@Analysieren
Zitat von Analysieren:Du sagst selbst Du hast mit 42 Jahren keinen eigenen Freundeskreis und über Deine Familie lässt Du auch kein gutes Wort ab.
Sie scheint dagegen ein offener und kontaktfreudiger Mensch zu sein. Klingt für mich sehr nach Eigenbrödler, dem es keiner recht machen kann.
Nochmal zu Verständnis:
Ich:
Introvertierter, nicht den Kontakt suchender Mensch, dessen Lebensmittelpunkt in den vergangenen 17 Jahren seine kleine Familie war.
Sie:
Extrovertierter, ebenfalls nicht den Kontakt suchender Mensch (oh welch Wunder?), dessen Lebensmittelpunkt in den vergangenen 17 Jahren seine kleine Familie war.
Wir:
Introvertierter und extrovertierter Mensch wollten beide nie den regelmäßigen Kontakt mit anderen Menschen, einem Verein beitreten, in die Disko gehen oder sonst welche Aktivitäten, die uns mit anderen Menschen zusammengebracht hätten. Selbst als sich mal angefangen hatte, zu Joggen, wollte sie sich nicht ermutigen lassen, das mit einer Laufgruppe zu tun. Du wirst dich wundern. Ich war es, der genau dieses Thema mehrerer Male auf den Tisch brachte. Ich habe ihr mehrere Male gesagt, dass mir ein guter Freund fehlt, wie ich ihn früher hatte, dass wir schauen müssten, dass wir uns einen Freundeskreis aufbauen. Aber wir wollten es beide eigentlich gar nicht. Sie war mit ihrer BF ausreichend vernetzt. Sie hat den ganzen Tag mit kranken Menschen zu tun und muss viel reden. Sie wollte nach Feierabend keinen mehr sehen und da dann auch noch reden. Und an den Wochenenden haben wir die Familien besucht oder uns anderweitig vergnügt.
Wir haben uns miteinander beschäftigt. Fahrradfahren, Kino, Essen gehen, Reisen, Spaziergänge. Sie hat sich mit ihrer BF getroffen, wann immer sie das wollte. Dann sind sie Essen oder ins Kino gegangen. Ich hatte genug mit meiner Arbeit als Selbständiger zu tun, so dass mir sogar noch Zeit gefehlt hat, um überhaupt Freizeitaktivitäten zu unternehmen.
Vor gerade mal einem halben Jahr sind wir 60 km weiter weg gezogen. Seitdem war ich mit der Renovierung des Hauses und meinem Job voll ausgelastet. Wie könnte ich da schon einen eigenen Freundeskreis aufgebaut haben? Mal abgesehen, dass sich unser beider oben beschriebene Einstellung nicht geändert hatte?
Ich finde, hier geht mit einigen die Phantasie durch. Ich bin wirklich offen für eure Meinungen und Denkangebote. Aber das ist mir stellenweise zu phantastisch und an den Haaren herbeigezogen. Ich nehme es dennoch zur Kenntnis und beziehe es in meine Gedanken und weitere Planung mit ein.
Mag sein, dass ich ein Eigenbrödler bin. Das war jedoch 17 Jahre lang kein Problem für uns bzw. sie, denn es hat keinen von uns eingeschränkt. Aber ich habe mich nie dem Kontakt mit Menschen verschlossen. Die Integration in den gemeinsamen Freundeskreis spricht für sich. Die Leute haben mich als ruhig wahrgenommen und dennoch akzeptiert und integriert. Gespräche zwischen mir und ihnen fanden bei jedem Treffen statt. Ich bin kein Mensch für oberflächliches Gelabere. Das ist für mich Zeitverschwendung. Ich rede, wenn ich was zu sagen habe. Gespräche mit mir haben Tiefgang. Oberflächliche Menschen nerven mich. Oberflächliches Gelabere ebenfalls. Wem das nicht passt, der hat in meinem Leben keinen Platz. Punkt!
@all
Ich habe diesen diesen Ansatz soeben einem Freund aus diesem Kreis vorgetragen und nur Kopfschütteln geerntet.