BleibPositiv
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Ich dachte, nun schreibe ich auch meine Geschichte.
Es hat alles angefangen im November letztes Jahr. Wir waren mit unserem Sohn (jetzt 10) verreist. Und da, habe ich gemerkt, dass es etwas nicht stimmt. Er (jetzt 34) war sehr genervt, distanziert, lustlos. Ich ( jetzt 36) habe ihn natürlich darauf angesprochen. Er wollte erstmal nichts zugeben, danach meinte er, es ist kompliziert, reden wir zu Hause. Ich dachte, er hat Probleme in der Arbeit. Er hat damals vor kurzem sein Job gewechselt und war unzufrieden. Er hat nicht das gekriegt, was ihm versprochen wurde und das hat ihn sehr gestört. Kurz vor unserer Reise hat er aber ein Projekt gekriegt, was mit vielen Dienstreisen verbunden ist. Er war eigentlich zufrieden. Aber ich dachte vielleicht doch nicht.
Zu Hause angekommen, habe ich ihn noch mal konfrontiert. Was da rauskam, war für mich einfach unvorstellbar. Er weiß nicht, ob er mich noch liebt, wir sind eigentlich wie Bruder und Schwester geworden. Er hat so ein komisches Gefühl, er weiß nicht, was er will, er ist aber unzufrieden. Nein, es gibt keine andere, nein es hat nichts mit mir zu tun. Auf meine Frage, was nun, ob er sich trennen will, meinte er, lass uns Paartherapie machen. Ich durfte auch niemanden erzählen, dass bei uns, was nicht stimmt. Wochenlang war er weg, am Wochenende kam er und wir spielten Familie. Und wir hatten keinen 6, er meinte, er möchte nachdenken. Bei der Paartherapie die gleiche Geschichte. Nein, es gibt keine andere, nein, ich weiß nicht, was ich will, nein, ich weiß nicht, ob sie für mich eine Frau oder eine Schwester ist. Nach der 2. Sitzung konnte ich nicht mehr und sagte ich kann nicht so weiter. Dann trennen wir uns lieber. Er wollte das aber nicht wirklich. Die Psychologin meinte, wir brauchen Abstand, um nachzudenken, am besten verbringen wir Feiertage getrennt. Ich fliege mit meinem Sohn zu meiner Schwester, er zu seiner Mama.
Über Feiertagen hatten wir kaum Kontakt. Er ist doch zu Hause geblieben und nicht zu seiner Mutter. Er meinte, er wollte Ruhe, hatte genug von Reisen.
Im Januar hat er uns dann am Flughafen abgeholt. Und es war alles wie früher. Wir haben gelacht, geredet, Pläne für dieses Jahr gemacht. Ich dachte, wir haben es geschafft, er hat es verstanden, wie wichtig wir für ihn sind.
Am nächsten Tag habe ich zufällig erfahren, er hat die Feiertage mit einer anderen verbracht. Ich habe ihn gebeten, seine Sachen zu nehmen und zu gehen. Er ist zu ihr gegangen.
Nach einer Woche, hatten wir noch unsere letzte Sitzung. Da hat er mir erzählt, wie erleichtert und beflügelt er sich jetzt fühlt. Ich hätte ihn in unserer Beziehung gebremst, er müsste so viel um uns kümmern, dass er nichts erreicht hat, was er wollte. Jetzt kann er endlich anfangen zu leben. Er wäre die letzten 5 Jahre schon unzufrieden und hat über eine Trennung nachgedacht (wir sind erst seit 5 Jahren verheiratet). Er will definitiv Trennung. Die andere hat mit der Trennung nichts zu tun. Das ist nur Freundschaft +. Er ist ein Mann und es ist so ergeben.
Nach dieser Sitzung habe ich kaum Kontakt zu ihm. Er zahlt Unterhalt für mich und meinen Sohn, sieht ihn jedes zweites Wochenende. Ich schreibe mit ihm nur wenn es sein muss. Er ist im Juli (vielleicht aber auch früher) mit seiner Freundschaft + zusammengezogen.
Und ich bin jetzt hier, total verletzt und fassungslos. Wie kann ein Mensch, der behauptet, du bist der wichtigste und näherste Mensch für ihn, einem so antun. Wie kann er zusehen, wie du leidest und weiter lügen.