Zitat von thegirlnextdoor: Aber sie sagte ja, dass der Vorstoß zu heiraten sogar mehrmals von ihm kam. In Situationen wo es ihr gerade zuviel war.
Das macht es hier vielleicht etwas schwierig. Wenn es so massiv hin und her ging.
Wollte mich hierzu nochmal äußern.
Wir kommen beide aus traditionell eingestellten Familien. Er nochmal ein Stückchen mehr. Als ich damals - wie gesagt mittlerweile 8 Jahre her- ungeplant schwanger wurde, war das für uns beide erstmal ein Schock. Wenn es damals nach meinem Partner gegangen wäre, hätte ich heimlich Abtreiben sollen und wir hätten niemals jemandem davon erzählt. Mit der ungeplanten Schwangerschaft befanden wir uns, nach knapp 1,5 Jahren Beziehung, in unserer ersten großen Krise. Es war eine ziemlich chaotische und unschöne Zeit. Wir blieben zusammen und fanden uns da mehr oder weniger durch. Über viele Dinge die oder vor allem wie sie damals gelaufen sind, kann ich heute nur noch den Kopf schütteln. Aber so war das eben und bin froh das wir darüber hinaus wachsen konnten. Ich möchte da bewusst nicht näher darauf eingehen um nicht noch mehr Fläche zu bieten mich falsch zu verstehen.
Die Erwartungshaltung unserer Familien war nach Bekanntgabe meiner Schwangerschaft sehr klar. Wir hatten aber eben so unsere Start Schwierigkeiten.
Wie gesagt, an meinem ersten Muttertag kam dann sein Antrag. Unsere Beziehung hatte die Krise zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht überstanden, sondern wir waren da immer noch drin. Der Gedanke unter solchen Umständen zu heiraten erschien mir damals nicht richtig und es erweckte sehr stark den Eindruck als machte er mir den Antrag aus reinem Pflichtgefühl. (Hat er zwischenzeitlich in den letzten Monaten eingestanden, daß war eines dieser Gespräche in denen man richtig fühlen konnte wie er sich öffnet). Als es bei uns besser lief und wir uns mehr zu dritt als Familie gefunden hatten, gab es eben dieses Gespräch in dem ich ihm mitteilte wie ich den Antrag damals empfunden habe und das ich mir wünschen würde wir schaffen uns gemeinsam eine Erinnerung an dir wir gerne zurück denken und nicht an etwas denken müssen das aus Pflichtgefühl entstanden ist, weil andere das so erwartet haben.
Er stimmte damit überein. Zumindest sagte er das damals so. Ich ging also davon aus, dass wir beide einverstanden mit der Lösung sind.
Zeitsprung November 2022.
Mein errechneter Entbindung Termin war der 27.12. 22.
Mitte/eher Ende November ploppte von seiner Seite aus plötzlich die Aussage auf, dass er gerne noch heiraten möchte bevor unsere Tochter zur Welt kommt.
Ich weiß jetzt nicht wie viele Mütter hier anwesend sind und sich noch gut an die letzten Wochen ihrer Schwangerschaft(en) erinnern können. Jede Schwangerschaft ist natürlich nochmal anders. Ich jedenfalls war in den letzten 6 Wochen meiner Schwangerschaft weniger das hüpfende Reh und sehr viel mehr das watschelnde Walross. Körperlich war ich nicht fit und gedanklich schon im Kreißsaal, weil meine Ärztin uns prophezeite unsere Tochter wurde früher kommen. Das zum einen und zum anderen: Nennt mich eitel, aber ich rannte... Verzeichnung... watschelte die letzten Wochen hauptsächlich in Umstandsleggins und Schlabberlook rum. Ich hatte eine winzige Semi-schicke Bluse für Weihnachten. Kurzum tendenziell wollte ich in dem Zustand eher weniger im Standesamt stehen. Wobei auch das nicht der Hauptgrund ist.
Da wir unverheiratet sind musste mein Partner für beide Kinder eine Vaterschaftsanerkennung abgeben. Zusätzlich mussten wir zum Jugendamt, damit wir das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Wir haben mehrere Wochen auf den Termin gewartet. Dieser fand dann Anfang Dezember statt. Wir hatten gehofft, die Nachnahmen der Kinder auf seinen ändern zu lassen. Das wäre tatsächlich innerhalb 3 Wochen, vor der Geburt unserer Tochter möglich gewesen. Da gibt es eine spezielle Regelung. Ich rief also bei unserem Standesamt an (ist nebenbei die selbe Person bei der wir die Hochzeit hätten anmelden müssen) und wollte einen Termin zur Namensänderung. Wie sag ich das jetzt am besten, der Mann hat wohl für sich beschlossen vor seinem Urlaub so wenig Arbeit wie möglich anzunehmen. Er fragte ob es unsere gemeinsamen Kinder sind, was ich bestätigte. Danach fragte er ob wir vor haben irgendwann zu heiraten, auch das bestätigte ich ihm und für ihn war die Sache dann glasklar, denn wenn wir ohnehin Vorhaben zu heiraten bestehe keine Notwendigkeit jetzt noch vor den Feiertagen einen Termin zu vereinbaren. Nach der Hochzeit haben die Kinder schließlich sowieso den Nachnamen des Vaters. Zugegeben war ich da etwas überrascht und hab mich nach der Aussage recht schnell aus der Leitung werfen lassen.
Was ich damit sagen will, es geht mir nicht allein darum auf eventuell entstehenden Fotos hoch schwanger drauf zu sein. Ich war körperlich und gedanklich sowas von weit weg, ich wäre da organisatorisch zu nichts in der Lage gewesen und vor allem zweifle ich auch sehr stark an, dass wir so 3 Wochen vor den Weihnachtsferien bei den Behörden noch schnell irgendwelche Termine bekommen hätten. Zumal wir damals noch keine Dokumente (Auszug aus dem Geburtenregister) hatten, allein auf den haben wir letztes Jahr 2-3 Wochen warten müssen.
Also einigten wir uns Dezember 22 im Jahr 23 zu heiraten. Im Januar nach der Entbindung wurden die Pläne dann eben konkret besprochen.
Ich wollte das nur mal erwähnen, damit nicht der Eindruck entsteht ich beschließe aus Jux und Dollerei das gerade kein passender Moment zum heiraten ist.