Deine jetzigen Worte sollen gelten!

14.03.2019 15:43 • x 4 #706


Anni73

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Zitat von Ortrere:
Nachher treffe ich mich mit einer Freundin, die fast nichts aus dem Revival der letzten 7 Monate weiß. Sie wird auch nichts dazu erfahren. Aber ich muss mich wappnen, denn sie wird fragen. Wie komme ich da schnell und sauber drüber, ohne ein Gesicht wie 7 Jahre Nieselwetter zu machen?!


Ich geb dir den Rat, erzähl es ihr! Sie ist deine Freundin und sollte auch für die Extrarunde Verständnis haben.
Ich habe dieses Thema bei meinen Freundinnen irgendwann auch ausgeblendet und einfach nicht mehr drüber gesprochen, weil es mir zum einen schon ganz lange Zeit so unglaublich peinlich war, dass ich mich einfach nicht von diesem Menschen lösen konnte und zum anderen wollte ich unsere Freundschaft nicht ständig mit meinen neuen Enttäuschungen mit diesem Mann belasten.
Nachdem ich dann im November den entgültigen Entschluss gefasst habe, den Kontakt ganz abzubrechen, habe ich meinen Freundinnen auch davon erzählt, was in den vergangenen Monaten abgegangen ist und es war sehr befreiend und was ganz wichtig für mich war....es war ein ganz großer Schritt in Richtung Entgültigkeit!

14.03.2019 16:57 • x 3 #707


Anni73

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Zitat von E-Claire:
Wichtiger aber noch, ist daß du von Deinem Entschluss erzählst, daß JETZT Veränderung stattfindet. Daß Du nicht an der Scham der letzten Monate festhältst, sondern Du Lob ob der letzten 18 Tage erfährst.

Und legst Du jetzt die Karten auf den Tisch erschwert das einen neuen Rückfall. Denn Deine jetzigen Worte sollen gelten!


Besser hätte ich es nicht in Worte fassen können! Meine Entschluss, dass mit diesem Martyrium jetzt Schluss ist, ganz offen vor meinen Freundinnen laut auszusprechen, hat mir viel mehr Sicherheit gegeben, auch bei diesem Entschluss zu bleiben.

14.03.2019 17:02 • x 2 #708


nennmichpaul

nennmichpaul

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Tja so sieht das jeder anders. Was bei mir vorgefallen ist habe ich nur meiner Familie erzählt. Die Reaktionen von den Aussenstehenden wollte ich mir erstmal ersparen. Und , ich brauchte garnichts erzählen, denn man hat es mir angesehen, das da was im Busch ist. 23 Jahre schüttelt nicht einfach so ab.

Ich leb hier mehr oder weniger auf dem Dorf und weiß wie schnell aus einem Toten zwanzig Tote werden (Stille Post). Sind die Wunden beider noch frisch, kann sowas schnell nach hinten losgehen.

Ich finde es sollte jeder so machen wie er es für richtig hält.

Gruß Paul

14.03.2019 17:44 • x 1 #709


Anni73

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Zitat von nennmichpaul:
Ich finde es sollte jeder so machen wie er es für richtig hält.


Da hast du natürlich Recht! Eine Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Da spielen sicherlich viele unterschiedliche Aspekte eine Rolle.

Wenn man lange verheiratet ist und in einem kleinen Dorf wohnt, hat man oft auch ein eng verknüpftes soziales Netz, was die Sache definitiv nicht erleichtert, wenn man zu viel Preis gibt.
In meinem Fall sind die Kontakte ganz klar getrennt und meine engsten Freundinnen gehen damit nicht von Haus zu Haus. Somit sind sie mir seit dem Kontaktabbruch immer eine gute Stütze, wenn ich an mir zweifele und mit meiner Offenheit hab ich mir selbst eine Grenze geschaffen, die ich nicht übertreten will.

14.03.2019 17:59 • x 1 #710


Ortrere

Ortrere


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Da habe ich mich für Außenstehende zu knapp ausgedrückt!
Auch ich habe zwei innige "beste" Freundinnen, die erstens alles wissen und mitgelitten haben und mir jetzt eine riesige Stütze sind. Da kann ich mich völlig fallenlassen, so wie das umgekehrt auch der Fall ist.
Dann gibt es noch Freundinnen, mit denen ich gern zusammen bin, aber nicht jede Intimität teile. Und etwas intimeres als meinen Schmerz zu Zeit kenne ich nicht.

Diese Freundin weiß von der Extrarunde seit Herbst, hat es immer deutlich missbilligt und ich habe ihr heute auf die erwartete Nachfrage nur gesagt, dass es keinen Kontakt mehr gibt. Sie hat noch gefragt, wie es mir damit geht, ich habe ihr ehrlich gesagt, nicht gut, sie hat das bedauert und dann war es auch durch. Wir haben andere Themen zusammen, die zwischen uns relevanter sind.

Es gibt noch mehr solche wichtigen Menschen in meinem Leben, mit denen ich einen "Ausschnitt" unserer Leben teile. Das hat seine Berechtigung und tut uns seit Jahren offenbar gegenseitig gut, stößt aber in solch extremen Phasen an manche Grenze. Dennoch möchte ich diese Menschen deswegen ja nicht aus meinem Leben heraushalten, momentan reduziere ich das Kontakthalten eben.

Ihr schreibt mir das ja auch immer wieder unermüdlich: es wird besser, es wird leichter und irgendwann ist es vorbei. Dann bin ich auch wieder mittendrin, jetzt nicht.

14.03.2019 18:10 • x 3 #711


Anni73

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Zitat von Ortrere:
Ihr schreibt mir das ja auch immer wieder unermüdlich: es wird besser, es wird leichter und irgendwann ist es vorbei. Dann bin ich auch wieder mittendrin, jetzt nicht.


Ja, das wird es auf jeden Fall!
Die Phasen schwanken anfangs noch stark und es wird auch sicherlich noch eine Weile dieses Auf und Ab weiter geben. Das ist auch immer noch bei mir so aber die schlechten Phasen werden inzwischen immer seltener.
Du sagst selber, dass es schon Tage gibt, wo du herzlich lachen kannst, woran du vielleicht vor drei Wochen noch nicht geglaubt hast. Achte auf die Kleinigkeiten im Leben, gönne dir mal einen Blumenstrauß oder eine Kosmetikbehandlung....fang klein an und steigere es dann. Tu dir selbst etwas gutes auch wenn dir gerade gar nicht danach ist. Die Tiefs gehören zur Verarbeitung dazu und es ist auch wichtig, sie zuzulassen aber man sollte nicht darin ausharren.

14.03.2019 18:53 • x 1 #712


Ortrere

Ortrere


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Zitat von Anni73:
Die Tiefs gehören zur Verarbeitung dazu und es ist auch wichtig, sie zuzulassen aber man sollte nicht darin ausharren.

Da ich zu Hause ja nicht rumweinen kann, wenn mein Kind da ist (eher selten, meistens nur zum Abendessen) und es bei der Arbeit oder in Terminen auch irgendwie unpassend wäre ;) plane ich Zeit zum Rauslassen der Trauer ein.
Sobald ich für etwas länger im Auto sitze, öffne ich meine Dämme, erlaube mir, die funktionierende Ortrere kurz mal zu vergessen und lasse meine Tränen einfach laufen, weine laut gegen meinen Schmerz an. Ich platze sonst, habe ständig Druck im Körper, bin so angespannt, aber nicht im aufmerksamen Sinne. Ganz im Gegenteil, vergesslich, fahrig, LMaA-Stimmung....diese Auszeiten im Auto helfen.
Heute allerdings konnte ich nicht aufhören, habe wilde Musik angestellt, Radio ausgemacht, Fenster auf, wegen Regen wieder zu...die Tränen liefen einfach weiter. Schätze, die Leute im Supermarkt haben gedacht, jemand sei verstorben. So fühle ich mich auch: in tiefer Trauer um etwas Gestorbenes.
Um das Glück, von dem ich nur kurz kosten konnte, bevor es sich in ein langes, quälendes Irgendwas verwandelt hat. Was sich immer wieder mal kurz in das bekannte Glück verwandelt hat, ohne jedoch zurück zu kommen.
Ich trauere eher um die enttäuschte, vergebliche Hoffnung auf die Rückkehr dieses Glücks. Vielleicht spielt der AM selbst dabei gar keine so große Rolle, aber all diese Gefühle sind nun mal an ihn als Person gebunden. Und deshalb denkt mein Ich, dass es den AM zurück will.
Ich muss mir beibringen, dass das Glück nur in mir liegen kann.

14.03.2019 19:37 • x 4 #713


Anni73

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Zitat von Ortrere:
Ich trauere eher um die enttäuschte, vergebliche Hoffnung auf die Rückkehr dieses Glücks. Vielleicht spielt der AM selbst dabei gar keine so große Rolle, aber all diese Gefühle sind nun mal an ihn als Person gebunden. Und deshalb denkt mein Ich, dass es den AM zurück will.
Ich muss mir beibringen, dass das Glück nur in mir liegen kann.


Wenn ich das lese treibt es auch mir für einen Moment wieder die Tränen in die Augen....die Hoffnung entgültig zu begraben tut so unglaublich weh.
Und der Wunsch diese Glücksmomente endlich in vollen Zügen genießen zu können ohne immer daran zu denken, wie lange das Glück wohl dieses Mal anhält, will einfach nicht enden.
Mir hilft es dann immer, an die Worte meiner Therapeutin zu denken......Dass es nicht der Mann ist, der fehlt, sondern dass was er in mir ausgelöst hat und das kann und werde ich auch bei jemand anderen finden und zwar in dem Umfang, der beiden gut tut.

14.03.2019 20:10 • x 2 #714


nennmichpaul

nennmichpaul

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@Anni73 Wenn man lange verheiratet ist und in einem kleinen Dorf wohnt, hat man oft auch ein eng verknüpftes soziales Netz, was die Sache definitiv nicht erleichtert, wenn man zu viel Preis gibt.

Genau das meine ich. Wieder schön falsch verstanden. Ich habe gesagt das ich mehr oder weniger auf einem Dorf lebe.
Ich rede von über 65.000 Einwohnern, ist das ein Dorf ? Sage 1 Toter danach 10. Falscher Hals.

Nix verstanden, egal 88.

14.03.2019 20:41 • #715


Anni73

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Zitat von nennmichpaul:
@Anni73 Wenn man lange verheiratet ist und in einem kleinen Dorf wohnt, hat man oft auch ein eng verknüpftes soziales Netz, was die Sache definitiv nicht erleichtert, wenn man zu viel Preis gibt.

Genau das meine ich. Wieder schön falsch verstanden. Ich habe gesagt das ich mehr oder weniger auf einem Dorf lebe.
Ich rede von über 65.000 Einwohnern, ist das ein Dorf ? Sage 1 Toter danach 10. Falscher Hals.

Nix verstanden, egal 88.

Wenn du willst, dass man dich versteht, dann sag es auch klar und deutlich und schreib dazu, dass dein mehr oder weniger Dorf 65000 Einwohner hat!

14.03.2019 21:03 • #716


nennmichpaul

nennmichpaul

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Ha, verstehen, das ist derKnaxus ;)

15.03.2019 07:01 • #717


Ortrere

Ortrere


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Zitat von Anni73:
Dass es nicht der Mann ist, der fehlt, sondern dass was er in mir ausgelöst hat und das kann und werde ich auch bei jemand anderen finden und zwar in dem Umfang, der beiden gut tut.

Da ist wunderbar in einen kurzen Satz gefasst, was ich gestern ausdrücken wollte. Danke dafür. Genauso ist es. Es fehlt diese Spannung, ob und wann er sich meldet, wann das nächste Treffen ist, wie wir das gestalten. Das Lösen dieser permanenten Spannung durch einen Anruf oder ein Treffen war so beglückend, dass ich oft gar nicht genau hingesehen habe, wie wenig Mühe sich der Mann gegeben hat, wie wenig er mich gesehen hat. Er hatte eine andere Art von Spannung zu lösen...

Heute habe ich wieder in anderen Threads geschmökert und kluge Hilfestellungen zu ähnlichen Situationen des Loslassens gefunden:
Zitat von KBR:
Wer hat nicht schon beharrlich darauf gepocht, dass jeder eine zweite Chance verdient, nur um sich nicht der eigenen Bedürftigkeit und dem, was sie mit einem macht, stellen zu müssen?

Immer wieder eine nächste Chance, die zuverlässig nach kurzer Zeit wieder gegen die Wand gefahren wurde. Um mit mehr Aufwand als vorher vom AM wieder herbeigeführt zu werden, nächste Chance, happy, Wand, Stille, kein Sorry, neuer Anlauf, Aufwand, Chance, happy.... ich habe es nicht gezählt, könnte ich aber anhand der Chats. Sinnlos. Ich weiß es ja. Meine eigene Bedürftigkeit, meine Angst, diese gestohlenen Stunden mit diesem Mann hergeben zu müssen für ein langweiliges Leben ohne diese Spannung. Ich glaube, @SweetSeduction hat das mal beschrieben: das Lieben eines solchen Menschen ist sehr aufregend. Durch das ständige hoch Fliegen und tief Stürzen spürst Du Dich vermeintlich ganz anders. Du glaubst, ohne das hoch Fliegen nicht mehr leben zu können und akzeptierst immer kürzere Zeiträume zwischen den tiefen Abstürzen. So kommst Du zur Sucht.

Zitat von KBR:
Für so eine Situation habe ich die Abgänge von Miss Piggy vor Augen. Umdrehen, Haare nach hinten werfen, gehen und nicht mehr umsehen. Dabei ist sch*ißegal, ob der Typ das mitbekommt oder nicht. Denn das macht man für sich. Den Rest macht man mit sich selber aus. Aber niemals versucht man, das zu klären und der Klärung hinterher zu laufen. Denn was kommt dabei heraus? Noch mehr Fragen und noch mehr Schmerz. Du erlebst es ja jetzt leider.

Für mich. Habe ich das noch nie gemacht. Sondern bisher immer, um die Aufmerksamkeit des AM neu zu binden.
Wie kann ich ein bisschen mehr Miss Piggy werden?

16.03.2019 00:13 • x 1 #718


leilani1801

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Zitat von Ortrere:
Wie kann ich ein bisschen mehr Miss Piggy werden?


Das geht nur über die Stärkung des eigenen Selbstwerts und die Kontrolle der eigenen Emotionen.

Was das Thema Emotionen anbelangt habe ich auch eine ganz anschauliche Geschichte mit meinem Ex, der gelogen hat bis sich die Balken bogen. Das habe ich allerdings erst im Laufe der Zeit richtig mitbekommen.

Fakt ist: ich wäre gar nicht mit ihm zusammen gekommen, wenn ich viele Aspekte seines Lebens gekannt hätte.Zentrales Thema war das innige Verhältnis zu seiner Ex, die schwer krank war und um die er sich gekümmert hat. Aber es war nicht nur das, mit der Zeit habe ich einfach gemerkt, dass er emotional noch vollkommen in der Beziehung mit ihr drinsteckt.

Zu Beginn der Beziehung hat er behauptet seit über einem halben Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben und froh wäre sie los zu sein etc.

Das alles stellte sich mit der Zeit als totale Lüge heraus und er hatte während unserer gesamten Beziehung heimlich regen Kontakt zu ihr.

Als ich mich einmal extrem darüber aufregte und ihm vorwarf, dass er mich in eine Beziehung reinmanipuliert hätte, die ich so gar nicht wollte und Vertrauen eben die Grundlage einer jeden Beziehung ist, schaute er mich mit großen Augen an und meinte nur: "Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte, dann wären wir nie zusammen gekommen. Hättest du das nicht traurig gefunden? Es war doch absehbar, dass meine Ex sterben wird."

Ich war dermaßen fassungslos über diese Aussage. Weil es ja im Grunde bedeutet: "ich war in dich verliebt und wollte die Beziehung unbedingt. Dafür war mir jedes Mittel recht."

Das heißt um Liebe geht es überhaupt nicht. Ein liebender Mann hätte erst die Ex beim Sterben begleitet und wäre dann unbelastet und ehrlich auf Partnersuche gegangen.

Es ging einzig und alleine darum, dass ER diese schönen Gefühle haben wollte, inwiefern er dadurch anderen schadet war ihm gleichgültig.

Was jetzt im Hinblick auf deine Situation bedeutet: du fandest den Mann unglaublich toll, warst sehr verliebt.Dies war dir so wichtig, dass du dein eigenes Wohlergehen, deine Gesundheit auf´s Spiel gesetzt hast.

Klar gibt es auch Affären, die nach langen Jahren tatsächlich zu einer Beziehung werden, aber ich denke, das sind Ausnahmen. Und vor allem - Menschen, die zu Lügengebäuden neigen, ändern sich in der Regel nicht. Das steckt in deren Wesen drin und in ihrem Wertesystem.

Deswegen ist es ja so wichtig diese zugegeben sehr starken Emotionen gerade in der ersten Zeit nicht zu ernst zu nehmen, denn man braucht einen klaren Blick auf einen neuen Menschen in seinem Leben, den man ja überhaupt nicht kennt.
Und wenn man merkt, der Herr ist leider doch eine Luftpumpe, dann hat man keine andere Wahl als sich zu verabschieden und den Liebeskummer durchzustehen. Oder man macht weiter, ist sich aber der Konsequenzen bewusst - dann gibt es aber auch keinen Grund sich zu beschweren.

Handlungen haben Konsequenzen, so ist es, ganz einfach.

Außerdem habe ich den Eindruck, dass viele Menschen in erster Linie über Liebesbeziehungen und allem was dazu gehört, Spannung in ihr Leben holen können.
Anstelle daran zu arbeiten wie man sein Leben spannend gestalten kann über Aktivitäten, Hobbies, Freundschaften, Projekte oder an der Verbesserung des eigenen Körpers, der Persönlichkeit.

Dh man macht sich sein eigenes Leben so schön, dass es überhaupt keine skurrilen Liebesdramen braucht, um seine Existenz spannend zu gestalten. Dann hat man für sowas nämlich weder die Zeit noch die Nerven. Und man muss immer klar vor Augen haben, dass es so viele Menschen gibt, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn sich einer als Niete herausstellt. Irgendwann kommt jemand anderes.

Sich mit Leuten zu beschäftigen, die einen nicht wertschätzen ist verschwendete Lebenszeit. Dein Leben ist begrenzt, höchstwahrscheinlich hast du nur eines.

Es ist deine Wahl, ob du es deinen Träumen und Vorstellungen entsprechend gestaltest oder dich wie ein Fähnchen im Wind von anderen manipulieren und von unsteten Emotionen bestimmen lässt.

16.03.2019 08:34 • x 1 #719


Ortrere

Ortrere


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Zitat von leilani1801:
Das geht nur über die Stärkung des eigenen Selbstwerts und die Kontrolle der eigenen Emotionen.

Ersterem stimme ich uneingeschränkt zu. Da mein SW bereits durch die Trennung von meinem EM kurz vor der Begegnung mit dem AM im Keller war, dann im Zuge der beglückenden Verliebtheit stieg, um dann umso tiefer abzusacken, je mehr verwirrende Situationen ich erlebte, habe ich diesbezüglich wohl ein ganz gutes Stück Pflege an mir selbst zu betreiben. Im Prinzip muss ich ja eingestehen, dass ich die kompletten letzten 7 Jahre sukzessive Selbst-Demontage betrieben habe bzw. zugelassen habe, mich nicht geschützt habe.
Das liegt u.a. auch daran, dass ich nie lernen musste, meine Emotionen zu kontrollieren. Mag sein, dass ich einfach viel Glück bis dahin hatte oder eben durch das vorhandene Selbstwertgefühl, gesundem Egoismus und guten, liebevollen und aufrechten Menschen in meinem Umfeld die Emotionen im genau richtigen Maß ausgelebt habe.
Durch das Auffliegen jahrelangen Doppellebens meines Ex-EM mit vielen verschiedenen Damen (noch nicht mal Affären) ist mir der Boden weggerutscht. Mit mehr als meinem Urvertrauen. Die komplette Basis, familiär, finanziell, Selbstvertrauen. Das war der Nährboden für das spezielle Wesen des AM.

Zitat von leilani1801:
Was jetzt im Hinblick auf deine Situation bedeutet: du fandest den Mann unglaublich toll, warst sehr verliebt.Dies war dir so wichtig, dass du dein eigenes Wohlergehen, deine Gesundheit auf´s Spiel gesetzt hast.

Genau. Ziemlich lange, denn ich wusste ja nach weniger als 1 Jahr, dass er die ganze Zeit eine LG hatte. Selbst wenn die Beteuerungen und Ankündigungen baldigster Trennung und gemeinsamer Zukunft eingetreten wären: noch 3 Jahre vorher, da bin ich ganz sicher, wären mir solche Visionen komplett egal gewesen, weil ich in dem Moment des Auffliegens derart entsetzt und beleidigt gewesen wäre, dass ich Miss-Piggy-mäßig abgerauscht wäre.

Zitat von leilani1801:
Außerdem habe ich den Eindruck, dass viele Menschen in erster Linie über Liebesbeziehungen und allem was dazu gehört, Spannung in ihr Leben holen können.
Anstelle daran zu arbeiten wie man sein Leben spannend gestalten kann über Aktivitäten, Hobbies, Freundschaften, Projekte oder an der Verbesserung des eigenen Körpers, der Persönlichkeit.

Zitat von leilani1801:
Sich mit Leuten zu beschäftigen, die einen nicht wertschätzen ist verschwendete Lebenszeit.

Da haben wir schon einmal darüber gesprochen und es wird auch nicht wahrer, je öfter Du es schreibst: Trifft. Nicht. Zu.
Diese Spannung in der Beziehung steht nur für sich. Mein Leben ansonsten ist total ausgefüllt und erfüllt, fröhlich und ja, spannend.
Es gibt keine "Leere", ja nicht einmal zeitlich gesehen, da ich ja die ganzen Jahre nur verhältnismäßig wenig Zeit für den AM brauchte. Momentan gibt es auch keine emotionale Leere, da ich, zwar langsam abnehmend, aber immer noch viel an dieser Beziehung herumdenke. Der AM und seine verheerenden Auswirkungen, genauso wie die Highlights und tollen Erlebnisse, beschäftigen meinen Kopf noch tagtäglich. Mal mit kaum auszuhaltender Sehnsucht nach den Gefühlen, die er ausgelöst hat, mal kritisch, mal wütend, oft traurig über die gestorbene Hoffnung.
Da die Gedanken täglich weniger werden, insgesamt auch weniger intensiv, glaube ich langsam ganz hoffnungsgrün, dass gar keine Leere entstehen muss. Ich bin happy, dass ich jede Woche meine Psychotherapeutin sehe, die mich zu mir lenkt und dass ich dieses Forum habe, wo ich Feedback zu meinen Gedanken bekomme und so viel Hilfestellung.
Das wird schon, heute ist Tag 20.

17.03.2019 14:11 • x 3 #720




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