Jules189
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die letzten zwei Wochen sind die reinste Hölle für mich und ich weiß einfach nicht, was ich glauben und empfinden soll. Da hier eine Menge Menschen mit ähnlichen Schicksalsschlägen sind, suche ich um Rat, wie es weitergehen soll.
Ich versuche euch alles so präzise wie möglich zu erklären.
Kurz zu uns: Ich bin 36 Jahre alt, meine Frau ist 34 Jahre alt. Wir kennen uns seit über 18 Jahren, noch aus der Zeit in der Berufsschule, waren immer super Freunde. Seit etwas über 11 Jahren sind wir ein Paar und seit 2 Jahren verheiratet. Wir haben zwei wundervolle Kinder von 4 und 6 Jahren.
Die ersten 5 Jahre unserer Beziehung verliefen wundervoll. Wir haben uns super gut verstanden und wirklich toll harmoniert. Wir hatten keine großen Probleme und Streitigkeiten.
Dann wurde meine Frau Schwanger und wir bekamen unser erstes Kind. Zu dieser Zeit bewohnten wir eine kleine aber schöne Wohnung. Der einzige Nachteil war, dass wir in dieser Stadt keine Familie und keine wirklichen Freunde hatten, die uns mit unserem Neugeborenen hätten unterstützen können.
Neben der Geburt unseres Kindes habe ich auch eine große berufliche Veränderung vollzogen. Ich hatte mich selbstständig gemacht bzw. ich habe mich in eine gut laufende Firma eingekauft.
Da ich aber größtenteils am PC arbeitete, konnte ich sehr viel zu Hause sein. Also unterstützte ich meine Frau im Haushalt etc. wo ich konnte.
Soweit war zwischen uns immer noch alles gut.
Zwei Jahre später, kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes war klar, dass wir ein größeres Zuhause brauchen. Also zogen wir in ein größeres Haus, was leider sehr ländlich gelegen war. Da auch noch die Corona-Hochzeit war, hatten wir es sehr sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen. Meine Frau und ich waren also noch mehr auf uns alleine gestellt.
Hier begann dann auch der Bruch und wir hatten erste größere Konflikte. Zusätzlich stieg bei mir der Druck wegen der Firma, dass ich jeden Tag mental recht angespannt war.
Nun folgte eine Spirale an immer mehr Problemen. Meine Frau mit den Kindern überlastet, ich immer mehr Druck mit der Firma und dass ich genug Geld nach Hause bringe. Dann keine Familie und Freunde um uns herum. Dann entfernten wir uns auch immer weiter, da wir nur noch für die Kinder, den Haushalt und die Arbeit gelebt haben. Keine Freizeit und Hobbys.
Dann habe ich leider einen großen Fehler gemacht und bin meiner Frau einmal fremdgegangen. Ich habe ihr dies gebeichtet und sie hat es mir nach einer Zeit verziehen. Wir haben darüber gesprochen und mir war zu der Zeit klar, das passiert nicht noch einmal, denn du liebst deine Frau. Ich fühlte mich seit langem nicht gesehen und geliebt.
In den folgenden Jahren wurde die Belastung für meine Frau und für mich immer größer. Es folgte ein Problem nach dem anderen. Also nicht nur Beziehungsthemen, auch Dinge von Außen. So mussten wir beispielsweise aus dem Haus ausziehen, weil dort eine Nachbarin den reinsten Psychoterror gemacht hat wegen unserer Kinder und meine Frau das nicht mehr ertragen konnte.
Wir sind also jetzt ca. 1,5 bis 2 Jahre vor der heutigen Situation. Durch den sehr spontanen Umzug, der aber aus unserer Sicht wirklich notwendig war, haben wir auch die Kita Plätze unserer Kinder verloren. Und hier kam dann einer der größten Rückschläge für meine Frau. Meine Frau hatte gerade erst wieder angefangen zu arbeiten und sie hat ihren Job immer geliebt. Und jetzt war sie gezwungen sich krank zu melden, damit sie für die Kinder da sein konnte. Trotz Klage gegen die Stadt haben wir keinen Kita Platz bekommen, da es in dieser Stadt zu der Zeit über 150 Kinder waren, die keinen Platz hatten. Durch diesen Rückschlag begann die Höllenspirale. Wir hatten immer mehr Druck, wir streiteten uns immer mehr. Dann musste meine Frau sogar zum Psychiater. Er hat ihr über Monate verschiedene Anti-Depressiva verschrieben. Nichts davon hat gewirkt, ganz im Gegenteil sogar. Dann hieß es sie hätte ADHS und / oder Autismus. Dann wieder Medikamenten Umstellung auf Ritalin. In diesem ganzen Chaos war sie gar nicht mehr sie selber. Sie wurde extrem aggressiv, auch unseren Kindern gegenüber. Das ging soweit bis zu Selbstmordandrohungen und Trennungsäußerungen. Es war über Monate ein extremes Hoch und Runter.
Dann ging auch meine Firma kaputt. Ich entschied mich dann, erst mal nur für meine Frau und meine Kinder da zu sein.
Und tatsächlich wurde gerade unsere Beziehung zueinander wieder viel viel besser. Ich habe mich um meine Frau gekümmert, habe einen Großteil vom Haushalt gemacht um ihr den Rücken freizuhalten und mich um die Kinder gekümmert.
Es war wirklich wieder toll. Meine Frau sagte mir in diesen Monaten mehrfach, wie stolz sie auf mich sei. Sie schätzt meine Hilfe und verbringt wieder richtig gerne Zeit mit mir. Sie fühlt sich wieder richtig geliebt und wertgeschätzt. Das hat mir so gut getan und ich wollte einfach, dass es meiner Frau besser geht.
Jetzt begann die Reha. Sie fuhr dort hin und die ersten 2,5 Wochen haben wir uns auch weiterhin so toll verstanden. Jeden Tag haben wir geschrieben und / oder telefoniert. Sie war so emphatisch und liebevoll wie seit Jahren nicht mehr und ich dachte mir nur, wow diese Frau ist so etwas Besonderes und ich liebe sie so sehr. Ich war so motiviert mich um unsere Kinder zu kümmern und für sie unser Zuhause noch schöner zu machen.
Und jetzt kam die böse Überraschung. Von heute auf morgen war von dieser Empathie und Liebe nichts mehr zu spüren. Sie schrieb nur noch sehr wenig und wenn war es sehr kalt.
Gut, ich dachte mir, dass sie viel dort verarbeiten muss und vieles wieder aus der Schublade holen muss (ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass sie vor unserer Zeit drei heftige Traumata erfahren musste. Einmal in der frühesten Kindheit von ihren Eltern, dann mit 12 / 13 Jahren ca und einmal in ihrer ersten Beziehung als sie ca. 18 / 19 Jahre alt war).
Nun, ich fragte sie einfach, ob sie viel zu verarbeiten hat. Sie sagte einfach nur Ja.
Jetzt vergingen zwei Tage und dann telefonierten wir. Sie sagte mir, dass sie nicht an ADHS oder Autismus leidet, sondern wohl an einer schweren Borderline Persönlichkeitsstörung.
Ich hatte bisher noch nicht so viel Ahnung davon, begann aber sofort mich in das Thema intensiv einzuarbeiten. Und nach Tagen voller Recherche muss ich sagen, dass dadurch viele Verhaltensmuster in der Vergangenheit auf einmal Sinn ergeben.
Kommen wir nun zu den letzten Tagen, nach diesem Bruch. In dem einen Moment sagt sie aufrichtig, dass sie mich liebt und mit mir alt werden will. Sieht die ganzen schönen Dinge und positiven Entwicklungen und in dem anderen Moment liebt sie mich nicht mehr, ist eiskalt und will sich sogar trennen.
Ich hatte Panik, denn ich war nicht nur überfordert mit diesem Hin und Her. Die letzten Monate waren ja so gut, was sie selber bestätigte aber auf einmal waren alle diese tollen Dinge bei ihr gar nicht mehr existent. Nur noch Abwertung!
In meiner Panik sie zu verlieren, habe ich dann mit einer Notlüge versucht, sie ans Telefon zu bekommen, damit wir alles klären können. Sie ging auch dran aber es war immer noch sehr kalt.
Ein Tag später fand sie heraus, dass ich sie angelogen habe.
Nun habe ich eine E-Mail an ihre Therapeutin geschickt. Ohne jegliche Vorwürfe, einfach nur eine Reflektion der letzten Tage und dass ich um Hilfe ersuche, damit wir zumindest ein Gespräch führen können. Immerhin haben wir auch zwei Kinder und ich will sie halt nicht verlieren.
Die Therapeutin sagte meiner Frau dann, dass ich eine E-Mail geschrieben habe aber nicht was ich geschrieben habe.
Und das hat meiner Frau dann den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich konnte gar nicht verstehen warum. Eine gemeinsame Freundin von uns, die auch in den ganzen Tagen versucht hat zu vermitteln hat sich die E-Mail auch durchgelesen und sagte auch, an der E-Mail ist nichts schlimmes dran. Ganz im Gegenteil. Sie meinte dann zu mir, schick deiner Frau die E-Mail.
Das tat ich dann auch sofort aber es kam nur noch der reinste Hass von ihr. Sie ist gar nicht auf den Inhalt eingegangen. Ich solle einfach nur noch aus ihrem Leben verschwinden.
Seit vergangenen Donnerstag ist jetzt komplette Funkstille. Auch wegen der Kinder fragt sie gar nicht mehr nach. Ich habe nichts mehr von ihr gehört.
Ich habe jetzt in den letzten Tagen mehrere Psychologen aufgesucht, auch welche die sich auf Boderline spezialisiert haben, weil ich einfach nicht glauben kann, dass jetzt einfach alles vorbei ist.
Bitte sagt mir ehrlich eure Meinung. Auch, dass sie gar kein Kontakt mehr zu ihren Kindern sucht, macht mir Sorge.
Nächste Woche Dienstag soll sie nach Hause kommen und ich habe echt große Angst und weiß nicht, was ich tun soll.