leunenschmidt
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Ich versuche meine aktuelles Beziehungsproblem, so kurz zu fassen wie möglich (EDIT- hat nicht geklappt) , aber denke, ich muss ein wenig ausholen, damit man mich versteht. und während ich das schreibe weiß ich schon, dass ich am Ende viel zu detailliert werde.
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somit vorab zu was zu mir:
Ich habe eine extreme Abneigung gegen Rauchen / Vapen. Das wurde mir von meiner Mutter so indoktriniert.
Bis vor kurzem, dachte ich das wäre es. Wie ich aber jetzt über die letzten Monate über mich selbst herauszufinden musste, greift das viel tiefer und stärker. Ich habe extrem viel nachgedacht, bin innerlich auf Ursachenforschung gegangen: ich bin zur Auffassung gekommen, dass ich traumatisiert bin, was das Rauchen angeht:
Mein Vater hat geraucht bis ich 15 war. Es gab oft streit zwischen meinen Eltern deswegen, bis meine Mutter das Ultimatum gestellt hat: Aufhören oder Scheidung. Einer meiner Onkel hat vom Rauchen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen und ist direkt gestorben. Die beste Freundin meiner Mutter ist wegen Rauchen an Lungenkrebs gestorben und ich habe ihre Trauer sehr intensiv mitbekommen. Mein Großvater hat Lungenkrebs bekommen, wurde 2-3 Jahre lang weitestgehend zu Hause behandelt, wo ich oft war und das direkt mitansehen musste, wie er am Tropf lag usw. Er hat sogar währenddessen noch geraucht, bis er dann gestorben ist. Nachbar und enger Freund meiner Eltern auch an Lungenkrebs gestorben. Das alles ist passiert bis ich etwa 17 war.
Dann ist die Mutter meiner Ex ebenfalls an Lungenkrebs erkrankt, nach etwa einem Jahr im Krankenhaus gestorben.
Der Kern: ich habe durch Rauchen viel Stress miterlebt und mehrere geliebte Menschen verloren. Ich bin in allen Fällen eng konfrontiert gewesen.
Ich bin also kein Freund davon. Dazu kommt dass es heftig stinkt und ich es nicht aussehen kann. Wenn andere, nicht zu enge Bekannte oder Fremde es tun, ist es mir egal oder eher gesagt, geht es mir null nahe, nach dem Motto "lass sie halt machen"
In meiner Familie und meinem Freundeskreis raucht/vaped niemand. Ich wusste also bisher gar nicht, wie ich auf nahe stehende Personen, die rauchen oder vapen, reagiere.
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Warum ist das nun wichtig:
Ich hab wieder eine Partnerin. wir lernten uns im July letzten Jahres als Freunde kennen und nach und nach wurde es enger bis es dann irgendwann romantisch wurde und wir nun zwar einzelne Wohnungen haben, aber eigentlich immer beieinander in einer der Wohnungen sind. wir kommen uns jeden tag näher, meine Gefühle werden jeden Tag mehr und overall bin ich super glücklich mit ihr.
JEDOCH:
Sie war/ist Raucherin/Vaperin.
Bevor jetzt jemand schreit "warum fängst du dann überhaupt was an mir ihr?" :
wie gesagt, lernten wir uns als Freunde in einer Gruppe kennen, wir haben uns seitdem fast täglich gesehen (freundschaftlich). Es hat mich nicht wirklich gestört und es war auch nicht super exzessiv. wobei sie gevaped und dann paar mal am Tag eine Zig. geraucht hat.Sie hat es auch irgendwie geschafft, dass sie nicht danach roch.
Sehr früh nachdem wir uns kannten fing sie an, aufzuhören und mir das auch erzählt.
Ich versuch das mal chronologisch wiederzugeben: "Ich kaufe nach dieser keine neue Schachtel mehr." "das ist die letzte Vape, wenn die leer ist, kaufe ich keine neue mehr, ich mag das alles eh nicht mehr". Ich fand das natürlich erstmal gut, hab aber scherzhafte Sprüche geklopft von wegen "ja klar, als ob". Dann haben wir sogar ne Wette über nen 10er abgeschlossen. 3 Tage später bekomm ich ein Foto geschickt von ner Vape und dem Text "I'm failing so badly". Wette gewonnen, enttäuscht war ich trotzdem.
Sie hat es aber ab dann tatsächlich geschafft, erstmal nichts mehr zu kaufen. Sie hat aber weiterhin angenommen, wenn ihr angeboten wurde. Bis dann ein Fahrradsturz passierte mit Verletzung und sie auftaucht mit ner Schachtel Zig., die sie deshalb gekauft hat. so was ist dann insgesamt 2-3 mal passiert. je besser wir uns kannten, desto blöder fand ich das. sie hat einige Episoden mit mehreren Tagen/wenigen Wochen ohne geschafft. aber angenommen, wenn ihr angeboten wurde, sowohl Kippe als auch Vape. Wobei sie bei Vape hin und wieder auch aktiv gefragt hat.
Wir kamen uns näher und ich dachte, sie wird es schon schaffen, und auch wenn ich niemals eine Raucherin als Partnerin haben könnte (das war mir schon immer klar) will ich mich drauf einlassen, auch im Hinblick auf meine eigene Weiterentwicklung und nicht von vornherein aus Prinzip nein zu sagen. Ich gewöhn mich schon dran oder sie bleibt dann mal ohne (sie hat sich nicht sehr schlecht gemacht).
Wenn sie dann aber mal Zugriff, weil jemand anbot, oder weil auf dem Tisch eine Vape lag, fing es bei mir an leichte Magenschläge zu verursachen. Ich habe dann so halb sarkastisch Sprüche gebracht ala "oh, so Schwach, wo ist die mentale Stärke" oder so ähnlich. nach 1-2 mal kam von ihr dann Kontra, immer heftiger. "Hals Maul", "lass mich in Frieden rauchen", "wenn du noch was sagst, kannst du gehen/gehe ich". Dann wurde es irgendwann zu "ich habe nie gesagt, dass ich aufhöre /ganz aufhöre / für immer aufhöre". Das alles ist nicht alle 2-3 Tage vorgekommen, sondern eher mal einmal alle 1-2 Wochen, es gab aber auch Episoden, da war sie 3 und zuletzt sogar fast 5 Wochen ohne.
Wenn sie dann wieder Zugriff, wurden und werden meine Magenschläge von mal zu mal schlimmer, halt weil wir uns auch trotzdem immer näher kommen. wir treffen uns mit einem freund und als wir ihn rausbegleiten, nimmt er sich ne kippe und bietet ihr eine an, woraufhin sie ohen Zögern annimmt. Weil ich nicht mehr weiter weiß sag ich, lachend als Scherz getarnt : "du willst gar nicht aufhören", worauf die beiden nur Lachen.
Ich musste dann für 3 Wochen nach Deutschland zurück und wir haben uns danach in China zum Reisen getroffen, sie war bereits eine Woche vorher dort. Während der getrennten Zeit haben wir täglich geschrieben und telefoniert.
Am Abend meiner Ankunft, es war in den ersten 15-20 minuten, erzählt sie mir aus dem nichts heraus, dass sie sich ne Vape kaufen wollte, aber sie wurde nach Alter gefragt und hatte Reisepass nicht mit, ist deshalb gegangen und hat es gelassen. Das hat mir bis dahin den bisher schlimmsten "Emotionskick" in den Magen gegeben. Ich hab sowas gefragt wie "was, wieso kaufen, du wolltest doch nicht mehr", sie redete dann wieder von wegen habe ich habe sie Misverstanden oder so und wie gut sich doch Rauchen bei kaltem Wetter anfühle. Ich hab direkt das Gefühl von Kontrollverlust bekommen und wusste gar nicht mehr was abgeht. 2 Tage später sitzen wir am Essen und es fängt an zu schneien und sie sagt aus dem nichts heraus " see, now if I smoke, it's the best". nächster Magenpunch. Ich sag nur "bleib stark", weil ich weiß, alles andere gibt nur Stress und ich kann ihr ja auch nichts verbieten.
AB HIER WIRD ES NUN WICHTIGER
zu dem Zeitpunkt will ich innerlich bereits wirklich sehr, dass sie es komplett sein lässt, weil es mir jedes mal wehtut.
den Rest des Trips erwähnt sie nichts und bleibt clean, was mich sehr freute.
Zurück in unserem Umfeld lehnt sie sogar angebotene Zig. ab, fragt nicht nach Vape, wenn andere es tun und sagt sogar "ah that's why, because I stopped smoking" (Kontextgebunden) - sie hat also ausgesprochen, dass sie aufgehört hat.
Es vergehen fast 5 Wochen an denen sie nichts erwähnt oder anfasst.
Das hat mich glauben lassen, es ist überstanden und meine Gefühle sind noch weiter gewachsen, wir hatten die beste Zeit miteinander, planen sogar bald zusammenzuziehen.
Wir haben nen Kurs gemacht, der ziemlich anstrengend war und Gruppenaufgaben beinhaltet. Am 3.letzten Tag ist das etwas stressig und das Debriefing nicht so pralle. Der Ausbilder (Freund von uns) raucht und hat die Schachtel auf dem Tisch. Debriefing beendet und sie fragt, ob sie eine Zig. von ihm haben kann. Ich falle aus allen Wolken, das gesamte Glücksgefühl der letzten Wochen ist sofort weg. Ich bin perplex und sage nur trocken "seriously?", woraufhin nur ein böser Blick kommt mit "shut up". Sie zündet sie direkt am Tisch an und raucht die ganze Kippe. Ich habe mich gezwungen nichts weiter zu sagen, da ich bemerkt habe, dass es kontraproduktiv ist.
Ich habe versucht mir das zu erklären, von wegen zu viel Stress auf einmal und wie das nach 5 Wochen so einfach sein kann, nachdem sie 3-4 Tage noch selbst gesagt hat, sie habe aufgehört.
Innerlich bin ich halb gestorben.
Danach, als wir gegangen sind, war sie komplett normal. hat dazu nichts gesagt, es war beendet. für mich war der Tag gelaufen. Gedankenspirale, das Bild von ihr rauchend dauerhaft vor mir. habe leichten Kreislauf bekommen usw.
wir haben nen Film angemacht, aber ich war nebenbei am Handy und habe ChatgGPT zu Raucherdingen befragt um zu verstehen. Sie hat meine Abgelenktheit bemerkt und wurde etwas sauer, dass ich so komisch bin. dass es wegen des Rauchens war, kam ihr aber nicht in den Sinn. hab es runtergespielt und musste dann am Ende die Situation retten mit irgendwelchen Geschichten.
Nächster Tag: ich war durchgehend angespannt, weil ich damit rechnete, dass sie wieder zugreift, nachdem sie jetzt die Rauchfreie Episode unterbrochen hat. Aber es war nichts. ich also wieder halbwegs happy, denn ein Tag war noch der Kurs und ich hatte schon Angst, dass sie quasi als Belohnung, jetzt wo es geschafft ist, sich eine gönnt.
Letzte Aufgabe, ganz am Ende, bekommt sie eine Panikattake (sie hat da manchmal mit zu Kämpfen). Ich stehe ihr bei und es wird besser. Etwa Eine Stunde später - finales Debriefing. es war nichts schlimmes dabei. Und plötzlich greift sie mitten im Briefing (ist draußen) zur Vape ihrer Nachbarin und zieht. Mit fällt das Herz in die Hose, ich zwinge mich nichts zu sagen, weil ich weiß, sie will es eh nicht hören, aber in mir ist es so schlimm, dass ich Kreislauf bekomme und mit schlecht wird. ich sage nur "ich muss jetzt aufs Klo". Stehe auf und gehe um Abstand zu haben und klarzukommen.
5 minuten später geh ich zurück. 2-3 minuten normales Gespräch, dann plötzlich geht es um das Rauchen und was die Familie denkt. Dann erzählt sie lachend, dass sie früher wollte, dass ihre Mutter aufhört und sie jetzt zusammen rauchen. dann zieht sie wieder. Ich bekomme in dem Moment eine Panikattacke und sage wieder, dass ich wieder aufs Klo muss. gehe, hyperventiliere und brauche einige Minuten um runterzukommen. Danach: sie dachte, mir wäre nur schlecht oder ich würde krank. ich habe versucht drumherumzureden, weil sie es ja eh nicht hören will.
mir ging es aber richtig schlecht. für den Rest des gesamten Tages. Ich war kurz davor es auszuprechen, aber wohlwissend, dass sie sich angegriffen fühlen wird, sich rechtfertigen und es im Streit enden wird, habe ich es gelassen.
Es war der letzte Tag/abend zusammen für jetzt 8 Tage, sie muss für Arbeit nach Hause. Hätte ich das von mir geredet, wären wir sehr sicher im Streit auseinander gegangen. Sie merkte, dass etwas nicht stimmt, fragte immer wieder nach, auch, ob sie was falsch macht.
Nun könnte ich sagen "ja, dein rauchen/vapen. ". aber es ist ja nicht ihr Fehler, sondern mein Problem und vor allem mein Fehler, es im Anfangsstadium als von mir meisterbar anzusehen.
Ich habe den gesamten Tag schmerzen gehabt aufgrund meiner Gedanken und war sehr ruhig, da ich gegrübelt habe, woran es liegt, dass es mich so hart und immer härter werdend trifft. Sie wurde angepisst und meinte, sie hätte es besser gefunden, wenn ich zu hause geblieben wäre, wenn ich so bin ich wie gerade bin. Ich wollte es erklären ohne es auf das Rauchen zu schieben und meinte nur, dass ich mit mir selbst beschäftigt bin und das mein Problem ist. Sie hakte aber weiter nach im laufe des Abends. irgendwann gab ich klein bei und meinte: " ich kann dir nur so viel sagen, dass ich heute zwei Panikattacken hatte und es seitdem nicht aus meinem Kopf geht, aber ich kann ihr heute noch nicht sagen, warum. Verständnis war so semi und sie meinte, es ist egoistisch von mir, da sie durchgehend denkt sie hat was falsch gemacht und ist der Grund dafür. - Sie ist ja auch der Grund, aber unmöglich dass ich es ihr so gesagt hätte vor dem Abschied. Dass es wegen des Vapens war, darauf kam sie aber überhaupt gar nicht. also sie hat 0,0 Andeutungen gemacht dahingehend, eher andere Sachen gefragt, ob sie es seien.
Beide zwar gekuschelt, aber schlecht geschlafen die Nacht. Heute morgen (immer noch mit schlechtem Gefühl) kann ich mich halbwegs normal stellen und das Zwischeneinander ist gut. Ich bring sie zum Flughafen und komme in 8 Tagen nach.
den ganzen Tag geht es mir aber nicht mehr aus dem Kopf.
Ich habe gestern und heute versucht zu erörtern warum es mich so hart trifft (sie Einleitung) und ich glaube, dass das Rauchen/Vapen jetzt eine Verlustangst durch das Trauma in mir auslöst. Ich pflege starke Gefühle für sie und ich habe Angst, sie wie in der Vergangenheit leiden und sterben sehen zu müssen, und noch einen geliebten Menschen wegen Rauchen zu verlieren - das schaff ich nicht.
Und somit versuche ich nach Lösungen zu suchen. Und komme nur zu 3:
1: Ich lerne irgendwie damit umzugehen - aktuell unvorstellbar, so wie es mir jedes mal geht (und es wird schlimmer, je näher wir uns kommen
2: sie hört wirklich auf. Das kann ich nicht Verlangen, es muss von ihr kommen. Ich habe kein Recht ihr etwas zu verbieten und soweit ich lesen konnte, muss der Wunsch vom Raucher selbst kommen, ansonsten keine Chance.
3: wir müssen uns trennen, da ich sonst dauerhaft in Alarmbereitschaft bin und leide, psychisch wie körperlich. Aber der Gedanke es deswegen zu beenden obwohl alles andere perfekt ist, bringt mich um.
Das ist nun deutlich länger geworden als ich wollte. ich bin aktuell nicht gut darin Gedanken zu filtern und zu sehen ,was wichtig fürs Verständis ist und was nicht.
Was erhoffe ich mir von euch:
Hilfe. Vorschläge. Optionen. Einschätzungen. Vielleicht auch einen Leitfaden, wie ich das Thema ansprechen kann, ohne sie in Abwehrhaltung zu bringen.
Meine größte Angst ist (und sie ist wirklich groß), dass ich ihr offenbare, was ihr verhalten mit mir innerlich macht aber sie sagt, sie will nicht aufhören. Denn ich glaube dann ist es für mich aus gesundheitlichen Gründen (meins Körpers und Psyche) nicht langfristig tragbar.