dollesDing
Mitglied
- Beiträge:
- 115
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 130
- Mitglied seit:
um schnellst möglich diese nicht auszuhaltende Lebensphase hinter mich zu bringen, erhoffe ich mir Unterstützung durch eure Tipps und Erfahrungen, sowie Mutzuspruch und Gewissheit, dass ich alles so richtig mache.
Zu meiner Situation: Vor 10 Jahren lernte ich eine Frau kennen. Jahre zuvor gingen wir auf die selbe Schule. Ich nahm sie nie wahr, sie war jedoch 2 Jahre lang heimlich und unglücklich in mich verliebt. Als sie mich das erste Mal sah, sagte sie zu ihrem Freund:"Die heirate ich mal."
Ich verliebte mich in sie (bisher hatte ich Beziehungen mit Männern) und wir kamen zusammen.
Das ist nun 10 Jahre her. Vor 5 Jahren haben wir geheiratet. Lebten zusammen mit meinem Sohn und unserem Hund.
Im letzten Herbst bekam sie eine neue Arbeitskollegin. Ca. 2 Monate später hatte ich dazu ein ungutes Bauchgefühl. Bisher lag ich leider in meinem Leben damit immer richtig. Ich mache es kurz: Es folgte eine Zeit, geprägt von Spionage und Lügen.
Ich konfrontierte sie damit. Sie stritt ab. Ich ließ nicht locker. Sie gab irgendwann zu, dass sie mir Dinge verheimlichte, aber wohl nur, weil sie mir keinen Anlass zu Misstrauen geben wollte. Es schien also scheinbar geklärt. Wir wollten doch beide, dass wir uns in unserer Ehe wieder wohl fühlen. Sie bemühte sich, dass merkte ich. Aber sie war weiterhin unehrlich. Zu sich, zu mir.
Ich ahnte, dass sie mit sich und ihren Gefühlen in die andere Richtung kämpfte. Sie verhielt sich mir gegenüber mal sehr liebevoll und aufmerksam, mal kühl, abwesend und gereizt. Ich forschte weiter (bin da übrigens nicht stolz drauf) und wusste, dass sie weiterhin unehrlich ist, wollte ihr aber vorers tZeit lassen, damit sie wieder die richtige Spur findet.
Als ich es nicht mehr aushielt, konfrontierte ich sie damit, dass ich ihr Handy durchsuche und nannte ihr alle Lügensituationen, von denen ich wusste. Sie reagierte ruhig. Sie gab es zu und beteuerte mir nochmals, dass sie sich weiterhin ein Lügengerüst aufgebaut hat, aus dem sie nicht mehr rauskam. Sie will mich nicht verlieren, ich sei Alles für sie, es ginge ihr damit sehr schlecht. Sie empfinde nichts für die Kollegin, mag sie nur und wollte nicht, dass ich was falsches denke. Sie bemühte sich weiterhin um mich und meine Gunst. Ich blieb natürlich skeptisch, aber entschloss, das Handy nicht mehr anzurühren. Das hielt ich auch ein und aus. Denn schließlich muss ich Vertrauen Leben, wenn ich mir Vertrauen wünsche.
Ich blieb natürlich verunsichert. Hoffte, dass sich alles zum Guten wendet und meine Zweifel nicht weiter berechtigt sind. Ich bemerkte, dass sie in Gedanken war und sich auch immer mehr der Verantwortung gegenüber unseres Sohnes entzog. Launisch und ungeduldig war. Zwischendurch aber ihre Liebe zu beweisen versuchte. Im Nachhinein weiß ich, sie war schon seit Monaten hin und her gerissen, leugnete ihre Gefühle, wollte nicht, was nicht sein darf.
Am Abend des Geburtstages meies Sohnes gestand sie mir, dass ich die ganze Zeit Recht hatte.
Ich stand unter Schock, konnte nichts sagen. Sie schlief auf der Matratze. Ich schnappte mir, als sie schlief ihr Handy. Sie schrieb ihr, dass sie sich nun getrennt hat und dass sie sich morgens vor der Arbeit zum Reden beim Bäcker treffen können.
Mir war nicht klar, dass sie sich trennen wollte. Das erfuhr ich erst durch diese Nachricht. Ich rastete aus (wusste bis dato nicht, dass ich das kann!).
Ich erfuhr, dass sie ihr ca. 2 Wochen zuvor von ihren Gefühlen und meiner Skepsis erzählte und dass die Kollegin ihr einige Tage danach sagte, dass sie auch Gefühle hegt. Nun würde sie wohl noch mit ihrem derzeitigen Freund darüber sprechen. Es gab also nach monatelangem Kampf nun kein Halten mehr.
Ich schlief natürlich die ganze Nacht nicht. Sie sagte, sie wollte wenigstens noch den Geburtstag abwarten. Ganz toll!
Am nächsten Tag kam sie von der Arbeit, ich wollte und konnte nicht reden. Sie sagte mir, wie sie meine finanzielle Unterstützung geplant hat (bin von ihr inzwischen abhängig), packte ihre Sachen und ging. Zu ihrer Mutter.
So, dieser Tag ist nun 26 Tage her. Seitdem versuche ich, den Alltag mit Kind und Hund zu meistern. Bin zum Glück seit Anfang Januar krank geschrieben.
Dies ist nicht meine erste Trennung. Aber Leid, Chaos, Schmerz in dieser Intensität habe ich noch niemals zuvor gehabt.
Die ersten 14 Tage funktionierte ich wie ein Roboter, alles aufrecht erhalten! Dann holte mich das ein. Nervenzusammenbruch über Stunden. Mein armer Sohn war hier alleine mit mir. Hatte große Angst, mich umzubringen. Aber so einfach geht das nicht, wenn man alleinige Verantwortung hat! Schlafe seitdem so gut wie gar nicht. Höchstens mal für 3 Stunden.
Ich tue viel, damit ich gut durch diese Zeit komme: Schreibe Tagebuch, melde mich nicht, antworte nur knapp, sage mir immer wieder, das ganze Zeugs, was mir hilft. Reiße mich zusammen. Verliere das Wesentliche nicht aus den Augen. Mal gelingt es, mal nicht. Ich bin seitdem zwanghaft am Putzen (hilfe). Die Gedanken kreisen um nichts anderes mehr. Ihr kennt das ja alle. Will den Text durch Beschreibungen meiner Emotionen nicht noch länger werden lassen. Es ist einfach die absolute Hölle!
Ich weiß auch, wo sie wohnt. Gleich um die Ecke. Ich bin sicher, sie ist bei ihr. Hing da sogar vorm Fenster rum, um etwas herauszufinden. Das lasse ich jetzt! Ich gehe seit heute andere Runden mit dem Hund. Werde auch bei fb die Freundschaft kündigen, nicht mehr bei Whatsapp gucken, mich nicht melden usw. !
ABER: Sie meldet sich alle paar Tage, um sich mit Sohn und Hund zu treffen. Außerdem bin ich hier in der gemeinsamen Wohnung, die ich alleine nicht tragen kann und die sie auch auf mich noch übertragen muss. Alle Sachen sind hier. Nichts ist geregelt. Sie ist im neuen Liebesrausch und taucht hier alle paar Tage auf. Aber ich erfahre nicht, wie es weiter geht.
Ich frage auch nicht. Ich will keine Infos. Das tut dann so weh, dass ich es nicht ertrage. Verhalte mich souverän und kühl. Bin letztens dann einkaufen gegangen. Ich will sie am liebsten nie wieder sehen. Doch weil alles so holterdipolter ging, weiß ich, dass nach 10 Jahren Vertrautheit irgendwann Gespräche kommen müssen. Es ist alles ungeklärt. Ich bin dazu aber nicht bereit. Und ihr wird es momentan in neuer Freiheit und Verliebtheit nur recht sein. Doch irgendwann, wenn sie ihren ersten stillen und einsamen Moment hat, dann muss sie reflektieren! Als unsere Beziehung begann, musste sie ihre alte erst beenden. Auch da hat sie noch lange Zeit gebraucht, um das hinter sich zu lassen. Ich muss also damit rechnen, dass es dieses Mal ähnlich kommt.
Kämpfe momentan jeden Tag ums Überleben und bin vollkommen erschöpft und außerdem so dermaßen verletzt und vor den Kopf gestoßen, dass ich mich einfach nur noch schützen MUSS. Wie kann ich das anstellen? Wie soll mir das in dieser Situation gelingen? Gibt es jemanden, der das ähnlich erlebt hat?
Oh Man, ist der Text lang. Ich hoffe, ich gehe damit keinem auf die Nerven. Aber wie ich schon festgestellt habe... diese "ich-erzähl-mal-was-zu-meiner-Lage"-Texte werden alle länger, als geplant. Man überlegt, was man schreiben könnte und wie man am besten anfängt....und dann verselbstständigt sich das Tippen einfach.
Also mein Ziel: Weiterhin keinen Kontakt von meiner Seite, nur reagieren. Gefasst und souverän wirken. Freundlich zu MIR sein. Loslassen. Die Verletzung und die Fassungslosigkeit und die fehlende Klärung aushalten. Irgendwann stabil werden.
Doch: Ich kann mir das ja alles vornehmen, einreden, wie auch immer. Fakt ist, dass die Konfrontation und Organisation noch aussteht. Ich traue mir momentan nicht zu, das zu verkraften. Jeder Kontakt wirft mich zurück. Wie kann ich alles gut hinter mir lassen, wenn ich den Kontakt, der zwangsläufig noch folgt, nicht verkraften kann? Wie kann ich das machen? Könnt ihr mir dabei irgendwie helfen?
Vielen Dank an alle, die sich mit diesem langen Text befasst haben!
Herzliche Grüße
