Danke euch für die vielen tollen Beiträge. Wirklich.
@Margerite
Als erstes Danke für deine Lebengeschichte. Auf einige Punkte möchte ich schon eingehen, weil du sehr vehement denkst ich hätte das irgendwie gefordert so behandelt zu werden.
Zitat von Margerite: Bist Du darauf angewiesen, dass Dir ein Mann JEDEN Tag Komplimente macht, Dich bestätigt und lobt, damit Du Dich wohl fühlst?
Nein.
Zitat von Margerite: Sie nützen sich ab und werden zu einer hohlen Pflichtübung.
Wurden sie nie. Sie waren voller Inhalt und so gemeint. Und das spürte ich.
Zitat von Margerite: Ok, ich habe ihr wieder wie gestern und vorgestern und vorvorgestern gesagt, dass sie für mich die wunderschönste Frau der Welt ist und dass ich sie sehr, sehr liebe.
Es waren eher Komplimente wie 'Deine Ohrringe sind aber hübsch.' oder 'Du riechst gut.', 'Deine Kleid steht dir aber gut.' Ich fühlte mich äußerlich und innerlich wertgeschätzt. Spürbar.
Zitat von Margerite: Das kann doch nicht Dein Ernst sein, dass er Dir JEDEN TAG Deine Zufuhr gab!
DOCH!
😄 Zitat von Margerite: Und als die ausblieb, weil es ihn nervte, hast Du Dich mal eben einem Anderen zugewandt, der Dir nun Deine Komplimente machte
Es nervte ihn nicht. Er hatte keine Kraft mehr dafür und ich denke bei all dem Stress war ich auch innerlich nicht mehr so attraktiv für ihn, als dass man jemandem noch sagt man fände ihn gut.
Zitat von Margerite: Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, dass ich weg will und will es unbewusst vielleicht gar nicht.
Ja, das war es sehr lange. Ich wollte nicht weg. Ich wollte ihn lange wieder haben. Und ich habe daran gearbeitet. Wie gesagt heute kann er wieder lachen, aber beim Rest ändert sich sich nichts.
Zitat von Margerite: Aber anstatt alles an ihm festzumachen, möchte ich Dir raten, mal die Beziehung, die Du zu Dir selbst hast, zu hinterfragen.
Richtig. Das tat ich. Ich bin heute wieder viel glücklicher, als ich es damals war. Ich gehe zum Sport, ich gehe aus mit meiner Freundin, ich fühle mich wohl, dahingehend wer ich bin. Aber ich bin nicht komplett überzeugt, dass ich es wert bin mich gern zu haben. Ich bin davon überzeugt gut genug zu sein um mich nicht schlecht zu behandeln, aber ich bin schon auch kein leichter Chatakter. Aber er konnte damit gut umgehen.
Zitat von Margerite: Es ist immer einfach, die Schuld beim Anderen zu sehen.
Und ich denke das tue ich nicht. Ich habe schon erkannt, dass ich daran großen Anteil hatte. Ich habe ihn nicht gesehen und geschätzt wie er war in der neuen Lebenssituation. Daraufhin wurde ich ihm aber wohl egal. Ich sehe mich sehrwohl als Anfang der Kette und deshalb halte ich wohl auch so fest.
Zitat von Margerite: Im Übiigen, Komplimente kriege ich nur ab und an und Aufmerksamkeiten, kleine Geschenke nie, weil es ihm einfach nicht liegt.
Und das ist doch ok. Aber mein Mann war anders. Und wenn sich dann etwas an der Beziehung ändert dann ist das halt auffällig und muss ich ja dann nicht mögen wenn das vorher schön war.
Zitat von Margerite: Und seit sich meine Einstellung zu mir selbst geändert hat, änderte sich auch unsere Beziehung.
Ich habe auch wirklich viel gelernt und verändert. Im Freiräume gegeben, ihm zugehört, mich wahnsinnig selbst hinerfragt. Aber mir reicht es nicht nur an mir zu arbeiten. Ich hätte ihn gebraucht. Ein Zeichen, dass er das noch will. Mich noch will. Finde ich tatsächlich nicht zuviel verlangt. Einfach stillzuhalten macht es halt auch nicht.
Zitat von Cagy: Das eine Scheidung Kiunder zwangsläufig unglücklich macht und *Störungen* bewirkt ist Unsinn.
Nein, das denke ich auch nicht. Ich denke wir würden das auch hinbekommen. Und trotzdem habe ich eine Sperre, dass sich unser Kind damit auseinandersetzen muss.
Zitat von Blind-Meg: Ich habe mehr gefunden als ich zu hoffen gewagt habe.
Oh das freut mich.
🙂 Mir würde es reichen das wieder zu haben was ich schonmal hatte. Auch das ist ein Grund. Ich kann es nicht verstehen wie ich das verbocken konnte. Gut mittlerweile er schon auch Anteil daran. Ich fühl mich auch nicht ernst genommen in meiner Wahrnehmung.
Zitat von Heffalump: Sonst hättest du wohl längst was geändert. Es fehlt halt der Glitzer.
Ich hatte den. Das war es ja. Den Großteil unserer Beziehung hatte ich diese Extrameile. Nicht Tiefe, das ist etwas was ich jetzt erst sehr spüre, wie sehr ich das genossen habe. Mit jemandem eine tiefgründige Verbindung zu teilen ist wunderschön. Mit meinem Mann war es stabil, verlässlich, liebevoll. Und das war es auch was ich damals brauchte. Heute suche ich Emotion, ein wenig Wildheit, Leidenschaft. Ich kann nicht mal sagen, dass mir das immer fehlte, vielleicht ist es weil ich heute selbst viel stabiler bin.
Zitat von Heffalump: Deine amourösen Eskapaden akzeptiert er. Weil er dich wohl wirklich liebt.
Oder es ihm egal ist. So fühlt es sich an.
Zitat von Heffalump: Was hilft dir all das Süssholzraspeln, wenn er dir keinen Freiraum gönnt.
Ich hasse Süßholzraspeln. Ich mag authentische nette Bemerkungen. 'Deine Augen sind so blau wie der Himmel...' ne.
Zitat von Heffalump: Und du kannst auch ihm regelmäßig sagen, das er heiss ist, das er gut aussieht und all das, was du gerne hören würdest.
Kommunikation ist keine Einbahnstraße
Tat ich, machte ich. Ich änderte vieles der Dinge die sich auch bei mir eingeschliffen hatten. Aber vielleicht war es einfach zu spät.
Es hat sich also eher das miteinander geändert, es ging weniger um die Komplimente an sich. Gesehen werden, hier vielleicht sogar ein weniger wörtlicher als sonst.
Kein Mensch hat alles und das verlange ich auch nicht. Aber er enthält mir mittlerweile viel vor und ich bin schon an dem Punkt an dem ich nicht mehr mag. Dann also eine respektvolle Beziehung, ja eine WG.
Danke @Mel1982 für deine Schilderung. Fühlst Du dich wohler wo ihr das so geklärt habt? Frei genug? Also keine Partner außerhalb der WG? Wie darf ich mir das vorstellen?