Zitat von Orsen:jedoch hatte sich immer die Lüge im Hinterkopf...die quälende Frage...die Schuld? Das hat letztendlich wohl unsere Beziehung belastet...ja bestimmt.
Deine Frau hat also ein Gewissen und sie hat sich schlecht mit dieser Lüge gefühlt, statt Dich einfach unwissend sterben zu lassen. Das ist schon mal ein erstes positives Zeichen, trotz all der negativen Auswirkungen, die Du angesprochen hast.
Zitat:In einem letzten Versuch, habe ich ihr dann über drei Abende den ernst der Lage klar gemacht...offen von Trennung gesprochen....und immer tiefer gegraben...bis es endlich aus ihr herausbrach.
Sie hat es Dir also von sich aus gesagt und nicht, weil sie von
außen unter Druck gesetzt wurde.
Das ist das zweite, in meinen Augen entscheidend positive Zeichen.
Du hast in Deinem Eingangsthread gefragt, ob Du ihr je wieder vertrauen kannst. Ohne die sonstigen Umstände Eurer Ehe jetzt näher beleuchtet zu haben (das solltet Ihr zwei auch lieber im Rahmen einer Paartherapie tun), sage ich dazu jetzt dies:
Ich denke prinzipiell schon, denn
1. war sie sich
selbst nicht sicher, wer der Vater ihres Kindes ist, hättest ja tatsächlich auch
Du sein können;
2. ist sie offenbar
keine notorische Lügnerin, sondern hat vermutlich versucht, ihr Wissen vor Dir zu verbergen, um Eure
Ehe und Familie nicht zu gefährden und Dir den Schock zu ersparen, den Du jetzt natürlich doch bekommen hast;
3. ist sie letztlich
ohne Außendruck mit dieser Wahrheit rausgerückt, die sie Dir - praktisch gesehen - ebensogut auch weiter hätte verheimlichen können, war also
ehrlich.
Du schreibst, daß Du Eure Kinder liebst. Auch ich denke, daß Du keinen Grund hast, das "Affairenkind" jetzt plötzlich abzulehnen. Zum einen kann es nichts dafür, zum anderen hätte es ebensogut von Dir stammen können. Und es hat sich ja nicht in seinem Wesen verändert, nur weil seine Abstammung jetzt nachträglich geklärt worden ist. Vielleicht wird es dem Kind irgendwann mal helfen, sich
selbst besser zu verstehen, weil es womöglich den einen oder anderen Zug vom biologischen Vater geerbt haben mag und dies nun besser einordnen kann. Aber für Dich und Deine Frau ist es im Grunde noch immer das Würmchen, das Ihr mit viel Liebe zu einem jungen Menschen großgezogen habt, an dem Ihr beide hängt.
Deine Frau - die Affaire ist jetzt ewig her und wenn Eure Eheprobleme sich hauptsächlich auf ihre Schuldgefühle zurückführen lassen, so habt Ihr jetzt einen
Schlüssel in der Hand, wie Ihr sie - idealerweise mit professioneller Untersützung - gemeinsam lösen könnt. Ihr seid soviel Jahre zusammengeblieben seither... ich würde dieser alten Geschichte keine große Bedeutung mehr beimessen, es sei denn, sie selbst täte dies noch.
Mir ist klar, daß Du momentan tief verletzt bist und den Schock verwinden mußt, den diese Erkenntnis Dir unweigerlich zugefügt hat. Aber weißt: Vielleicht mußte das alles
so und nicht anders kommen, damit Ihr weiter zusammenbleiben könnt. Ich meine - stell Dir mal vor, Du hättest es damals erfahren; vermutlich hättest Du sie verlassen, oder?
So seid Ihr nun verheiratet, habt eine Familie - auch ein gemeinsames Kind, das Ihr beide ebenfalls liebt - und daß sie jetzt endlich den Mut fand, Dir offen die Wahrheit zu sagen, ist nicht nur ein großer Vertrauensbeweis ihrerseits, sondern auch der
geeignetere Zeitpunkt, wenn es darum geht, Eure Beziehung
dennoch weiter fortzusetzen. Denn
damals hättest Du das Kind wohl
nicht angenommen,
jetzt ist es mehr
Deines als das seines biologischen Erzeugers und eine
Familie hast noch
obendrein.
Wie gesagt, ich kenne Eure sonstigen Eheprobleme nicht. Aber Ihr steht womöglich gerade vor der
historischen Chance, das Ruder rumzureißen und aus diesem Schockerlebnis einen
echten Erfolg zu machen, wenn Ihr Euch
jetzt zusammenraufen könnt, wo Deine Frau erstmals
keine heimliche Last mehr auf ihren Schultern hat, die sie bedrückt und nach und nach alles erstickt.
Dafür kann ich Euch beiden an dieser Stelle nur die Daumen drücken, aber sowas von...
