Guten Morgen zusammen!
Zitat von Unhappy80:Vielen lieben Dank für Eure aufbauenden Worte, Valentina und togela! Echt total lieb! DANKE!
Nichts zu danken, dafür sind wir doch alle hier. Um es uns gegenseitig leichter zu machen.
Zitat von Unhappy80:Ich habe nach der Trennung sehr viel mit Freunden darüber geredet und immer wieder gesagt, dass ich ihn nach unserer Trennung nicht wieder erkenne, er wie ausgewechselt und eiskalt ist. Da ist man mit jemandem gefühlt eine Ewigkeit zusammen und von heute auf Morgen erkennt man ihn nicht wieder?!?
Oh ja, das Gefühle kenne ich zu gut. Ich habe mir auch oft gedacht, mit welchem Menschen war ich da zusammen? Habe ich mich wirklich so getäuscht oder wollte ich es nicht sehen? Wie kann man so kalt sein, so ohne Wehmut mich am Wegesrand stehen lassen?
Aber bin ich doch mal ehrlich, was erwarte ich?
Ich bin auf dem Standpunkt, dass es auch für den Verlassenden keine einfache Aufgabe ist, die Trennung durchzuziehen (wenn sie/er kein A-punktpunkt ist. Ich glaube in deinem Fall ist er es nicht, weil er dir keine Vorwürfe machte und ich denke, mit dir respektvoll Schluss machte).
Jedes emotionale Wort nach dem Bruch hätte doch wieder in mir Hoffnung geweckt; jedes Fünkchen hätte mich wieder zum Brennen gebracht. Ex wollte mir nicht noch mehr wehtun, da ja auch alle gesagt war. Das hat viel mit Respekt zu tun. Auch wenn man es zu Anfang als Demütigung und Wegwerfen sieht; es ist es nicht. Es sind die Gefühle, die zwar für die Liebe nicht ausreichen, aber die dennoch so stark sind, dass man dem Gegenüber nicht noch Schmerz bereiten will, als ohnehin schon.
Denn im Umkehrschluss: man kann eine Person auch warmhalten, dass ist bei mir ein leichtes, eben weil ich noch starke Gefühle hege und die manchmal einen klaren Blick verhindern.
Aber es wurde nicht getan; so muss ich mich der Realität stellen, mich mit mir und meinen Bedürfnissen auseinandersetzen, was ich vielleicht oftmals vermieden habe, weil die Beziehung so wie sie war, der einfachere Weg war.
Zitat von Unhappy80:Das ist verdammt hart... Und mein bester Freund meinte dann ganz emotionslos zu mir: "Von dem Moment an, wo Schluss ist, darf man demjenigen zunächst nichts mehr glauben! Entweder es ist verletzter Stolz, Feigheit oder teils eine Lüge. Egal was es ist. Es wird nicht die 100% Wahrheit sein und nur die hilft Dir weiter!"
Da hat dein bester Freund leider Recht. Die 100%ige Wahrheit wird man auch nie erfahren. Aber nicht, weil es irgend was zu verheimlichen gilt, was angelastet werden kann, sondern weil sich der Verlassenden auch nicht angreifbar machen möchte, um eventuell die Entscheidung zu korrigieren.
Ich würde zu gern wissen, was wirklich der Grund ist (es wurde mir mitgeteilt, dass es zu eng wurde), aber auch das muss ja einen Grund haben, eine Wahrheit. Werde ich sie erfahren? Nein! Weil das Wissen über die Wahrheit würde mein Verhalten ändern und Ex müsste die Entscheidung ggf. korrigieren; die Angst, wieder zu versagen wäre aber immer da. Und da wählt man lieber den mutmaßlich leichteren Weg.
Zitat von Unhappy80:Was den Trennungsgrund anbelangt so glaube ich bzw. bin ich mir schon ein ganzes Stück sicherer, dass es was mit einer Bindungsangst zu tun hatte. Immer wenn es schön zwischen uns war, hat er mir vor den Kopf gestoßen und mich sehr damit verletzt.
So denke ich in meinem Fall auch. Ich war oft verletzt. Musste mir auch oft Sprüche geben lassen, die in den Situationen mich eigentlich hätten auf den Boden der Tatsachen holen müssen.
Stattdessen habe ich immer mehr in die Beziehung gebuttert und dabei haben wir uns noch weiter distanziert. Je enger ich es wollte, umso mehr wurde geflohen.
Gegen Bindungsangst kann man nichts machen, dass muss man sich leider eingestehen. Und diese hat viele Gründe; sie herauszufinden ist müßig und führt zu nichts.
Zitat von Unhappy80:Es war für mich nie leicht, mit diesen Situationen umzugehen, aber ich liebe ihn nun mal sehr und die Tatsache, dass ich Momentan nichts machen kann, außer zu warten, ob er es vielleicht doch noch begreift, dass ich ihm auch fehle und wir perfekt zueinander gepasst haben, zerreißt mich innerlich fast komplett. Aber nur so macht es Sinn... Er muss es begreifen.... Aber vielleicht rede ich es mir auch schon wieder schön und er hatte wirklich nicht genug Gefühle und Schluss ist nun einfach Schluss...
Diese Grübelei ist der Wahnsinn! Ich hoffe so sehr, dass ihr alle recht habt und es mit der Zeit besser und erträglicher wird....
Ja Du musst warten und dass du diese Hoffnung hast, ist völlig in Ordnung und legitim. Sie hält dich ja auch gerade etwas über Wasser. Aber bitte mach dein Leben und deine Welt nicht von dieser Hoffnung abhängig.
Wenn ihr wieder zueinander findet, dann ist das grandios und ich wünsche es dir. Nimm aber die Realität auch war. Ich möchte eigentlich nicht so brutal sein, aber auch ich musste es mir sagen lassen, damit ich vorankomme: Es ist vorbei. Die Trennung ist ausgesprochen; ich kann nichts machen. Der gemeinsame Weg hat sich gespalten; es sind zwei getrennte Wege geworden.
Alle Rückholversuche, die ich so in den ersten 2 Wochen unternahm und die (damals gefühlte) eiskalte Reaktion haben mir das verdeutlicht, auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte.
Die Erinnerung bleibt, auch wenn ich sie erstmal ganz weit weg schieben möchte. Und was in der Zukunft wird, das kann ich nicht beeinflussen. Ich kann aber mein jetziges Ich beeinflussen und das versuche ich und so hart wie es ist, ich muss nur an mich denken und Ex vorerst verbannen.
Vertrau der Zeit...oder höre auf Udo Jürgens -"Immer wieder geht die Sonne auf" (ein tolles Lied, hat mir in der Endlosschleife oft geholfen).