Hallo Ihr lieben Helfer/innen! Nun ist es Zeit für ein Update. Alle hatten recht, ich auch...
Die Bemühungen des AM nahmen seit meinem letzten Eintrag wieder an Fahrt und Intensität auf. Es hat mir durchaus eine gewisse Befriedigung verschafft, der innere Abstand aber ist geblieben. Ich habe seit diesem beschriebenen Auseinandergehen nicht ein einziges Mal das Bedürfnis gehabt, mich ihm mitzuteilen, habe mich oft ertappt, wie ich dachte "was will der denn jetzt schon wieder?", aber ich bin meiner Eitelkeit insofern erlegen, dass ich den Kontakt nicht wieder abgebrochen habe. Wie es vernünftig gewesen wäre.
Sondern ich bin noch eitler auf den ultimativen Trick eingestiegen, der bereits zwei Mal funktioniert hat: ich habe mich in ein Projekt einbinden lassen! Es macht großen Spaß, ich liebe es, im Zuge dessen kam diese Woche noch ein Folgeprojekt eines Empfehlungskunden, das macht mich glücklich. Und reich

(nein, natürlich nicht, aber es ist guter Umsatz)
Ihr ahnt es: ja, auch inzwischen wieder drei Mal.
Ich bin nicht wirklich in Konflikt mit mir, da einerseits völlig hingerissen von den Stunden, in denen jeder so genau weiß, welche Knöpfchen zu drücken sind, mir zu holen, was ich körperlich toll finde...andererseits beinahe fassungslos über meine eigene Abgebrühtheit, diese Hingabe beiderseits mit dem letzten Typen auszuleben, der in Frage kommt und danach fröhlich pfeifend nach Hause zu fahren.
Als er beim 1. Mal ein Zimmer in dem Hotel gebucht hat, wo wir unsere letzte Nacht verbracht haben vor der KS, hatte das Symbolwert. Klar. Als ich mitten in der Nacht aufgestanden bin und gegangen und er komplett fassungslos war und meine Erklärung, dass ich die Nähe gemeinsamen Schlafens nicht mehr möchte, nicht verstanden hat, ebenfalls.
Der AM realisiert, dass ich ihm nicht mehr so ergeben bin und wird freier in seiner Kommunikation. Ich bekomme ziemlich klare Aussagen zu den vergangenen Jahren, die meine rosarote Brille dieser Zeit nachträglich zersplittern lassen. Ich war so blind. So gutgläubig. So sinnlos hoffnungsvoll. So emotional abhängig!
Und nun? Bin ich wohl "verdorben"

. Erfülle jedes Klischee der egoistischen geschiedenen mittelalten Frau ohne Moral, indem ich mir nehme, was mir nicht zusteht. Aber ich schäme mich nicht. In diesem Konstrukt war ich lange genug die Dulderin, vielleicht lebe ich gerade das Gegenteil, um ein bisschen "auszuwuchten", es geht mir jedenfalls weiterhin sehr gut.
Diese Bettgeschichte ist endlich, denn meine Liebe ist weg. Es entsteht keine innige Nähe mehr, seine Erzählungen langweilen mich. Er ist eine herrlich riechende, körperlich perfekt passende Hülle ohne Inhalt geworden. Oder war es immer schon.
Ich gebe mir keine Mühe mehr, seine Störung verstehen zu wollen, er bleibt so für immer, ich ziehe weiter.
Seit 3 Jahren genieße ich den Frühling zum ersten Mal wieder in vollen Zügen, unternehme viel, endlich auch wieder mit meinem Kind, zu dem sich die Beziehung enorm verbessert hat, seit ich locker lasse und zu mir finde, ich kann endlich wieder ganz und gar bei meinen Freunden sein, wenn wir zusammen sind, habe keine Gedankenschleifen und keine Trauer mehr. Sondern sehr viel Zuversicht, dieses letzte Stück der Bergkuppe demnächst zu überwinden und frei ins Leben zu schauen.
Verurteilt mich nicht, mein Verhalten trifft keinen Unbedarften!
PS: für das Projekt von ihm habe ich gestern die Schlussrechnung gestellt, sobald die bezahlt ist, hat er keinen (aktuellen) Grund mehr, sich dauernd zu melden. Von mir kommt ja sowieso nichts persönliches mehr. Schockierend für mich, dass mir das keinerlei Disziplin abfordert, ich habe einfach nichts mehr übrig, was ich ihm sagen möchte.
Gibt es hier noch jemanden, der diesen Zustand kennt, dass nach Ende einer Liebe noch bisschen 6 lief? Ist das der berühmte 6. mit dem Ex? Hatte ich vorher noch nie nicht!