brokenhearts
Gast
auch ich habe dieses Forum gefunden und möchte hier über mein Leben berichten.
Es hat alles so schön vor 30 Jahren angefangen. Jung, echte Liebe, Hochzeit. obwohl eine Sache muss ich hier erwähnen.
Nachdem er mir den Heiratsantrag gemacht hatte, wollten wir uns beim Standesamt vorstellen um einen Termin für die standesamtliche Trauung zu vereinbaren. An diesem Tag bin ich wach geworden aber die Müdigkeit war noch da. Habe nur leise gesagt: Vielleicht gehen wir doch lieber erst in einer Woche uns anmelden? Habe mir nichts dabei gedacht, dass war halt nur ein Vorschlag. Daraufhin ist er ausgerastet, tobte wie ein wildes Tier, hat mich auf den Boden geschubst und 2-mal getreten.
Nach solchem Ausraster würden wahrscheinlich 99% der Frauen einen Rückzieher machen und alles absagen. Ich gehöre zu dem 1% der geblieben ist. Es war meinerseits Liebe und ich habe ihm irgendwann verziehen. Niemand weiß davon außer meiner Mutter. Diese hat das erst vor einigen Jahren erfahren. Danach folgte Hochzeit und ich war wieder glücklich.
In der Ehe gab es mindestens 2 Vergewaltigungen, wenn ich aus irgendeinem Grund nicht wollte.
Irgendwann kam der Kinderwunsch. Nach zahlreichen Terminen bei den Kinderwunsch- Spezialisten die erschütternde Diagnose. Seine Spermien bewegen sich überhaupt nicht. Dafür gab es bei mir zahlreiche Eier. So um die 7 waren jedes Mal beim Ultraschall zu sehen.
Mit 40 habe ich mich für einen Samenspender entscheiden. In der Kinderwunsch-Praxis hatte ich 6 Insemination Versuche zur Verfügung. 3 habe ich ausgehalten. Mein Mann hat mich jedes Mal abgeholt mit solchem Gesichtsausdruck. erschreckend. Nach 3 Versuchen habe ich das ganze abgebrochen. Meine Seele war krank. Erst vor ungefähr 2 Jahren sagte er zu mir, dass er sich freute, dass die Befruchtung damals nicht geklappt hatte. Er hätte nämlich keine Lust, ein *beep* zu ernähren.
Beruflich habe ich eine Karriere gemacht aber es war mir immer noch nicht genug. Ich träumte von Selbständigkeit. Irgendwann habe ich den Job nach 20 Jahren verloren und beschäftigte mich mit Immobilien. Hier war ich ziemlich erfolgreich. Danach fing es an in der Beziehung richtig zu kriseln. Bei den Freunden und Familie hat er mich immer kleiner gemacht, mit Nichts und Hausfrau verglichen. Letztes Jahr im Dezember ist er wirklich ausgerastet und hat mit mir einfach Schluss gemacht. Es folgten 3 Monate Demütigungen, Schweigen, Stille, Verachtung.
Dazu muss ich sagen, dass mit uns meine 83-jährige Mutter lebt. Diese hat er einfach vor 3 Jahren am 2 Weihnachtstag aus dem Haus rausgeschmissen. Meine Mutter hat das Ganze nicht verarbeiten können und ist mehrfach im Haus umgefallen. Hat 10 Kilo abgenommen und wurde sehr still, litt an einer Depression. Seit 3 Jahren sprechen sie kein Wort miteinander, obwohl wir weiterhin zusammenleben.
Im Februar kam er aus dem Urlaub zurück und ist ohnmächtig geworden. Für mich war er für einige Minuten klinisch Tod. Ich habe schnell den Krankenwagen gerufen und meine Mutter hat ihm Herzmassage gemacht. Es folgte Krankenhausaufenthalt und Versöhnung.
Bei meiner Mutter hat er sich nie bedankt und ignoriert sie weiterhin.
Im April hat er wieder zu mir gesagt: Wenn Du keinen Geburtstag feiern willst dann trennen wir uns Und ich habe gefeiert. Diese Drohungen hörte ich alle paar Tage. Im Urlaub dieses Jahrs im Sommer hat er mich gezwungen in den Bergen auf ca. 2000 Meter zu wandern, obwohl ich an Höhenangst leide. Ich hatte panische Angst. Da ist er wieder ausgerastet und sagte Geh! Schau dich an, wie du aussiehst Dabei habe ich seit 25 Jahren um die 10 kg zugenommen. Bei 170 wiege ich jetzt 68 kg. Das geht noch. Wir kamen aus dem Urlaub zurück und er hat wieder angefangen, mit mir nicht zu sprechen. Fährt überall alleine, ist sehr abweisend nach dem Motto, wir sind nicht mehr zusammen. Er hat alle Sachen aufgeteilt und wir warten halt bis wir unsere Immobilie verkauft haben.
Ehrlich gesagt ich bin seelisch total krank, habe Fresssucht bekommen und kann das Ganze nicht fassen. Nach 30 Jahren verlässt er mich halt. Ich bin 50, muss und möchte mich selbständig machen, was sehr schwer sein wird. Dazu muss ich für meine Mutter sorgen.
Er liebt mich einfach nicht mehr. Er ist 53 und dreht gerade total durch. Sport, tolle Klamotten, Reisen. Dazu muss ich sagen, dass er verdammt gut aussieht.
Das Schlimme ist, dass seine große Familie, die ich jahrelang unterhalten habe, seine Arbeitskollegen kennen ihn als einen liebevollen Menschen und wissen von nichts. Für mich hat er 2 Gesichter.
Und ich fühle mich verraten, demütigt, leer, elendig und furchtbar enttäuscht und verletzt. Glaube an die Liebe und das Gute in Menschen nicht mehr.
Ich würde mich freuen, wenn ihr schreibt, wie ihr das sieht? Vielleicht hilft mir das das Ganze zur Verarbeiten.