Zitat von Wiederda: Ich erlebe immerwieder, dass Männer Xrauen, die sie gerade erst kennengelernt haben, sofort ihre Partnerschaftsprobleme erzählen. Das allerdings nicht, weil sie verzweifelt sind und sich mal alles von der Seele reden möchten, sondern als Teil eines handfesten Flirtversuchs. Ich erlebe auch, dass viele Frauen dann nicht einfach aufstehen und gehen, sondern auf diese Annäherungsversuche tatsächlich eingehen.
Auf mich wirkt so ein Verhalten unangemessen und abstoßend. In einer Kennenlernphase schwafelt man doch nicht von Beziehungsproblemen bzw. erzählt dann noch von der furchtbaren Ehefrau daheim.
Bei so was gehen bei mir sofort die Rolläden zu, denn so ein Verhalten ist unfair der Ehefrau gegenüber. Er bleibt zwar in der Ehe (weil die ja gar nicht so schlimm ist und hat ja auch die ganzen Benefits wie kostenlosen Wäscheservice etc. aber richtet hinten rum gegenüber Fremden seine Frau aus). Das grenzt an Verrat und ist für mich Zeichen eines schlechten Charakters. Auf solche Männer kann man nicht bauen.
Männer sind auch oft beschränkt und bedienen dann die Mitleidsschiene. Ach, dem Armen geht es ja so schlecht, die EF muss ja wirklich ein Drachen sein und bei nicht wenigen Frauen zieht das, denn Frauen haben ja oft schon durch ihre Erziehung gelernt, dass sie sich kümmern müssen. Und wenn die Frau eh an ihm interessiert ist, dann bereitet das noch ein warmes Gefühl in ihr, denn er hat ja so viel Vertrauen zu ihr (Dir kann ich es ja erzählen, wie meine Ehe wirklich aussieht ...) und außerdem denken sich Frauen dann. Ja, wäre er mit mir zusammen, ginge es ihm tausend Mal. besser, denn ich würde ihn ja ganz anders behandeln als sein Ehedrachen.
Das funktioniert immer wieder, weil die Männer darüber nachdenken, was sie damit eigentlich an Schlechtem tun, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Und die Frauen denken auch nicht darüer nach, was das über den Mann aussagt und sagen sich, um den muss ich mal ein wenig kümmern, ihn aufbauen, denn er ist ja wie ein geprügelter Hund.
Zu solchen Männern würde ich entweder sagen: Deine Beziehungsprobleme interessieren mich nicht oder aber ich würde sagen, aha, Du bist unglücklich in der Ehe, aber Konsequenzen ziehst Du auch keine. Also warum bleibst Du dann und machst gegenüber Anderen Deine Frau schlecht?
Mir erzählte mal einer, den ich kennengelernt hatte , abends beim Essen unvermittelt: Ja, mir geht es nicht so gut, aber ich weiß jetzt auch warum.
Ich (es interssierte mich nicht wirklich, weil ich es nicht wissen wollte): Aha, so, warum denn.
Er: Ja, Schuld ist mein Vater. Mit dem kam ich noch nie klar und er trinkt außerdem und deswegen habe ich Probleme.
Ich: Sagte nichts, merkte aber, dass er damit endgütlig verloren hatte. Denn so was kann ich auf den Tod nicht leiden.
Zu Fremden beim ersten Treffen von seinen Problemen erzählen, um womöglich eine Wirkung zu erzielen. Das finde ich unangemessen und auch übergriffig.
Und außerdem sagten mir seine Worte, dass er Verantwortung für sich und sein Leben ablegt. Mag ja sein, dass das Vaterverhältnis und -verhalten übel ist, aber das heißt ja nicht automatisch, dass er sein Leben deswegen nicht selbst und anders in die Hand nehmen kann.
Der war damit ganz schnell unten durch und nach einem sehr lauwarmen Abschied sahen wir uns nie wieder. Er rief noch ein paar Mal an, weil er nicht begriff, dass ich nicht zog, aber irgendwann kapierte er es und ich war ihn los.