Anna-Lena
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ich muss mich leider erneut an das Forum wenden, da ich dringend auf der Suche nach Ratschlägen und objektiven Meinungen bezüglich meiner jetzigen Situation bin.
Vor ein paar Wochen habe ich in meinem ersten Beitrag ausgeführt, wie es dazu kam, dass ich im Handy meines Partners schnüffelte und leider auch mehr oder weniger fündig geworden bin. Dieses Mehr oder weniger - also die billigen Flirts, die ich gefunden habe - haben mir seither den Kopf zermürbt. Ich wollte anfangs auf keinen Fall die Rolle der kontrollsüchtigen Partnerin zugeschrieben bekommen und habe versucht das Ganze mit mir selbst zu vereinbaren. Ich ging zum Sport, unternahm was mit Freunden, aber das Thema kam immer wieder in mir hoch und verunsicherte mich zunehmend.
Jedenfalls habe ich dann versucht das Gespräch mit meinem Freund zu suchen. Zu Beginn vielleicht nicht wirklich aufrichtig, denn die Handy Schnüffelei wollte ich partout nicht zugeben. Ich habe dann den Namen der Frau aus dem Chat auf einem Umweg ins Gespräch gebracht. Er antwortete mir, dass er niemals persönlichen Kontakt zu dieser Frau gehabt hätte. Ich habe den Chat zwischen ihr und ihm ja aber ein, zwei Wochen vorher schon entdeckt. Ich habe zwar nicht alles gelesen, aber es ging in dem Chat nie in die Richtung eines persönlichen Treffens.
Spitze, dachte ich mir. Jetzt habe ich diese Halbwahrheit und kann es wieder nur so akzeptieren. Danach ging es mir noch schlechter. In meinen Augen war das nämlich keine ehrliche Antwort. Ich habe den Namen ins Spiel gebracht und auch erwartet, dass er mir endlich offenbart, dass da Kontakt übers Netz besteht.
Nachdem ich wieder eine Woche kaum Ruhe fand, konfrontierte ich ihn also damit, dass ich da eine Nachricht von der besagten Damen entdeckt hatte und wieso er mich anlügen würde. Es kam im Laufe des Gesprächs, dann natürlich auch raus, dass ich im Handy geschnüffelt habe. Er sagte, dass es stimmen würde, dass er noch nie persönlich mit ihr in Kontakt stand. Es ginge in den Chats überwiegend um seinen und ihren Hund.
Dann überkam mich ein schlechtes Gewissen. Irgendwie habe ich ihm zu 100% abgekauft, dass da nichts läuft bzw. hatte ich ja von Anfang an nicht den Verdacht, dass er fremdgehen würde, sondern einfach, dass diese Flirtereien übers Netz möglicherweise einfach schon meine Grenzen überschreiten könnten. Ich erklärte ihm, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass ich nichts dagegen hätte, wenn er Kontakt zu Kolleginnen pflegt, ich aber keine Lust hätte, dass diese Dinge hinter meinem Rücken stattfinden würden und ich so nie lernen würde damit normal umzugehen. Er war nicht wirklich zu einem Gespräch bereit und ich ging nachdem ich mich für die Schnüffelei entschuldigt hatte.
Nach einer Woche Funkstille meldete er sich bei mir und erklärte, dass das ein Schlag ins Gesicht für ihn war. Er gab zu in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht zu haben, aber dass das Jahre zurückliegen würde und er genug geweint hätte wegen dem Mist, den er damals verbockt hatte. (Es gab ganz zu Beginn der Beziehung schon Flirtereien übers Netz) Seiner Meinung nach würde gewaltig was schief laufen, wenn ich nicht schaffen würde das Gespräch mit ihm zu suchen und stattdessen das Mittel meiner Wahl das Schnüffeln sei.
Dem konnte ich natürlich nicht widersprechen. Ich entschuldigte mich erneut für mein Verhalten, versuchte ihm meine Sicht der Dinge näherzubringen und machte klar, dass ich ihn auch verstehen würde.
Das Ende vom Lied; wir haben uns vertragen. Ich hab mich bemüht mir Zeit für ihn zu nehmen, er versucht das Handy nicht ständig von mir wegzudrehen und hat aufgehört es ständig überall hin mitzuschleppen.
Man sollte meinen super, ist ja alles wieder im Reinen. So ist das aber nicht. Nachdem ich mich nun beruhigt habe, wird mir klar, dass er eben nicht aufrichtig mit seinen Antworten war und obwohl er sich jetzt bemüht, verletzt mich, dass er gelogen hat. Ich hab manchmal die Befürchtung, dass er es einfach geschafft hat, mich mit seinen Worten einzulullen und die ganze Thematik herunterzuspielen. Natürlich war das, was ich getan hab nicht richtig und das tut mir ja auch leid, aber wo war seine Entschuldigung? Nun weiß ich nicht, ob ich einfach zu blöd bin und mich hab manipulieren lassen oder ob das Gespräch ausreichend war und dass es nun mein Problem ist, wenn ich mir weiterhin Sorgen mache. Kann das jemand vielleicht besser einschätzen? Ich habe einfach Angst, dass ich am Ende als die Dumme da stehe, die ja ohnehin alles mit sich machen lässt.
Btw. wir sind im nächsten Monat 7 Jahre lang ein Paar. Sind noch relativ jung. Ich 23, er 25.
Ich bedanke mich jetzt schon einmal herzlich für die Antworten!