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Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

J

Jules189
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Hallo liebe Community,

die letzten zwei Wochen sind die reinste Hölle für mich und ich weiß einfach nicht, was ich glauben und empfinden soll. Da hier eine Menge Menschen mit ähnlichen Schicksalsschlägen sind, suche ich um Rat, wie es weitergehen soll.

Ich versuche euch alles so präzise wie möglich zu erklären.

Kurz zu uns: Ich bin 36 Jahre alt, meine Frau ist 34 Jahre alt. Wir kennen uns seit über 18 Jahren, noch aus der Zeit in der Berufsschule, waren immer super Freunde. Seit etwas über 11 Jahren sind wir ein Paar und seit 2 Jahren verheiratet. Wir haben zwei wundervolle Kinder von 4 und 6 Jahren.

Die ersten 5 Jahre unserer Beziehung verliefen wundervoll. Wir haben uns super gut verstanden und wirklich toll harmoniert. Wir hatten keine großen Probleme und Streitigkeiten.

Dann wurde meine Frau Schwanger und wir bekamen unser erstes Kind. Zu dieser Zeit bewohnten wir eine kleine aber schöne Wohnung. Der einzige Nachteil war, dass wir in dieser Stadt keine Familie und keine wirklichen Freunde hatten, die uns mit unserem Neugeborenen hätten unterstützen können.
Neben der Geburt unseres Kindes habe ich auch eine große berufliche Veränderung vollzogen. Ich hatte mich selbstständig gemacht bzw. ich habe mich in eine gut laufende Firma eingekauft.
Da ich aber größtenteils am PC arbeitete, konnte ich sehr viel zu Hause sein. Also unterstützte ich meine Frau im Haushalt etc. wo ich konnte.
Soweit war zwischen uns immer noch alles gut.

Zwei Jahre später, kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes war klar, dass wir ein größeres Zuhause brauchen. Also zogen wir in ein größeres Haus, was leider sehr ländlich gelegen war. Da auch noch die Corona-Hochzeit war, hatten wir es sehr sehr schwer neue Kontakte zu knüpfen. Meine Frau und ich waren also noch mehr auf uns alleine gestellt.

Hier begann dann auch der Bruch und wir hatten erste größere Konflikte. Zusätzlich stieg bei mir der Druck wegen der Firma, dass ich jeden Tag mental recht angespannt war.
Nun folgte eine Spirale an immer mehr Problemen. Meine Frau mit den Kindern überlastet, ich immer mehr Druck mit der Firma und dass ich genug Geld nach Hause bringe. Dann keine Familie und Freunde um uns herum. Dann entfernten wir uns auch immer weiter, da wir nur noch für die Kinder, den Haushalt und die Arbeit gelebt haben. Keine Freizeit und Hobbys.
Dann habe ich leider einen großen Fehler gemacht und bin meiner Frau einmal fremdgegangen. Ich habe ihr dies gebeichtet und sie hat es mir nach einer Zeit verziehen. Wir haben darüber gesprochen und mir war zu der Zeit klar, das passiert nicht noch einmal, denn du liebst deine Frau. Ich fühlte mich seit langem nicht gesehen und geliebt.

In den folgenden Jahren wurde die Belastung für meine Frau und für mich immer größer. Es folgte ein Problem nach dem anderen. Also nicht nur Beziehungsthemen, auch Dinge von Außen. So mussten wir beispielsweise aus dem Haus ausziehen, weil dort eine Nachbarin den reinsten Psychoterror gemacht hat wegen unserer Kinder und meine Frau das nicht mehr ertragen konnte.

Wir sind also jetzt ca. 1,5 bis 2 Jahre vor der heutigen Situation. Durch den sehr spontanen Umzug, der aber aus unserer Sicht wirklich notwendig war, haben wir auch die Kita Plätze unserer Kinder verloren. Und hier kam dann einer der größten Rückschläge für meine Frau. Meine Frau hatte gerade erst wieder angefangen zu arbeiten und sie hat ihren Job immer geliebt. Und jetzt war sie gezwungen sich krank zu melden, damit sie für die Kinder da sein konnte. Trotz Klage gegen die Stadt haben wir keinen Kita Platz bekommen, da es in dieser Stadt zu der Zeit über 150 Kinder waren, die keinen Platz hatten. Durch diesen Rückschlag begann die Höllenspirale. Wir hatten immer mehr Druck, wir streiteten uns immer mehr. Dann musste meine Frau sogar zum Psychiater. Er hat ihr über Monate verschiedene Anti-Depressiva verschrieben. Nichts davon hat gewirkt, ganz im Gegenteil sogar. Dann hieß es sie hätte ADHS und / oder Autismus. Dann wieder Medikamenten Umstellung auf Ritalin. In diesem ganzen Chaos war sie gar nicht mehr sie selber. Sie wurde extrem aggressiv, auch unseren Kindern gegenüber. Das ging soweit bis zu Selbstmordandrohungen und Trennungsäußerungen. Es war über Monate ein extremes Hoch und Runter.

Dann ging auch meine Firma kaputt. Ich entschied mich dann, erst mal nur für meine Frau und meine Kinder da zu sein.
Und tatsächlich wurde gerade unsere Beziehung zueinander wieder viel viel besser. Ich habe mich um meine Frau gekümmert, habe einen Großteil vom Haushalt gemacht um ihr den Rücken freizuhalten und mich um die Kinder gekümmert.
Es war wirklich wieder toll. Meine Frau sagte mir in diesen Monaten mehrfach, wie stolz sie auf mich sei. Sie schätzt meine Hilfe und verbringt wieder richtig gerne Zeit mit mir. Sie fühlt sich wieder richtig geliebt und wertgeschätzt. Das hat mir so gut getan und ich wollte einfach, dass es meiner Frau besser geht.

Jetzt begann die Reha. Sie fuhr dort hin und die ersten 2,5 Wochen haben wir uns auch weiterhin so toll verstanden. Jeden Tag haben wir geschrieben und / oder telefoniert. Sie war so emphatisch und liebevoll wie seit Jahren nicht mehr und ich dachte mir nur, wow diese Frau ist so etwas Besonderes und ich liebe sie so sehr. Ich war so motiviert mich um unsere Kinder zu kümmern und für sie unser Zuhause noch schöner zu machen.

Und jetzt kam die böse Überraschung. Von heute auf morgen war von dieser Empathie und Liebe nichts mehr zu spüren. Sie schrieb nur noch sehr wenig und wenn war es sehr kalt.
Gut, ich dachte mir, dass sie viel dort verarbeiten muss und vieles wieder aus der Schublade holen muss (ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass sie vor unserer Zeit drei heftige Traumata erfahren musste. Einmal in der frühesten Kindheit von ihren Eltern, dann mit 12 / 13 Jahren ca und einmal in ihrer ersten Beziehung als sie ca. 18 / 19 Jahre alt war).
Nun, ich fragte sie einfach, ob sie viel zu verarbeiten hat. Sie sagte einfach nur Ja.
Jetzt vergingen zwei Tage und dann telefonierten wir. Sie sagte mir, dass sie nicht an ADHS oder Autismus leidet, sondern wohl an einer schweren Borderline Persönlichkeitsstörung.
Ich hatte bisher noch nicht so viel Ahnung davon, begann aber sofort mich in das Thema intensiv einzuarbeiten. Und nach Tagen voller Recherche muss ich sagen, dass dadurch viele Verhaltensmuster in der Vergangenheit auf einmal Sinn ergeben.

Kommen wir nun zu den letzten Tagen, nach diesem Bruch. In dem einen Moment sagt sie aufrichtig, dass sie mich liebt und mit mir alt werden will. Sieht die ganzen schönen Dinge und positiven Entwicklungen und in dem anderen Moment liebt sie mich nicht mehr, ist eiskalt und will sich sogar trennen.

Ich hatte Panik, denn ich war nicht nur überfordert mit diesem Hin und Her. Die letzten Monate waren ja so gut, was sie selber bestätigte aber auf einmal waren alle diese tollen Dinge bei ihr gar nicht mehr existent. Nur noch Abwertung!

In meiner Panik sie zu verlieren, habe ich dann mit einer Notlüge versucht, sie ans Telefon zu bekommen, damit wir alles klären können. Sie ging auch dran aber es war immer noch sehr kalt.

Ein Tag später fand sie heraus, dass ich sie angelogen habe.

Nun habe ich eine E-Mail an ihre Therapeutin geschickt. Ohne jegliche Vorwürfe, einfach nur eine Reflektion der letzten Tage und dass ich um Hilfe ersuche, damit wir zumindest ein Gespräch führen können. Immerhin haben wir auch zwei Kinder und ich will sie halt nicht verlieren.

Die Therapeutin sagte meiner Frau dann, dass ich eine E-Mail geschrieben habe aber nicht was ich geschrieben habe.
Und das hat meiner Frau dann den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich konnte gar nicht verstehen warum. Eine gemeinsame Freundin von uns, die auch in den ganzen Tagen versucht hat zu vermitteln hat sich die E-Mail auch durchgelesen und sagte auch, an der E-Mail ist nichts schlimmes dran. Ganz im Gegenteil. Sie meinte dann zu mir, schick deiner Frau die E-Mail.

Das tat ich dann auch sofort aber es kam nur noch der reinste Hass von ihr. Sie ist gar nicht auf den Inhalt eingegangen. Ich solle einfach nur noch aus ihrem Leben verschwinden.

Seit vergangenen Donnerstag ist jetzt komplette Funkstille. Auch wegen der Kinder fragt sie gar nicht mehr nach. Ich habe nichts mehr von ihr gehört.

Ich habe jetzt in den letzten Tagen mehrere Psychologen aufgesucht, auch welche die sich auf Boderline spezialisiert haben, weil ich einfach nicht glauben kann, dass jetzt einfach alles vorbei ist.

Bitte sagt mir ehrlich eure Meinung. Auch, dass sie gar kein Kontakt mehr zu ihren Kindern sucht, macht mir Sorge.

Nächste Woche Dienstag soll sie nach Hause kommen und ich habe echt große Angst und weiß nicht, was ich tun soll.

#1


Scheol
@Jules189
Zitat:
aus der Schublade holen muss (ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass sie vor unserer Zeit drei heftige Traumata erfahren musste. Einmal in der frühesten Kindheit von ihren Eltern, dann mit 12 / 13 Jahren ca und einmal in ihrer ersten Beziehung als sie ca. 18 / 19 Jahre alt war).

Welche Arten von Trauma waren das gewesen ?


Zitat:
Dann wurde meine Frau Schwanger und wir bekamen unser erstes Kind.

Wie war die Schwangerschaft / Geburt ? Locker , normal ?

Zitat:
Zu dieser Zeit bewohnten wir eine kleine aber schöne Wohnung. Der einzige Nachteil war, dass wir in dieser Stadt keine Familie und keine wirklichen Freunde hatten, die uns mit unserem Neugeborenen hätten unterstützen können.

Wie kam deine Frau mit der Situation klar ?

Zitat:
Neben der Geburt unseres Kindes habe ich auch eine große berufliche Veränderung vollzogen. Ich hatte mich selbstständig gemacht bzw. ich habe mich in eine gut laufende Firma eingekauft.
Da ich aber größtenteils am PC arbeitete, konnte ich sehr viel zu Hause sein. Also unterstützte ich meine Frau im Haushalt etc. wo ich konnte.
Soweit war zwischen uns immer noch alles gut.

War die Selbstständigkeit sicher oder gab es da aus der Sicht deiner Partnerin Probleme ?


Zitat:
Meine Frau und ich waren also noch mehr auf uns alleine gestellt.

War das für sie ein Problem ?

Zitat:
Hier begann dann auch der Bruch und wir hatten erste größere Konflikte. Zusätzlich stieg bei mir der Druck wegen der Firma, dass ich jeden Tag mental recht angespannt war.
Nun folgte eine Spirale an immer mehr Problemen.


Zitat:
Meine Frau mit den Kindern überlastet, ich immer mehr Druck mit der Firma und dass ich genug Geld nach Hause bringe. Dann keine Familie und Freunde um uns herum. Dann entfernten wir uns auch immer weiter, da wir nur noch für die Kinder, den Haushalt und die Arbeit gelebt haben. Keine Freizeit und Hobbys.

Also kein sicheres Einkommen aus der Perspektive deiner Partnerin ?

Zitat:
Dann habe ich leider einen großen Fehler gemacht und bin meiner Frau einmal fremdgegangen. Ich habe ihr dies gebeichtet und sie hat es mir nach einer Zeit verziehen.

Wann war das genau ? 1-3 Jahre vor der Zeit hier ?


Zitat:
Wir haben darüber gesprochen und mir war zu der Zeit klar, das passiert nicht noch einmal, denn du liebst deine Frau. Ich fühlte mich seit langem nicht gesehen und geliebt.

Weil ?

Und sie war happy ?

Zitat:
In den folgenden Jahren wurde die Belastung für meine Frau und für mich immer größer. Es folgte ein Problem nach dem anderen. Also nicht nur Beziehungsthemen, auch Dinge von Außen.

Also größere Probleme ? Finanzieller oder gesundheitlicher Sicht ?


Zitat:
So mussten wir beispielsweise aus dem Haus ausziehen, weil dort eine Nachbarin den reinsten Psychoterror gemacht hat wegen unserer Kinder und meine Frau das nicht mehr ertragen konnte.

Wie hat sie den Umzug verkraftet ? Wie hat sie den Psychoterror verkraftet ?

Zitat:
Wir sind also jetzt ca. 1,5 bis 2 Jahre vor der heutigen Situation.



Zitat:
Durch den sehr spontanen Umzug, der aber aus unserer Sicht wirklich notwendig war, haben wir auch die Kita Plätze unserer Kinder verloren. Und hier kam dann einer der größten Rückschläge für meine Frau. Meine Frau hatte gerade erst wieder angefangen zu arbeiten und sie hat ihren Job immer geliebt.



Zitat:
Durch diesen Rückschlag begann die Höllenspirale. Wir hatten immer mehr Druck, wir streiteten uns immer mehr.

Sie nicht arbeiten. Somit stimmte das Geld nicht ?


Zitat:
Dann musste meine Frau sogar zum Psychiater. Er hat ihr über Monate verschiedene Anti-Depressiva verschrieben. Nichts davon hat gewirkt, ganz im Gegenteil sogar.

Welche Diagnose hat sie den bekommen ?

Zitat:
Dann ging auch meine Firma kaputt. Ich entschied mich dann, erst mal nur für meine Frau und meine Kinder da zu sein.

Und zum Amt ? Also weniger Geld ?


Zitat:
Und tatsächlich wurde gerade unsere Beziehung zueinander wieder viel viel besser. Ich habe mich um meine Frau gekümmert, habe einen Großteil vom Haushalt gemacht um ihr den Rücken freizuhalten und mich um die Kinder gekümmert.


Zitat:
Es war wirklich wieder toll. Meine Frau sagte mir in diesen Monaten mehrfach, wie stolz sie auf mich sei. Sie schätzt meine Hilfe und verbringt wieder richtig gerne Zeit mit mir. Sie fühlt sich wieder richtig geliebt und wertgeschätzt. Das hat mir so gut getan und ich wollte einfach, dass es meiner Frau besser geht.

Also hast du sie eine Zeitlang nicht wahrgenommen und gesehen? Wie lange war der Betrug her ?

Zitat:
Jetzt begann die Reha. Sie fuhr dort hin und die ersten 2,5 Wochen haben wir uns auch weiterhin so toll verstanden. Jeden Tag haben wir geschrieben und / oder telefoniert. Sie war so emphatisch und liebevoll wie seit Jahren nicht mehr und ich dachte mir nur, wow diese Frau ist so etwas Besonderes und ich liebe sie so sehr. Ich war so motiviert mich um unsere Kinder zu kümmern und für sie unser Zuhause noch schöner zu machen.

Da hat sie recht wenig Ablenkung , ist auf sich zurück geworfen und da kommt viele hoch.

Zitat:
Und jetzt kam die böse Überraschung. Von heute auf morgen war von dieser Empathie und Liebe nichts mehr zu spüren. Sie schrieb nur noch sehr wenig und wenn war es sehr kalt.
Gut, ich dachte mir, dass sie viel dort verarbeiten muss und vieles wieder aus der Schublade holen muss

Muss man nicht , das macht man im Normalfall bei, Therapeuten Vorort zuhause und nicht in der Reha bei 3-5 Stunden bei einem fremden Therapeuten wo eine Stunde weg ist für die Begrüßung und eine Stunde weg ist für das Abschlussgespräch.

Zitat:
(ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass sie vor unserer Zeit drei heftige Traumata erfahren musste. Einmal in der frühesten Kindheit von ihren Eltern, dann mit 12 / 13 Jahren ca und einmal in ihrer ersten Beziehung als sie ca. 18 / 19 Jahre alt war).

Vermutlich sind hier noch ein paar mehr in der Historie.

Zitat:
sondern wohl an einer schweren Borderline Persönlichkeitsstörung.

Die BPS hat zu 80 % Überschneidungen zu komplexen PTBS.

Zitat:
Ich hatte bisher noch nicht so viel Ahnung davon, begann aber sofort mich in das Thema intensiv einzuarbeiten. Und nach Tagen voller Recherche muss ich sagen, dass dadurch viele Verhaltensmuster in der Vergangenheit auf einmal Sinn ergeben.

Eine schwere BPS hättest du wohl nicht übersehen die letzen Jahre. Und sie wäre nicht umgezogen sondern die Nachbarin wäre vermutlich umgezogen.

Zitat:
Sieht die ganzen schönen Dinge und positiven Entwicklungen und in dem anderen Moment liebt sie mich nicht mehr, ist eiskalt und will sich sogar trennen.



Zitat:
Ich hatte Panik, denn ich war nicht nur überfordert mit diesem Hin und Her. Die letzten Monate waren ja so gut, was sie selber bestätigte aber auf einmal waren alle diese tollen Dinge bei ihr gar nicht mehr existent. Nur noch Abwertung!

Abwertung wegen dem fremdgehen von dir ? Oder was genau ?

Zitat:
In meiner Panik sie zu verlieren, habe ich dann mit einer Notlüge versucht, sie ans Telefon zu bekommen, damit wir alles klären können. Sie ging auch dran aber es war immer noch sehr kalt.
Ein Tag später fand sie heraus, dass ich sie angelogen habe.


Zitat:
Nun habe ich eine E-Mail an ihre Therapeutin geschickt. Ohne jegliche Vorwürfe, einfach nur eine Reflektion der letzten Tage und dass ich um Hilfe ersuche, damit wir zumindest ein Gespräch führen können. Immerhin haben wir auch zwei Kinder und ich will sie halt nicht verlieren.

Ich bemehle mal in ihren sage Space eingedrungen.

Zitat:
Die Therapeutin sagte meiner Frau dann, dass ich eine E-Mail geschrieben habe aber nicht was ich geschrieben habe.
Und das hat meiner Frau dann den Boden unter den Füßen weggerissen.

Vermutlich ihre Schutzzone infiltriert.

Zitat:
Ich konnte gar nicht verstehen warum. Eine gemeinsame Freundin von uns, die auch in den ganzen Tagen versucht hat zu vermitteln hat sich die E-Mail auch durchgelesen und sagte auch, an der E-Mail ist nichts schlimmes dran. Ganz im Gegenteil. Sie meinte dann zu mir, schick deiner Frau die E-Mail.

Nicht der Inhalt war das Problem , sondern der Umstand das du sie an die Therapeutin geschickt hast vermute ich.

Zitat:
Das tat ich dann auch sofort aber es kam nur noch der reinste Hass von ihr. Sie ist gar nicht auf den Inhalt eingegangen. Ich solle einfach nur noch aus ihrem Leben verschwinden.

Fight Modus ?

Was scheint sie den ?

Zitat:
Seit vergangenen Donnerstag ist jetzt komplette Funkstille. Auch wegen der Kinder fragt sie gar nicht mehr nach. Ich habe nichts mehr von ihr gehört.

Hat sie eine Therapie zuhause gemacht ? Theoretisch muss sie das sonst kann sie nicht zur Reha fahren. Weil alle Leistungen Vorort ausgeschöpft sein müssen.

Wenn sie keine Therapie gemacht hat Sitz sie nun ohne Werkzeug da wie sie sich selbst regulieren kann.

Zitat:
Ich habe jetzt in den letzten Tagen mehrere Psychologen aufgesucht, auch welche die sich auf Boderline spezialisiert haben, weil ich einfach nicht glauben kann, dass jetzt einfach alles vorbei ist.

Und das sollte die tun ?

Zitat:
Bitte sagt mir ehrlich eure Meinung. Auch, dass sie gar kein Kontakt mehr zu ihren Kindern sucht, macht mir Sorge.



Zitat:
Nächste Woche Dienstag soll sie nach Hause kommen und ich habe echt große Angst und weiß nicht, was ich tun soll.

x 3 #2


A


Völlig unerwartete Trennung nach 11 Jahren /Borderline?

x 3


Canis_Lupus
Ich bin selbst Borderliner. Ich bin der Meinung, dass du die Störung deutlich früher gemerkt hättest als in der jetzigen Phase.
Das du mal eine „Richtschnur“ hast, was in ihr vorgeht - in der DBT-Therapie lernst du unter anderem, dass „wir" 9 Mal mehr fühlen als jemand, der eben nicht davon betroffen ist. Jedes Gefühl ist schwer zu ertragen und wechselt im Sekundentakt (bei mir z. B. tut sogar Liebe weh).
Bei dieser Diagnose spielt aber auch der Charakter mit rein, deswegen kann man nur bedingt helfen. Du kennst sie am Besten und wirst ihr Wesen kennen.
„Wir" lassen uns auch nicht gerne helfen, viele, weil der Gedanke existiert, wir sind es nicht wert.
Ich erwähne das mit dem Charakter, weil ich z. B. völlig ausgetickt wäre, wenn die Partnerin fremd gegangen wäre...inklusive Selbstverletzung. Auch Lügen bringen das Fass zum Überlaufen Ich glaube, es ist schwer, ihr von hier zu helfen, weil eine Persönlichkeitsstörung Fachpersonal braucht.
Also ich würde mich jetzt mit ChatGPT beschäftigen, ich denke, das könnte helfen. Stichworte - DBT-Therapie und Schema-Therapie.

x 2 #3


Sonnenschein85
Zitat von Canis_Lupus:
Ich bin selbst Borderliner. Ich bin der Meinung, dass du die Störung deutlich früher gemerkt hättest als in der jetzigen Phase. Das du mal eine ...

Sehr interessant. Das wusste ich gar nicht das die Gefühle wirklich so extrem viel stärker empfunden werden. 🙂

x 1 #4


GreenTara
@Canis_Lupus
Zitat von Canis_Lupus:
dass „wir" 9 Mal mehr fühlen

Ist das nicht individuell? Und wie kann man Gefühlstiefe messen?

x 2 #5


Sonnenschein85
Zitat von GreenTara:
@Canis_Lupus Ist das nicht individuell? Und wie kann man Gefühlstiefe messen?

Ich habe auch oft das Gefühl tiefer/intensiver zu fühlen, aber gute Frage, wie man das messen oder vergleichen kann.

x 2 #6


Catalina
Zitat von Jules189:
Sie sagte mir, dass sie nicht an ADHS oder Autismus leidet, sondern wohl an einer schweren Borderline Persönlichkeitsstörung.

Ohje, deine Frau scheint in einer tiefen, persönlichen Krise zu stecken und das tut mir sehr leid für euch beide. Ich wundere mich über die verschiedenen Diagnosen, die hier aufgekommen sind und frage mich aufgrund von was sie gestellt wurden. Ich habe selber ADHS und musste vor der Diagnose eine lange und ausführliche Testung durchlaufen, erst dann hab ich entsprechende Medikamente bekommen. Wurde deine Frau jemals ausführlich diagnostiziert oder hat sie Ritalin nur auf Verdacht bekommen?

Und was die schwere BPS angeht, wäre dir die über die Jahre sicher nicht verborgen geblieben. Ich hab eine Borderlinerin im näheren Umfeld, der merkt man das ziemlich deutlich an, zumindest, wenn man sie näher kennt. Du schreibst, dass du dich damit befasst hast und einiges bei ihr wiedererkannt hast. Magst du erzählen, was das war?

#7


Canis_Lupus
@GreenTara @Sonnenschein85

Ich kann es dir ehrlich gesagt nicht beantworten und auch wie man es misst, ist mir ein Rätsel. Gut möglich, dass das individuell ist. Ich hatte mal eine Kopie eines DBT-Arbeitsbuchs, wo das geschildert wurde, und das ist bei mir hängen geblieben, weil es für meine Person/Charakter treffend war. Es erklärt zum Beispiel, warum der Borderliner oft theatralisch wirkt (was bei mir z.B auch der Fall ist)
Hier wäre ein Auszug, den ich gesucht hatte:

Borderline-Patienten erleben Gefühle oft als extrem intensiv, wobei Emotionen bis zu neunmal stärker empfunden werden können als bei Menschen ohne diese Störung. Diese emotionale Achterbahnfahrt äußert sich durch extreme Stimmungsschwankungen, heftige Wutausbrüche, chronische innere Leere und eine tiefgreifende Angst vor dem Verlassenwerden.
Kernaspekte der intensiven Borderline-Gefühle:
Intensität: Emotionen wie Freude, Wut oder Trauer treten nicht moderat, sondern oft in voller Stärke auf.
Schnelle Wechsel: Stimmungsänderungen können innerhalb von Minuten oder Stunden von extremer Hochstimmung bis zu tiefer Verzweiflung führen.
Dauerhaftigkeit: Gefühlsstürme sind schwer kontrollierbar und halten oft an, selbst wenn der Auslöser bereits vorbei ist.
Wahrnehmung: Aufgrund gestörter Kommunikation in bestimmten Hirnzentren werden Emotionen weitaus intensiver verarbeitet.

Beziehung zu 9-fach stärkeren Gefühlen:
Die Beschreibung, dass Gefühle "bis zu neunmal stärker" sind, verdeutlicht die enorme emotionale Überforderung, der Betroffene oft schutzlos ausgeliefert sind. Dies führt häufig zu einem ständigen Kampf um ein emotionales Gleichgewicht.

x 4 #8


Sonnenschein85
Zitat von Canis_Lupus:
@GreenTara @Sonnenschein85 Ich kann es dir ehrlich gesagt nicht beantworten und auch wie man es misst, ist mir ein Rätsel. Gut möglich, dass das ...

Danke für deine ausführliche Erklärung. 👍

x 1 #9


GreenTara
@Canis_Lupus
Danke für deine Erläuterung.
Habe mal gegoogelt, es gibt tatsächlich Methoden, Biofeedback, Nervenleitfähigkeit etc. die überprüfbar sind. Diese sind umstritten, im Gegensatz zu der Erkenntnis der Überforderung. Daher fällt es mir auch schwer zu verstehen, dass der TE so spät die Symptome bemerkt hat.

x 2 #10


Jane_1
Hallo Jules,

Ich schließe mich den anderen an. Eine Borderline Störung, v.a eine schwere, hättest du schon viel viel früher gemerkt. Zwischen der BPS, ADHS und der komplexen PTSB sind viele Überschneidungen. Die k-PTBS ist aber noch relativ neu als Diagnose dazugekommen und auch Psychologen sind Menschen, also fehlbar. Auch ich gehe vermessenerweise (bin keine Fachfrau) von einer fehlerhaften Diagnose aus.

Rehas bieten Angehörigengespräche an. Wie sieht es damit aus?

Zu der Vorgeschichte: euch und besonders deiner Frau sind viele tragende Säulen im Leben weggebrochen. Wir Menschen brauchen Stabilität und Sicherheit. Die vielen Umbrüche und Probleme scheinen deine Frau destabilisiert zu haben.
Dass sie in einer Reha gelandet ist, wundert mich nicht.

Wie sie sich dir gegenüber verhält, schon. Kannst du sie am Wochenende besuchen?
Kann es sein, dass sie einen Mann dort kennengelernt hat und dadurch emotional durcheinander ist?

x 1 #11


Canis_Lupus
Zitat:
Eine Borderline Störung, v.a eine schwere, hättest du schon viel viel früher gemerkt.

War mir auch aufgefallen.
Wie gesagt, spielt der Charakter da mit rein und man unterscheidet auch zwischen F60.30 und F60.31...aber bei dem Wort „schwer" denke ich zuallererst an Selbstverletzung DAS bekommt man mit. Es verletzt sich aber nicht jeder unbedingt selbst...aber ich hatte hier schon „Krisen“ … das darf ich aus Triggergründen gar nicht weiter ausführen.
Das wäre was, wo du ihr helfen kannst...mal besprechen, was sie triggert, um sowas gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Und wenn sie sich wirklich verletzen sollte, wäre Wundversorgung auch was, was man lernen sollte...ich habe mir das zumindest angeeignet, da das mal recht häufig bei mir war...

x 1 #12


L
Hallo @Jules189,
vieles von dem was du schreibst hab ich ähnlich erlebt, wenn auch nicht so extrem von jetzt auf gleich.
Verlassen wurde ich vor 7 Wochen ... 2 Monate davor sagte sie noch das ich sie nie ohne Vorwarnung verlasse dürfe.
Von der Verdachtsdiagnose Depression inkl. Medikamente, bis zur aktuellen Diagnose ADHS hab ich alles mitgemacht.

Meine Ex war vor 7 Jahren mal auf eine MuKi Kur wo ihr indirekt geraten wurde mich zu verlassen ... die Probleme und Überforderungen die sie schilderten wurden nicht hinterfragt, auch nicht das sehr ambivalente Verhältnis zu ihrer Mutter das sie schilderte und die sie auch immer wieder unter Druck setzte.
-> Auf die Therapeutin dort brauchst du nicht zu setzen, die haben z.T. auch aufgrund des geringen Stundenumfanges vor Ort eine sehr begrenzte Sicht auf die Fälle.

Was kannst du tun?
Kannst du deiner Frau noch schreiben? Dann schhreib ihr vielleicht das du sie nicht verletzen wolltest und das du gerne in Ruhe mit ihr reden möchtest wenn sie wieder da ist. Und dann gib ihr Ruhe wenn sie keinen Kontakt wünscht oder belasses es bei einen "Guten Morgen, wünsch dir einen schönen Tag" falls ihr sowas bisher wichtig war.

Setz sie wenn sie kommt nicht unter Druck, versuch nicht mit einem "Wissensvorsprung" in eurer Gespräch zu gehen (kein "ich hab gelesen dass ..."), sondern lass sie dann sprechen und erzählen.
Was in deiner Frau vorgehen könnte wurde ja oben schon beschrieben und vermutlich versucht sie selbst noch die verschieden Disgnosen in den sie sich ja auch immer erstmal selbst wiedererkannt hat zu verarbeiten. Ob sie das mit dir verarbeiten möchte darauf hast du womöglich gar kein so großen Einfluss.

Und bereite dich ggf. auf das schlimmste vor ... ändere deine Kontozugangsdaten falls sie die kennt, sichere ggf. Wertgegenstände von dir.
Beim Thema Selbstfindungstripp würde ich auch einen Kurschatten nicht ausschließen.

Das wichtigste sei für deine Kids da ... versuch sie insbesondere nichts von deiner Panik spüren zu lassen (auch wenn das dass schwerste ist).

Ich wünsch dir von Herzen das alles gut wird, Grüße.

x 1 #13


J
@Scheol

Erst einmal möchte ich mich schon mal ganz herzlich bei dir und auch den anderen für eure Antworten bedanken.

Welche Arten von Trauma waren das gewesen ?
Fehlende Liebe und Geborgenheit währen der ganzen Kindheit. Ihre Eltern waren grausam, haben sie regelrecht verstoßen. Das ging soweit, dass sie mit ca. 8 oder 9 mehrfach von zu Hause abgehauen ist und teilweise auf der Straße lebte.
Dann geriet sie mit ca. 12 / 13 an einen päd., der ihr diese Liebe vorgaukelte. Den Rest brauche ich hier nicht weiter ausführen.
Und mit ca. 18 / 19 wurde sie von ihrem damaligen Freund schwanger. Der kam damit aber nicht klar und hat so auf sie eingeschlagen, dass sie das Kind verlor.

Zitat:
Dann wurde meine Frau Schwanger und wir bekamen unser erstes Kind.

Trigger

?




Zitat:
Zu dieser Zeit bewohnten wir eine kleine aber schöne Wohnung. Der einzige Nachteil war, dass wir in dieser Stadt keine Familie und keine wirklichen Freunde hatten, die uns mit unserem Neugeborenen hätten unterstützen können.

Wie kam deine Frau mit der Situation klar ?
Das war das reinste Zermürben für sie. Es ging soweit, dass wir am Ende jedes Wochenende geflüchtet sind.

Zitat:
Neben der Geburt unseres Kindes habe ich auch eine große berufliche Veränderung vollzogen. Ich hatte mich selbstständig gemacht bzw. ich habe mich in eine gut laufende Firma eingekauft.
Da ich aber größtenteils am PC arbeitete, konnte ich sehr viel zu Hause sein. Also unterstützte ich meine Frau im Haushalt etc. wo ich konnte.
Soweit war zwischen uns immer noch alles gut.

War die Selbstständigkeit sicher oder gab es da aus der Sicht deiner Partnerin Probleme ?
Finanziell war es in den ersten 4 Jahren sicher.


Zitat:
Meine Frau und ich waren also noch mehr auf uns alleine gestellt.

War das für sie ein Problem ?
Ja, ein sehr großes Problem sogar. Ich war immer ihre einzige Bezugsperson in allen Belangen.

Zitat:
Hier begann dann auch der Bruch und wir hatten erste größere Konflikte. Zusätzlich stieg bei mir der Druck wegen der Firma, dass ich jeden Tag mental recht angespannt war.
Nun folgte eine Spirale an immer mehr Problemen.


Zitat:
Meine Frau mit den Kindern überlastet, ich immer mehr Druck mit der Firma und dass ich genug Geld nach Hause bringe. Dann keine Familie und Freunde um uns herum. Dann entfernten wir uns auch immer weiter, da wir nur noch für die Kinder, den Haushalt und die Arbeit gelebt haben. Keine Freizeit und Hobbys.

Also kein sicheres Einkommen aus der Perspektive deiner Partnerin ?
Ja, das kann man so sagen.

Zitat:
Dann habe ich leider einen großen Fehler gemacht und bin meiner Frau einmal fremdgegangen. Ich habe ihr dies gebeichtet und sie hat es mir nach einer Zeit verziehen.

Wann war das genau ? 1-3 Jahre vor der Zeit hier ?
3 Jahre vor der jetzigen Zeit.


Zitat:
Wir haben darüber gesprochen und mir war zu der Zeit klar, das passiert nicht noch einmal, denn du liebst deine Frau. Ich fühlte mich seit langem nicht gesehen und geliebt.

Weil ?
Weil wir für uns als Paar immer weniger, eigentlich gar keine Zeit mehr hatten.
Und sie war happy ?
Sie sagte oft ja aber ich denke nein.

Zitat:
In den folgenden Jahren wurde die Belastung für meine Frau und für mich immer größer. Es folgte ein Problem nach dem anderen. Also nicht nur Beziehungsthemen, auch Dinge von Außen.

Also größere Probleme ? Finanzieller oder gesundheitlicher Sicht ?
Ja vor allem finanziell, und halt die immer größeren Aufgaben rund um die Kinder und Haushalt.


Zitat:
So mussten wir beispielsweise aus dem Haus ausziehen, weil dort eine Nachbarin den reinsten Psychoterror gemacht hat wegen unserer Kinder und meine Frau das nicht mehr ertragen konnte.

Wie hat sie den Umzug verkraftet ? Wie hat sie den Psychoterror verkraftet ?
Sie war erleichtert als wir endlich aus dem Haus raus waren aber das hat halt sehr an ihr genagt. Sich nie wirklich zu Hause und geborgen zu führen wegen der Probleme dieser Nachbarin.

Zitat:
Wir sind also jetzt ca. 1,5 bis 2 Jahre vor der heutigen Situation.



Zitat:
Durch den sehr spontanen Umzug, der aber aus unserer Sicht wirklich notwendig war, haben wir auch die Kita Plätze unserer Kinder verloren. Und hier kam dann einer der größten Rückschläge für meine Frau. Meine Frau hatte gerade erst wieder angefangen zu arbeiten und sie hat ihren Job immer geliebt.



Zitat:
Durch diesen Rückschlag begann die Höllenspirale. Wir hatten immer mehr Druck, wir streiteten uns immer mehr.

Sie nicht arbeiten. Somit stimmte das Geld nicht ?
Ich habe es durch Kredite immer aufgefangen. Ihr fehlte einfach die Arbeit unter anderen Leuten und nicht mehr immer nur die Mamarolle spielen zu müssen.


Zitat:
Dann musste meine Frau sogar zum Psychiater. Er hat ihr über Monate verschiedene Anti-Depressiva verschrieben. Nichts davon hat gewirkt, ganz im Gegenteil sogar.

Welche Diagnose hat sie den bekommen ?
Erst nur Depression, es folgten verschiedene Anti Depressive (ich meine es waren 4 verschiedene in ca. 12 Monaten). Dann hieß es vom Psychiater auf einmal ADHS, dann hieß es Autismus. Dann kam zum Schluss Ritalin, das nimmt sie meines Wissen bis heute. Als wir noch in Kontakt waren währen der Reha sagte sie mir, dass in der Reha die Medikation nicht geändert wird.

Zitat:
Dann ging auch meine Firma kaputt. Ich entschied mich dann, erst mal nur für meine Frau und meine Kinder da zu sein.

Und zum Amt ? Also weniger Geld ?
Ja, es folgten Insolvenz und Hilfe vom Amt.


Zitat:
Und tatsächlich wurde gerade unsere Beziehung zueinander wieder viel viel besser. Ich habe mich um meine Frau gekümmert, habe einen Großteil vom Haushalt gemacht um ihr den Rücken freizuhalten und mich um die Kinder gekümmert.


Zitat:
Es war wirklich wieder toll. Meine Frau sagte mir in diesen Monaten mehrfach, wie stolz sie auf mich sei. Sie schätzt meine Hilfe und verbringt wieder richtig gerne Zeit mit mir. Sie fühlt sich wieder richtig geliebt und wertgeschätzt. Das hat mir so gut getan und ich wollte einfach, dass es meiner Frau besser geht.

Also hast du sie eine Zeitlang nicht wahrgenommen und gesehen? Wie lange war der Betrug her ?
Der Betrug war über 3 Jahre her. Durch den Stress mit den Firmen, dem Gelddruck, der Belastung zu Hause alleine mit den zwei Kindern und dem großen Rechtsstreit wegen der Kita Plätze war ich so unter Strom, dass ich den Blick auf sie öfter mal verloren habe.

Zitat:
Jetzt begann die Reha. Sie fuhr dort hin und die ersten 2,5 Wochen haben wir uns auch weiterhin so toll verstanden. Jeden Tag haben wir geschrieben und / oder telefoniert. Sie war so emphatisch und liebevoll wie seit Jahren nicht mehr und ich dachte mir nur, wow diese Frau ist so etwas Besonderes und ich liebe sie so sehr. Ich war so motiviert mich um unsere Kinder zu kümmern und für sie unser Zuhause noch schöner zu machen.

Da hat sie recht wenig Ablenkung , ist auf sich zurück geworfen und da kommt viele hoch.

Zitat:
Und jetzt kam die böse Überraschung. Von heute auf morgen war von dieser Empathie und Liebe nichts mehr zu spüren. Sie schrieb nur noch sehr wenig und wenn war es sehr kalt.
Gut, ich dachte mir, dass sie viel dort verarbeiten muss und vieles wieder aus der Schublade holen muss

Muss man nicht , das macht man im Normalfall bei, Therapeuten Vorort zuhause und nicht in der Reha bei 3-5 Stunden bei einem fremden Therapeuten wo eine Stunde weg ist für die Begrüßung und eine Stunde weg ist für das Abschlussgespräch.
Und hier ist das Problem, sie hatte all die Monate hier keinen Therapeuten an ihrer Seite, auch nicht, wenn sie jetzt bald zurück kommt.

Zitat:
(ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass sie vor unserer Zeit drei heftige Traumata erfahren musste. Einmal in der frühesten Kindheit von ihren Eltern, dann mit 12 / 13 Jahren ca und einmal in ihrer ersten Beziehung als sie ca. 18 / 19 Jahre alt war).

Vermutlich sind hier noch ein paar mehr in der Historie.
Trigger

Das kann sein, sie hat mir nur diese anvertraut.



Zitat:
sondern wohl an einer schweren Borderline Persönlichkeitsstörung.

Die BPS hat zu 80 % Überschneidungen zu komplexen PTBS.
Würde ja in Zusammenhang mit den Traumata passen.

Zitat:
Ich hatte bisher noch nicht so viel Ahnung davon, begann aber sofort mich in das Thema intensiv einzuarbeiten. Und nach Tagen voller Recherche muss ich sagen, dass dadurch viele Verhaltensmuster in der Vergangenheit auf einmal Sinn ergeben.

Eine schwere BPS hättest du wohl nicht übersehen die letzen Jahre. Und sie wäre nicht umgezogen sondern die Nachbarin wäre vermutlich umgezogen.

Zitat:
Sieht die ganzen schönen Dinge und positiven Entwicklungen und in dem anderen Moment liebt sie mich nicht mehr, ist eiskalt und will sich sogar trennen.



Zitat:
Ich hatte Panik, denn ich war nicht nur überfordert mit diesem Hin und Her. Die letzten Monate waren ja so gut, was sie selber bestätigte aber auf einmal waren alle diese tollen Dinge bei ihr gar nicht mehr existent. Nur noch Abwertung!

Abwertung wegen dem fremdgehen von dir ? Oder was genau ?
Nein, Abwertung von mir selber. Dass ich nichts geändert habe, nicht an mir arbeite, nicht besser zu ihr bin usw. Dabei waren genau das die Dinge, die ich aktiv geändert habe und wo sie auch sagte, dass sie das sieht und schätzt.

Zitat:
In meiner Panik sie zu verlieren, habe ich dann mit einer Notlüge versucht, sie ans Telefon zu bekommen, damit wir alles klären können. Sie ging auch dran aber es war immer noch sehr kalt.
Ein Tag später fand sie heraus, dass ich sie angelogen habe.


Zitat:
Nun habe ich eine E-Mail an ihre Therapeutin geschickt. Ohne jegliche Vorwürfe, einfach nur eine Reflektion der letzten Tage und dass ich um Hilfe ersuche, damit wir zumindest ein Gespräch führen können. Immerhin haben wir auch zwei Kinder und ich will sie halt nicht verlieren.

Ich bemehle mal in ihren sage Space eingedrungen.
Das meinten jetzt auch die Psychologen mit denen ich in dieser Woche gesprochen habe. Dass es wohl zu übergriffig war.

Zitat:
Die Therapeutin sagte meiner Frau dann, dass ich eine E-Mail geschrieben habe aber nicht was ich geschrieben habe.
Und das hat meiner Frau dann den Boden unter den Füßen weggerissen.

Vermutlich ihre Schutzzone infiltriert.

Zitat:
Ich konnte gar nicht verstehen warum. Eine gemeinsame Freundin von uns, die auch in den ganzen Tagen versucht hat zu vermitteln hat sich die E-Mail auch durchgelesen und sagte auch, an der E-Mail ist nichts schlimmes dran. Ganz im Gegenteil. Sie meinte dann zu mir, schick deiner Frau die E-Mail.

Nicht der Inhalt war das Problem , sondern der Umstand das du sie an die Therapeutin geschickt hast vermute ich.
Ja, es war ein Hilfeschrei von mir. Ich wusste nicht, was ich noch hätte tun sollen.

Zitat:
Das tat ich dann auch sofort aber es kam nur noch der reinste Hass von ihr. Sie ist gar nicht auf den Inhalt eingegangen. Ich solle einfach nur noch aus ihrem Leben verschwinden.

Fight Modus ?
Es fühlt sich wie einer an.

Was scheint sie den ?
Meinst du, was sie schrieb?

Zitat:
Seit vergangenen Donnerstag ist jetzt komplette Funkstille. Auch wegen der Kinder fragt sie gar nicht mehr nach. Ich habe nichts mehr von ihr gehört.

Hat sie eine Therapie zuhause gemacht ? Theoretisch muss sie das sonst kann sie nicht zur Reha fahren. Weil alle Leistungen Vorort ausgeschöpft sein müssen.
Nein, keine Therapie. Sie ging nur alle 4 bis 6 Wochen zum Psychiater, der schrieb sie krank und gab ihr die verschiedensten Anti Depressiva.

Wenn sie keine Therapie gemacht hat Sitz sie nun ohne Werkzeug da wie sie sich selbst regulieren kann.

Zitat:
Ich habe jetzt in den letzten Tagen mehrere Psychologen aufgesucht, auch welche die sich auf Boderline spezialisiert haben, weil ich einfach nicht glauben kann, dass jetzt einfach alles vorbei ist.

Und das sollte die tun ?
Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich erhoffte mir eine Antwort auf meine Leere.

#14


J
Zitat von Canis_Lupus:
Ich bin selbst Borderliner. Ich bin der Meinung, dass du die Störung deutlich früher gemerkt hättest als in der jetzigen Phase. Das du mal eine „Richtschnur“ hast, was in ihr vorgeht - in der DBT-Therapie lernst du unter anderem, dass „wir" 9 Mal mehr fühlen als jemand, der eben nicht davon betroffen ...

Was ich halt sagen muss, wenn ich die vergangenen Monate und Jahre reflektiere. Dann ist es vor allem die Zeit, seit dem sie die Medikamente nimmt, wo diese extremen Auf und Abs kamen. Davor war sie nie so aggressiv, hatte selbstmord Gedanken und ähnliches.

#15


A


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