Hallo an alle,
da von den meisten grob kommt "du wusstest, dass sie raucht und hast trotzdem was mit ihr angefangen, selbst schuld", muss ich glaub ich nochmal versuchen das genauer zu erklären, ganz so klar/einfach war es für mich nämlich nicht:
Bevor irgendwas zwischen uns lief, sagte sie bereits, dass sie aufhören will. Natürlich weiß ich, dass die meisten es nicht so einfach schaffen. Sie hat sich aber eigentlich direkt gut geschlagen und wurde von mal zu mal besser. Also. mal ne Woche, dann beim Feiern zugegriffen, aber danach wieder ne Woche oder 2 ohne usw.
Also ich hatte wirklich den Eindruck, dass sie es stoppen möchte und sah es auch als realistisch.
Wenn wir, immer noch rein als (engere) Freunde, zusammen waren, hat sie auch nichts angerührt.
Und dann wurde ich halt naiv, als sich was entwickelte:
sie machte sich grundsätzlich mit Ausrutschern gut. Meine Glücksgefühle überlagerten das schlechte Gefühl- absolut meine eigene Schuld das verschöhnt zu haben. In meine Kopf war sie halt immer noch am aufhören, und als sie sich die Schachtel gekauft hat, hatte sie ja nen Unfall, also ergab es für mich Sinn, dass das eine Ausnahme ist, wegen akutem Stress. Das war auch noch kurz bevor es zwischen uns losging.
In meiner Naivität habe ich dann halt geglaubt, dass sie es auf lang wohl schafft es zu lassen, da sie es nie tat wenn wir zusammen waren und ich hab mir wohl auch eingeredet, dass ich sie dabei unterstützen kann. Innerlich hat es bei mir auch zu dem Zeitpunkt nur etwas Enttäuschung ausgelöst.
Dann ging es los mit uns und die Zeiträume ohne wurden länger. Allerdings fing sie dann mit den erwähnten Aussagen an wie "ich mach es nur noch, wenn man mir anbietet" (was rückblickend auch stimmte). Ich hab mir dann - natürlich wieder meine eigene Dummheit - gesagt "ok, sie macht es so gut, davon kommt sie auch noch ab". Sie schaffte zuletzt dann immer länger ohne. 3 Wochen, fast 5 Wochen. Also sie wurde besser, aber kam gleichzeitig mit Aussagen wie:" ich liebe es in der Kälte, oder dass sie heutzutage mit ihrer Mutter raucht. Dass sie einmal versucht hat eine Vape zu kaufen, passierte, nachdem wir 3 Wochen räumlich getrennt waren. Es fühlte sich so an, als ob meine Gegenwart ihr eigentlich hilft, stärker zu sein. Kann aber natürlich sein, dass ich mir das einbilde.
Also zusammengefasst: als wir anfingen, war sie am aufhören und es hat mir innerlich noch keine Schmerzen bereitet. Obwohl sie nach und nach besser wurde, relativierte sie es nach und nach mit ihren Aussagen "ich hab gesagt, ich kauf nicht mehr" "ich hab nie gesagt für immer aufzuhören" usw.
Ja, wahrscheinlich hätte ich beim ersten mal direkt sagen müssen, dass ich mit einer Raucherin nicht zusammen sein kann. Ich war mir zum einen aber nicht bewusst, wie schwer mich dass nach einiger Zeit treffen würde und zum anderen, hab ich halt echt geglaubt, dass sie es zügig schafft, aufzuhören. Dass ich mich selbst in diese Lage gebracht habe, ist mir klar.
Ich weiß nun, als jemand der nie eine Zig. angefasst hat nicht, ob ihre Aussagen einfach Ausreden sind, weil es ihr innerlich doch sehr schwer fällt oder ob sie das so meint, weil sie sich es anders überlegt hat. Fakt ist allerdings, dass sie sich es hindreht, um nicht als "Versagerin" dazu stehen.
Z.B. die Aussage, sie habe nie gesagt, ganz aufhören zu wollen. Sie behauptete das sehr vehement als ich meine, das stimmt nicht. Denn ich kann es ja mit Chats belegen und dass sie mir selbst geschrieben hat "I'm failing so badly".
Das habe ich ihr natürlich nicht so gesagt und vorgeworfen, sie war eh schon gereizt und sie zu belehren und mich im Recht zu wiegen hätte halt nichts gebracht.
Zitat:hast du ihr jemals Klipp und klar gesagt, warum du so eine Abneigung gegen das Rauchen hast? Oder kommt von dir jedes Mal so ein Geschwurbel à la "das kann ich dir jetzt noch nicht sagen"?
also, ich hab das nie als Ultimatum oder so gesagt. Als es um ihr Aufhören ging und meine Erfahrung bzw warum ich nie geraucht hab, habe ich ihr schon erzählt, dass ich Onkel und Opa daran verloren habe. In dem Zusammenhang hat sie dann auch den typischen Satz gebracht ala "mein Onkel hat sein Leben lang geraucht und ist 85 geworden" und "älter als 60 muss ich eh nicht werden"
Dass es mich emotional triggert, habe ich nicht gesagt, weil es da auch noch nicht so weit war. das wurde erst die letzten paar Male so schlimm.
Dass ich es ihr sagen muss, was in mir passiert, ist unausweichlich. Ich habe halt tierische Angst, dass sie dann sagt, dass es das dann halt ist. Die Zig./Vape wichtiger als mich sieht. - ja ich weiß, dass es eine Sucht ist und Raucher es nicht absichtlich machen, aber sie hat ja gezeigt, dass sie ohne kann -ganze 5 Wochen. das schlimmste soll ja bereits nach 1-2 Wochen um sein.
Ich will sie damit nicht erpressen. Indirekt tue ich das, ich weiß. aber was ist die Alternative? Also meine blauäugige Hoffnung ist, dass ich ihr erzähle, dass ich davon mittlerweile Panikattacken bekomme, und sie realisiert, dass es mich härter trifft als sie bisher denkt. und sie vielleicht sagt, dass sie dann noch besser versucht es sein zu lassen. Aber halt von ihr aus, nicht weil ihr ihr die Pistole auf die Brust lege. Macht das Sinn? Ist schwer auszudrücken, wie ich das meine.