Zitat von LisaMarie: Ich hab mir hier mal meine alten Beiträge durchgelesen
In der Vergangenheit leben, ist für Momente schön - aber für die gerade zu lebende Gegenwart, dient es nur als Erinnerungsstütze
Zitat von LisaMarie: Es drehte sich ja sehr um diese Heimweh Problematik und das er ja auch mehrmals sagte es würde ihm extrem schwer fallen wieder die Heimat zu verlassen. Einer von beiden hätte nunmal die Heimat verlassen müssen. Ein gutes Jahr vor der Trennung sagte er auch z.B. er würde aufjedenfall mit mir zusammen bleiben wenn ich von dort wäre. Und das sind alles Aussagen, die ich nie vergessen konnte.
Du misst dem Wort mehr bei, als es sich mit Tatsachen und Handlungen deckt.
Wenn du dein Heimatland verlassen hättest, zu ihm gegangen wärest - hätte es auch gut oder schlecht gehen können. Garantien gibt es nicht.
Zitat von LisaMarie: Es ist die Dramatik...was für ein Liebesbeweis und später ein Albtraum als er wieder ging.
Liebesbeweis?
Du beziehst sein Auslandstudium folglich auf Dich. Aber ob es so war?
Das würde ich nicht mit Blut unterschreiben.
Du warst damals jung, voll Romantik und Glaube an die "große" Liebe. Aber hinter seinem Hiersein, konnten profane und alltägliche Gründe stehen. Vielleicht meinte er es auch so, aber Menschen und Zeiten ändern sich.
- was hat Dich gehindert - ihm - den
selben Liebesbeweis zu erbringen?
Zitat von LisaMarie: Jetzt wo ich mich damit beschäftige erinnere ich mich wieder daran, dass es sich irgendwie so anfühlte, als ob es keine Lösung gab/gibt.
Manchmal gibt es keine Lösung, manchmal lässt man etwas gehen, trotz der starken Gefühle. Man wünscht ihm Glück und verzeiht sich, das man nicht mit konnte.
Zitat von LisaMarie: Beide Beziehungen waren irgendwie "toxisch", die Männer narzisstische Züge. Der erste bekam regelmäßig Wutattacken bei Kleinigkeiten, machte mich fertig, der zweite log immer wieder und war untreu. Dadurch erstrahlt natürlich die erste Liebe in noch hellerem Glanz. Macht den ersten Mann noch mehr zu etwas Besonderem.
So besonders war der nicht. Weil ständig On/Off.
er ebnete seinen Nachfolgern lediglich den Weg.
Siehe ->
Zitat von LisaMarie: Wie meinst du das? Ergründen was das on/off mit mir gemacht hat?
Hast du dich in die Problematik von On und Off eingelesen? Oder hast du es die letzten Jahre verdrängt?
" Eine On-Off-Beziehung mag sich zu Anfang sehr romantisch anfühlen: Da sind zwei Liebende, die können nicht miteinander, aber ohne einander können sie auch nicht.
Das klingt nach Heldenepos und ganz großem Kino, nach Leidenschaft, Tragik und tiefen Gefühlen. Tatsächlich wirken die dahinterliegenden Ursachen meist eher dämpfend als befeuernd auf die Liebe: Zu den häufigsten Gründen für eine On-Off-Beziehung zählen
Bindungsangst, Verlustangst, Entscheidungsschwäche sowie emotionale, soziale oder wirtschaftliche Abhängigkeit. Oft spielen auch Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften mit hinein, die man bei sich selbst ungern zugibt und auch am Partner nicht gern sieht, etwa
Bequemlichkeit, Verantwortungslosigkeit, mangelnder Respekt oder die Weigerung, erwachsen zu werden."
Zitat von LisaMarie: So als ob ich Schuld daran hatte, dass er sich eine Landsfrau suchte. Und dann taucht da wieder dieser Satz in mir auf, dass er meinte er wäre ja mit mir zusammen geblieben wäre ich von dort.
jaja, der Klassiker.
er konnte ja schon hier nicht mit dir zusammen sein - ohne Drama. Er wird sein Muster auch nicht in seiner Heimat ändern. Nur das du dort vermutlich noch demütiger und devoter werden würdest, damit er dich nicht, binnen Tagesfrist vor die Tür stellt.
Man immer Angst hat, etwas zu tun, zu sagen - was ihn in Rage bringt, es zu beenden. Obwohl er keine Gründe für braucht. Er ist Ursache und Wirkung - ausbaden tust du es - nun schon seit damals. Und die Nachfolger agierten ähnlich.
Lieber ne toxische Beziehung - als keine.
"Wer einen Partner sucht, wünscht sich einen Menschen, zu dem er sich bekennen und zugehörig fühlen kann. Selbst wer sich noch nicht fürs Leben binden will,
erhofft sich Halt und Harmonie in der Partnerschaft. Ob für einen Monat oder ein Jahr: Das Gefühl der Zweisamkeit ist wichtig, sonst braucht man von einer Beziehung gar nicht erst zu reden. Gerade das ist aber in der On-Off-Beziehung oft schon verschlissen. Mit der ersten Trennung hakt man die Idee des Zusammengehörens ab, mit der ersten Wiedervereinigung erklärt man die Trennung für einen Irrtum, und spätestens bei der zweiten Trennung schwingt im Abschiedsschmerz bereits eine gehörige Portion Absurdität mit.
Freundschaft, Liebe und Partnerschaft dürfen sich aber nicht absurd anfühlen. Sonst können sie eine ihrer vielen Aufgaben, nämlich Menschen von der Absurdität ungewollten Einzeldaseins zu erlösen, nicht mehr erfüllen. Aus diesem Grund ist eine langwierige On-Off-Beziehung für die meisten Betroffenen schwerer zu ertragen, als es ein Leben ohne den Partner wäre. Trotzdem kommen sie nicht von dem Unglückskonzept los: Das Drama ist zur Gewohnheit geworden, und dazu gehört auch das Verdrängen und Nicht-Verwirklichen von Vorstellungen, wie es stattdessen weitergehen könnte."
Ergründe, was sein Spiel mit dir gemacht hat - zur Not auch mit Profi Hilfe.
Deine erste große Liebe war dieses On/Off, dieses "Ich weiß genau, was ich nicht will - aber noch nicht genau - was ich will". Und er/ihr habt euch im Kreis gedreht, bei jeder Neuauflage von bereits schon durchlebten Handlungen. Und im Kreis kommt man nie ans Ziel. Erst, wenn man den Kreis verlässt, sich Zeit nimmt, alles genauer zu betrachten, dann lichtet sich der Nebel, der dieser ominösen Sache zugeschrieben wurde.
Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.