Coder
Gast
Hier meine Geschichte:
Ich bin ein Mann, Anfang 50 und seit über 20 Jahren verheiratet.
Leider habe ich mich im Laufe der letzten 2-3 Jahre schleichend in eine 15 Jahre jüngere Arbeitskollegin verliebt. Wie das so ist, erst spricht man über berufliches, dann über privates, dann über sehr privates, man unternimmt auch mal was außerhalb der Arbeit miteinander, teilt Interessen und irgendwann merkte ich, wie ich eifersüchtig reagierte, wenn sie dies auch mit anderen Kollegen erlebte. Mir war immer klar, dass zwischen uns nichts passieren würde, einerseits weil ich viel zu alt bin und andererseits, weil ich meine Frau und mein Leben liebte und behalten wollte.
Meine Kollegin ließ sich von mir bei allem möglichen helfen, versuchte aber auch immer wieder das durch kleine Dankeschöns in Form einer Flasche Wein oder ähnlichem auszugleichen. Sie hielt mich körperlich die ganze Zeit auf Distanz, genoss aber anscheinend trotzdem meine Gesellschaft. Sie stellte mich vielen Ihrer Freunde und sogar Ihrer Familie vor. Ich versuchte während unserer gemeinsamen Freizeitaktivitäten mehrfach mit Ihr darüber zu reden um Klarheit in die Sache zu bringen, wurde aber von ihr jedesmal elegant ausgebremst. Für eine massive Ansage fehlte mir der Mut.
Ich dachte, wenn wir darüber reden verflüchtigt sich das ganze bei mir.
Vielleicht hätte das auch geklappt, ich werde es nicht mehr erfahren.
So wurden meine Gefühle im Laufe der Zeit immer stärker und stärker.
Und es kam wie es kommen musste: Im Spannungsfeld, zu Hause bei meiner Frau meine Gefühle verschleiern zu müssen (was immer schlechter gelang) und mit meinen Gefühlen alleine klarkommen zu müssen, schrieb ich ein Geständnis meiner Verliebtheit auf und schickte es meiner Kollegin per Chat.
Das war eine reine Verzweiflungstat.
Meine Kollegin nahm das ausgesprochen gelassen auf, sagt das es bei ihr nicht so sei und auch niemals so sein würde. Sie habe schon gemerkt, dass da von mir aus mehr wäre, aber das ist bei Ihr nicht so.
Was mich wirklich überraschte und auch wütend machte, war das sie es gewusst hatte. Sie hatte es gewusst und trotzdem weiterhin mit mir Ihre Freizeit verbracht und genossen.
Ich verstehe das nicht.
Eigentlich war ja mein Plan gewesen, mich von meiner Kollegin zu distanzieren und da mir außer der Wahrheit kein plausibler Grund einfiel ihr das zu erklären machte ich das Geständnis.
Mein Herz brach trotzdem.
Es folgten weiter 2-3 Wochen, in denen ich versuchte die Ablehnung wegzustecken. Von Distanz zu meiner Kollegin war nichts übrig geblieben. Sie besprach die Situation mit mir wann immer ich wollte; wir müssen ja in Zukunft auch noch zusammenarbeiten war ihr Tenor.
Dann hatten wir ein kleines Firmenevent und alles fühlte sich wieder einigermaßen normal an. Klar war ich immer noch verliebt und sie nicht, aber ich dachte, wir wissen das jetzt und das wird schon irgendwann aufhören. Für diesen einen Abend war alles gut.
Am nächsten Tag aßen wir zufällig nur zu zweit in der Kantine, wo sie mir auf wirklich seltsame Art eröffnete, dass sie jemanden neues habe. Ich war völlig getroffen, konnte mich für den Moment aber fangen. Später fragte ich nach ob ich Ihn kennen könnte und erfuhr, das es sich ebenfalls um einen Kollegen aus der Abteilung aber von einem anderen Standort handelte, der 15 Jahre jünger ist als sie.
Mein Herz brach erneut.
Ich konnte nun nicht mehr so tun, als wäre alles ok. Meine Frau ahnte lange, dass etwas nicht in Ordnung ist und sie wusste eigentlich auch genau was.
Häppchenweise erklärte ich ihr was bei mir los war und warum ich die ganzen Monate schon so traurig bin.
Jetzt sitzen wir in unserem Scherbenhaufen und versuchen uns wieder zusammenzuraufen und unser gemeinsames Leben zurückzubekommen, ich mit meinem Berg an Gefühlen für eine andere Frau, sie mit ihrer ganzen Verzweifelung.
Ich hab jetzt zunächst einmal alle Kontaktstellen, die über mein Arbeitsleben hinausgehen zu der Kollegin gekappt. Habe mein Smartphone von der Telefonliste, über Kontakte über Chats vollständig bereinigt.
Situationsbedingt werde ich meine Kollegin im normalen Arbeitsablauf in 14 Tagen wiedersehen und ich hoffe so sehr, dass ich bis dahin schon was für mich und für meine Frau erreicht habe.
Ich habe mir vorgenommen mit ihr nur noch auf der Sachebene zu sprechen und mir jegliches privates Wort zu sparen.
Eigentlich will ich meine Kollegin nie wieder sehen. Ich werde immer wütender, je mehr ich darüber nachdenke. Und trotzdem mach mich mein Kopfkino, meine Eifersucht, meine Leidenschaft, mein Verlangen fertig.
Gibt's irgendwen mit Erfahrung in solch einer Situation? Ich bin für jedes Wort dankbar.
