Hallo liebe Arnika,
ich würde den dörflichen Tratsch wohl kaum aushalten, das ist das Gute an Großstädten, man ist dort anonymer.
Da kräht kein Hahn nach wie man herumläuft oder was man so macht.
In der med. Reha hatte sich noch ein anderer Tuppes, der mir ebenfalls seine Freundin verschwieg, versucht, an mich heranzumachen.Ich hatte eh kein Interesse u. hatte den schnell entlarvt, dann gab er zu daß er eine Partnerin hatte.
Ist doch armselig, finde ich.
Und wenn ein fast 60-ig jähriger Mann seine Freundin verschweigt, dann ist das erbärmlich, finde ich.
Die Highheels die ich habe, hätte ich am besten beim Ausmisten des Hühnerstalls getracken, zu einem Almöhihütchen nebst Lederbuxe.
Und dann noch jejodelt.
Motorradfahrer sind ja sehr unterschiedlich, aber mit Prolls kann ich nichts anfangen.Ich steh auch nicht besonders auf Männer, die extrem viel B. trinken u. in fortgeschrittenem Alter jedes Wochenende Party machen.Mir wäre das zu stressig.
Fazit des Threads der letzten Tage: Eine Fernbeziehung wäre nichts für mich, erst recht nicht angesichts der Gesundheit u. Finanzen.
Blöd fand ich den Abschied von dem Hühnerfrizzen, machs gut, sagte er.
Ich stand dann da wie ein begossener Pudel.Schöner hätte ich es gefunden, wenn er gesagt hätte, war schön dich kennenzulernen.Und alles Gute wünschen.
Weh tut das trotzdem alles.
Der Gute hatte mir gegenüber einen großen Vorteil: er weiß wenigstens, wo er hingehört, so ein Gefühl habe ich bei mir aktuell nicht.
Und er hat ein ausgefülltes Leben mit einem großen Freundeskreis, wie er mir sagte.Insofern beneide ich ihn.
Lange Zugfahrten bis ins letzte Kaff mit häufigem Umsteigen hätte ich eh nicht geschafft, auch nicht aus finanzieller Sicht.
Du hast ja recht, man lernt sich über gemeinsame Unternehmungen kennen, irgendwann kommt man dann in die Whg. eines Menschen u. wenn man der Familie vorgestellt wird, kann es etwas Ernsthafteres werden.
Der Hühnerwilli ist nicht einmal ein alternder Gigolo, Gigolos sind wenigstens noch charmant u. haben eine gewisse Klasse.
Ich kann ja dem Hühnerwilli ein gepökeltes Huhn namens Dina in die Klinik schicken.
Wenn man in einer AHB-Klinik ist, dann hat man meistens eine umfangreichere Krankengeschichte hinter sich u. klammert sich oft an das Strohhälmchen Zuwendung.So war es jedenfalls bei mir, weil ich 2 schwierige Jahre hinter mir habe.
Wenn man bedenkt daß der Gute Onkologiepatienten betreut, dann ist es um so blöder, daß er vielleicht die Lage von Patientinnen ausnützt, denen es schlecht geht.
Das widerspricht seinem Berufsethos.
Ich versuche aber, das Ganze nicht mehr so ernst zu nehmen.
Es stimmt mich dennoch nachdenklich daß er bei mir so redselig war.
Ich höre gerne zu als selbst reden zu müssen.