Ehemaliger User
Gast
ich habe dieses Forum entdeckt, in einer Situation, in der es mir ähnlich wie vielen von Euch - den Lesern/Leserinnen - geht.
Vielleicht darf ich meine Geschichte erzählen. Meine Frau hat sich von mir getrennt. Wir haben uns 1992 kennengelernt, relativ jung, 1995 sind wir zusammengezogen, 1997 haben wir geheiratet, 2002 kam meine süsse Tochter auf die Welt - und jetzt: AUS
Sie hat kein Gefühl mehr für mich, welches geeignet wäre eine tragfähige Basis für eine Ehe zu sein und sie will definitiv die Trennung. Am liebsten wäre es ihr, wenn ich ausziehe.
Ich bin verletzt, wütend, traurig, verzweifelt, die ganze Palette der Gefühle, ich fühle mich ungerecht behandelt, mißachtet, etc. Ich habe wohl gemerkt, dass wir Schwieigkeiten in unserer Ehe hatten, aber für mich gabe es ein Übermorgen. Ich war gerade daran an mir zu arbeiten. Ich habe eine Angsterkrankung, d.h. Panikattacken, etc, nicht so wichtig in diesem Kontext, aber diese Krankheit hat mir das Leben sehr erschwert und mich auf mich selbst fixieren lassen. Ich musste um alles kämpfen. hinzu kommt, dass ich Anfang 2002 als Anwalt zu arbeiten angefangen habe - ein Job den meine Frau von Anbeginn an nicht gemocht hat. Aber ich hatte Furcht nichts anderes zu finden - bei der heutigen Arbeitsmarktsituation, und ich wollte doch Geld für meine Familie verdienen. Ich musste und muss viel arbeiten, das kostet Kraft und Energie, eine Stellung in der Berufswelt finden, mit der Überforderung zu kämpfen, wissend dass ein Konkurrenzdruck und Leistungsdruck herrscht. Zwischenzeitlich weiss ich dass sie bei meiner Kanzlei recht zufrieden mit mir sind. Dies macht mich schon etwas stolz. Aber meine Frau hat mir kaum Rückhalt gegeben. Vielmehr hat sie sich seit 18 Monaten auf ihre Mutterrolle konzentriert. Ihr Studium aufgrund dieser Rolle vernachlässigt, mir keine Perspektive gezeigt, wie sie sich das Leben mit mir und meiner Tochter vorstellt. Und deswegen war ich frustriert und unzufrieden. Sie sagt, sie kann sich nicht ändern, wo ich mich doch verändert habe, auf dem Weg bin - sicherlich für mich aber auch für meine Familie.
Ich fühle mich so ausgenutzt, wir sind gerade erst vor 2 Monaten umgezogen in eine schöne grosse Wohnung, ich fühle mich zum ersten Mal richtig wohl in dem Stadtviertel in der Wohnung. Ich habe Geld und Arbeit reingesteckt, ich wollte es uns schön machen. Mein Gott wir haben noch extra eine 2x2,20 Matratze gekauft. Und haben jetzt entsprechend Schulden, dies alles bei nur einem Gehalt, das sicherlich nicht schlöecht ist, aber in München schon die untere Grenze bildet. Andere konnten sich immer einen Urlaub leisten, Essen gehen, etc. Ich habe immer verzichtet und war entsprechend neidisch - ein ungutes Gefühl, ich arbeite daran, aber sie macht es mir nur zum Vorwurf. Sie hat viele neue Freunde gewonnen, alleinerziehende Leute, glückliche Leute, Beziehungen, ohne mich teilhaben zu lassen. Ich konnte auch nicht so sehr wie ich wollte aus Überforderung. Ihre Aufgabe bestand darin, unter der Woche auf den Spielplatz zu gehen, und sich mit Freundinnen mit anderen kleinen Kindern zu treffen. Ich habe dies respektiert, auch wenn ich es ihr nicht so gezeigt habe. Aber ich hätte mir gewünscht, mehr Rückhalt für mich zu bekommen. Anerkennung und Liebe. Zärtlichkeit. Und da war schon lange nichts mehr, wenn ich es so recht bedenke. Und wäre sie mir nur etwas entgegengekommen, dieses klassische Thema des Hemden bügelns oder Aufräumens, Verantwortung übernehmen für ihren Bereich. Aber sie war anfangs auch überfordert - und sie hat sich das Recht genommen sich weiter zu entwickeln und mich links liegen zu lassen. Wir haben uns auseinandergelebt, sagt sie, aber sie hat mich doch gar nicht an ihrem Leben teilhaben lassen. Es gab von ihrer Seite kaum mehr ein UNS nur mehr ein ICH. Das hat mich gekränkt. Wünsche von mir waren wertlos, aber ich Depp habe ihr versucht alles zu ermöglichen. Eine zweite Wickelkommode wegen Rückenschmerzen, ein toller teurer Kinderwagen, in der neuen Wohnung eine Geschirrspülmaschine, ein neuer Herd, sogar neue Sanitäreinrichtungen, weil es sie vor den Vormietern so geekelt hat (gut sie hat es sich zwar durch ihre Eltern bezahlen lassen, aber ich habe alles besorgt und organisiert). Und für den Umzug habe ich zwei Wochen Urlaub genommen - von meinem Erholungsurlaub, wer arbeitet, weiss was es bedeutet, keine Erholung zu haben. Und eigentlich hat sie mich nur angepflaumt, weil ich krank wurde während des Urlaubes. Ich habe die ganze alte Wohnung mit meinen Eltern renoviert - ihr Anteil daran war eher bescheiden, sie musste ja für meine Tochter da sein. Diese übermäßige Fixierung auf das Kind - sie hat sich sehr verändert, und das sage nicht nur ich. Und ihre Freunde sagen ihr natürlich nichts zu diesen Aspekten, dass sie sich vielleicht unfair verhält, est ist einfach so - und das macht mich wütend . Eine Katastrophe verursachen und gleichzeitig sich gut fühlen, lachen am Telefon, und ich könnte die ganze Zeit nur heulen.
Ach ja ich fühle mich auch ausgenutz, sie hatte am Anfang unserer Beziehung eine Bulimie (Essstörung), dies haben wir gemeinsam durchgetragen, durchgestanden. Natürlich hat sie selbst die Heilung bewirkt, aber ich bin zu ihr gestanden, habe ihr den Rücken gestärkt. Und habe auf vieles verzichtet.
Und jetzt kommt es bei mir so an, dass ich, der ich auf dem Weg bin, eiskalt, jawohl eiskalt abserviert werde - denn bei mir ist die Basis für eine Ehe noch vorhanden.
Sie will dass ich die Wohnung verlasse, sie will eine gütliche Trennung, und gleichzeitig Unterhalt. Was ja grundsätzlich auch ok ist, aber sie geht wie selbstverständlich davon aus, dass sie Unterhalt auf lange Zeit bekommt, dass sie ihr Studium wie selbstverständlich beendet, eine Kinderfrau hat, die sie bezüglich der Zeit des Lernens entlastet, notfalls bekommt sie eben Sozialhilfe, sagt sie. Mich kränkt das zutiefst - sie partizipiert von einem Job, den sie nie akzeptiert hat, sie nicht keinerlei Einschränkungen in ihrer Lebensplanung hin - und ich komme zu kurz, da ich nichts planen kann - arbeiten, keine Perspektive, mit wenig Geld leben müssen, verbannt aus der schönen Wohnung.
Ich fühle mich wie Tod und weiss nicht wie es weitergehen soll. Sie ist so kalt und abstossend - sie sagt dass sie klar ist, bei mir kommt es aber nur als Kälte an. Sie sagt, sie mag mich noch, sie möchte mich als Freund behalten, als Vater unserer Tochter. Ok, welche Farce, erst alles kaputt treten und dann sowas. Sie sagt in der neuen Wohnung habe sie nochmal alles für unsere Beziehung getan - andererseits hat sie aber bereits seit 18 Monaten kein Gefühl mehr für mich - sie hat mich ausgenutzt. Um alles verwaltungstechnische habe ich mich gekümmert, Rente, etc. weil sie einfach überfordert war - ich habe ihr gesagt, ....... mach das das ist wichtig für dich für deine Zukunft. Sie war überfordert.
Und jetzt zieht sie ihr Ding durch.
Ich fühle mich benutzt.
Vielen Dank fürs Lesen, bis hierhin. Vielleicht hat jemand Gedanken für mich, Anregungen, ach ja ich komme aus München.
Viele Grüsse,
Fate