Hallo,
ich antworte hier mal, obwohl ich nicht alles gelesen habe, tut mir leid, so viel Zeit habe ich nicht

. Aber ich habe auch so eine Erfahrung gemacht, hatte eine emotionale Affäre und das nicht nur über ein paar Wochen, sondern über viele Jahre hinweg, denn wir hatten beruflich miteinander zu tun und der Kontakt kam dadurch (leider) immer wieder zu Stande. Ich habe diese Geschichte schon sehr zu Anfang als Anlass genommen, mich zu trennen, denn ich war schon lange in meiner Ehe unglücklich. Sein Leidensdruck in der Ehe war wohl vorhanden, aber offensichtlich nicht sooo groß, denn er trennte sich nicht, was ihn indes nicht davon abhielt, immer wieder den Kontakt zu suchen. Letztlich habe ich die Reißleine gezogen, jedoch nciht ihm gegenüber, sondern für MICH. Hab die Homeoffice Zeit des Coronazeitalters genutzt, kollegialen Zusammentreffen aus dem Weg zu gehen und auf WhatsApps nur noch sehr sproradisch und einsilbig reagiert. Das hat er wohl verstanden.
Wir hatten dann noch eine Weile "freundschaftlichen" Kontakt, also ohne diese ganzen sexuellen Anspielungen, ohne Austausch persönlicher Gedanken und Gefühle und dann hat er sich wegbeworben. ZUm Schluss hat er mir noch sehr eindringlich geschrieben, dass wir aber Kontakt halten, da hab ich sowas wie Jaja drauf geantwortet und man weiß ja was das bedeutet...
Manchmal bin ich schon traurig, denn wir kannten uns gut und haben uns wirklich verstanden und ich habe auch einen Freund verloren. Aber was meine Ehe angeht bin ich ihm fast dankbar. Ich bin jetzt glücklicher Single und kann die Auffassung, das sei irgendwie ein suboptimer Zustand und man müsse ständig auf der Suche nach einem neuen Partner sein, nicht nachvollziehen. Sicher sieht man manchmal Paare, bei denen man denkt, ach das wäre schön, auch so etwas zu haben. Aber wenn ich ehrlich bin, ich es meistens eher umgekehrt und ich denke: Mann gehts mir gut, dass ich mich mit so einem Volltrottel/ Miesepeter/ Gnadderbüddel/ Langeweiler/ Whatever nicht rumschlagen muss und tun und lassen kann, was ich will. Ist halt alles eine Frage der Wahrnehmung

Ich hab übrigens auch immer gedacht, mir könnte sowas nicht passieren, verheiratete Männer waren für mich immer Off Limits - und sind es auch jetzt wieder. Aber das mir irgendetwas im Leben NICHT PASSIEREN könnte würde ich bestimmt nie wieder behaupten und ich bin auch anderen gegenüber gnädiger geworden

Mich hat damals also meine wirklich unglückliche Ehe angetrieben. Was ihn angetrieben hat? Keine Ahnung, aber ich nehme mal an es waren: nach jahrzehntelanger Ehe fehlende Aufmerksamkeit von der Ehefrau und der Umstand, dass er mich attraktiv fand und die Aussicht hatte, er hätte mich haben können, wenn er gewollt hätte. Manchen genügt das... und mehr hätte er ja bei "intakter" Ehe von mir auch nciht bekommen...
Ich wünsch dir alles Gute und dass du deinen Weg findest!