Mimmi
Gast
ich möchte meine Geschichte nun auch gern mal grob aufschreiben.
Vorab: Mein Ex-Freund und ich waren seit Mai 2011 in einer Fernbeziehung zusammen. Er wohnt etwa 70 km von mir entfernt. Gesehen haben wir uns meist am Wochenende und 1 mal unter der Woche.
Ich war seine erste offizielle Beziehung (er hatte einige Jahre ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau), ich war davor knapp 13 Jahre in einer Beziehung mit dem Vater meines Sohnes sowie in einer Fernbeziehung, die aber nur ein paar Monate hielt.
Unsere Beziehung war nicht immer einfach, unsere Interessen und Ansichten sind teilweise recht unterschiedlich und es fiel uns anfangs schwer, über Probleme zu sprechen. Von Wolke 7 bis Totalabsturz war alles dabei.
Einen ersten Knacks erhielt das Ganze, als er bei einem Konzert in der Schweiz eine Frau kennenlernte, mit der er per WhatsApp/ Email noch einige Zeit danach flirtete. Sie ist verheiratet und hat Kinder, ernste Absichten gab es beiderseits wohl nicht, es war mehr ein Spiel. Aus Misstrauen habe ich mir einmal heimlich sein Handy genommen und das Gespräch gelesen (macht man absolut nicht, ich weiß…).
Seither war bei mir unterschwellig immer ein gewisses Misstrauen da, wenn er mal wieder unterwegs war. Er macht öfters Reisen wegen Fußball oder Konzerten.
Vor Weihnachten letztes Jahr gab es wieder einmal Knatsch und wir hatten eine Sendepause, haben uns aber wieder zusammengerauft, bis es Ostern wieder soweit war.
Danach hatten wir erstmal wenig Kontakt, aber es fühlte sich für mich nicht endgültig abgeschlossen an, wir fingen nach einiger Zeit wieder zu schreiben an, es ging uns beiden nicht gut mit der Trennung und irgendwann stand er wieder vor meiner Tür.
In den kommenden Wochen haben wir dann einige schöne und sehr harmonische Sonntage zusammen verbracht, ich hatte das Gefühl, wir hätten es jetzt gepackt und wären über dem Damm.
Kurz darauf ist er auf eine fast zweiwöchige Nordeuropa-Konzertreise gegangen. Ich muss dazu sagen, dass ich mir mit seinen Einzeltouren immer schwer getan habe, er umgekehrt damit, dass ich seine Begeisterung nicht teilen konnte und nicht in Frohlocken ausgebrochen bin wenn er mir dann von unterwegs Bilder per WhatsApp geschickt hat.
In Facebook war dann ein Foto von ihm und einer Frau, die er auf einem Konzert kennengelernt hat (sie hatte ihn markiert), ich dachte mir dabei erstmal nichts.
Nachdem er die bis Dienstags geplante Tour bis Freitag verlängert hatte und dies nur in einem Nebensatz erwähnte, bat ich ihn, nach Rückkehr erstmal bei sich zu Hause aufzuschlagen.
Samstags hat er sich dann wieder gemeldet, er hatte in der Zwischenzeit sein WhatsApp-Profilbild auf ein Bild von sich mit besagter Frau geändert und schrieb kurz und bündig „Profilbild = Redebedarf“.
Bis dahin dachte ich mir auch noch nichts Schlimmes.
Abends schrieb ich dann zurück und fragte, was er denn bereden wolle. Tja, und dann hat er losgelegt.
Auf dem Konzert gab es Blickkontakt, sie kam dann mit ihrer Freundin zu ihm und sie standen während des Konzerts zusammen, danach wurden Fotos gemacht, Kontaktdaten ausgetauscht, sie schrieb ihn auf Facebook an und es entwickelte sich ein Flirt. Es wäre (sagt er) wohl nichts weiter passiert wenn sie sich nicht gemeldet hätte.
Auf der Rückreise aus Finnland musste er mit seinem Kumpel noch einen Zwischenstopp in Schweden einlegen, mit Übernachtung, und wer fiel ihm da ein? Richtig…
Es endete damit, dass sie ihm einen Platz im Bett anbot und er annahm. Gelaufen wäre nix, aber „Kontakt“ gab es.
Ja, und seither haben sie sich ins Herz geschlossen. Vor 2 Wochen wollte sie ihn besuchen, davor hatten wir ab und an noch Kontakt, aber seither ist von meiner Seite her Kontaktsperre. Er hat sich Samstag mal gemeldet ob er schreiben dürfe, das habe ich aber abgelehnt.
Die Samstag Nacht und auch der Sonntag, nachdem er mich in Kenntnis gesetzt und unsere Beziehung beendet hat, waren für mich der Horror, auch die Tage danach konnte ich kaum essen und war völlig durch.
Wären die letzten Wochen schlecht gelaufen, hätte ich vielleicht verstanden, dass er empfänglich für andere Frauen ist, aber derart abserviert zu werden, war für mich schon sehr schwer zu verstehen und ertragen. „Es ist Schluss, das Leben läuft jetzt wieder anders“ schrieb er unter anderem…
Er möchte aber gern weiter mein Freund sein, er schrieb schon gleich, dass er mich und meinen Sohn immer noch sehr mag und immer für mich da sein will.
Wie kann man so abgebrüht sein? Er schreibt zwar „sehr schade, dass sowas nach den so schönen Wochenende passiert“, aber meiner Meinung nach hatte er ja eine Wahl.
Ich habe keine Ahnung ob ich in Zukunft wieder Kontakt mit ihm haben kann und will, im Moment kann er mir den Buckel runterrutschen. Nicht mal in der Lage zu sein, dem anderen in die Augen zu schauen und die Sache persönlich zu erklären… Profilbild mit neuer Flamme vor den Latz knallen… aber trotzdem einen auf Freund machen, er würde sich ja Sorgen machen um mich.
Klar vermisse ich den Austausch mit ihm und in schwachen Momenten möchte ich gerne schreiben, aber ich darf es nicht tun, ich weiß, früher oder später würde ich mich wieder schlecht damit fühlen, ich hab es ja nach seiner Trennung schon erfahren, als er mir dann erzählte, wie seine Pläne mit der Neuen wären. Wie unsensibel kann man sein?....
Sorry, ist doch recht lang geworden.
LG
Mimmi