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nach stillem, wochenlangen Mitlesen muss ich mir hier nun meinen Kummer von der Seele schreiben. Ich erhoffe mir hiermit Seelenfrieden zu finden - vielleicht ergibt sich auch der ein oder andere Tipp, wie ich mit meinem Schmerz umgehen kann.
Zum Hintergrund: Meine Freundin, 32, hat sich nach 15 Jahren von mir (38) getrennt. Ist jetzt 8 Wochen her. Erste große Liebe jeweils, dafür 15 Jahre gehalten, aber davon kann ich mir nun nichts kaufen. Ja, der erste richtige Trennungsschmerz - total mies. Die letzten Wochen und Monate hat sich das mehr oder minder angebahnt. ich habe Sie, bedingt durch ein Trauma, welches ich vor vielen jahren erfahren habe und mich nun eingeholt hat, nicht mehr an mich rangelassen. Zärtlichkeiten, S. blieben auf der Strecke. Rückblickend, ja, haben wir uns auseinander gelebt. ich wollte es aber nicht sehen oder wahrhaben. Sie hat auf ihrer Arbeit jemand neues kennengelernt und es kam wie es kommen musste: sie haben sich jeweils gefunden. Aber nein, noch schlimmer: sie hatten wochenlang ein Techtelmechtel, welches ich durch Blick in ihr Handy (worauf ich nicht stolz bin) herausgefunden habe. Schlimme Bilder und Textnachrichten. Sie war die Tage vor der Trennung irgendwie komisch und mein Bauchgefühl hatte eine böse Vorahnung. Das Trennungsgespräch war nicht gut, ich hab Böse Worte gesagt, stand unter Schock. Sie hat es irgendwie gleichgültig aufgefasst, ist von heute auf morgen ausgezogen aus der gemeinsamen Wohnung. Jetzt wird sie mit dem anderen glücklich, während ich mich hier in Vorwürfen und Selbstmitleid suhle. Mein Selbstwert ist absolut im Keller.
Ich habe hier so gut wie keine Freunde, hatte immer sie, mit der ich alles unternommen habe. Das rächst sich nun. Die wenigen Freunde gehören zu Ihrem Lager - ich bin also mehr oder weniger allein. Familie lebt weit weg und möchte zu mir keinen Kontakt mehr. ich habe es probiert, da ist in der Vergangenheit viel passiert. ich bin einfach verkorkst, sie hatte mich immer aufgefangen.
Und dennoch: nach allem was sie mir angetan hat fühle ich nach wie vor so viel für Sie. meine Gefühle pendeln noch immer ständig, ich bin ehrlich, ich kann es nicht auseinander halten: Liebe, gekränkter stolz (versagt zuhaben), emotionale Abhängigkeit? Wir haben zum Glück nichts mehr was uns noch verbindet (Haus, Kinder, etc.). Ich könnte so hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, tue es aber nicht. Alles fällt mir schwer, Arbeit, Sport (hab ich probiert, mache die Übungen falsch, weil ich mich nicht konzentrieren kann). Nichts erfreut mich, auch nicht die Natur. was kann ich tun? Morgens ist es die Hölle. ich wache um 3 auf und warte nur bis sich der Zeiger bis 6 bewegt. Danach zur Arbeit schleppen, Abends kaum was Essen, nä Tag das selbe. ich möchte akzeptieren und Loslassen: aber das aufzuschreiben ist das Eine - sich das einzustehen und genau so zu empfinden etwas ganz anderes. Habe versucht ihre Schwächen aufzuschreiben. Irgendwie idealisiere ich sie noch immer. Mein Verstand blockiert, meint, ich kann nur mit ihr glücklich werden. Der Zug ist abgefahren, das habe ich eingesehen. Dennoch fällt mir das Loslassen so unglaublich schwer. Alles ist so ruhig und kahl in meinem Leben ohne Sie. Was kann ich tun? Eigentlich dachte ich, das ich nach 8 Wochen schon weitere wäre. ich falle immer wieder an den Startblock zurück und es raubt mir meine ganze Kraft. Gestern Abend die Krisenintervention angerufen, haben ein "Mobiles Einsatzteam" geschickt, wollten mich mitnehmen. ich kann nicht. Bin am Ende.
Tut mir leid, meine Gedanken sind total wirr.Was kann ich tun um hier endlich abschließen und wieder glücklich werden zu können?
Ich danke euch.
