@Fredman
Danke, dass du so offen Geantwortet hast.
Ich frage mich gerade: Warst du damals vielleicht weniger in die Frau selbst verliebt und mehr in das Gefühl, gesehen zu werden, gehört zu werden, lebendig zu fühlen – all das, was dir vielleicht in deiner Ehe gefehlt hat?
Es wirkt auch so, als wärst du seit langem gar nicht wirklich fähig eine eigenständige Entscheidung treffen zu können. Vieles ergab sich aus äußeren Umständen – die Trennung deiner Ex, die Entscheidung deiner jetzigen Partnerin – und ihr habt euch quasi gegenseitig festgehalten, um nicht allein mit dem Schmerz und Verlust dazustehen. Zwei ertrinkende Menschen, die sich aneinander orientieren – das ist ein ziemlich schwerer Start für jede Beziehung.
Ich meine, du hast auch schon sehr lange mit Depressionen zu kämpfen, was mir sehr leid tut – weil das wirklich nicht einfach ist. Ich frage mich dabei, ob die Depressionen vielleicht auch dazu führen, dass du die Leere in dir zeitweise über externe Quellen zu füllen/übertünchen versuchst – über Zuwendung, neue Impulse, Beziehungen. Das kann auf Dauer natürlich nicht funktionieren und hinterlässt oft mehr Scherben, als dass es Heilung bringt.
Deshalb frage ich mich auch: Bist du wirklich glücklich in der jetzigen Beziehung, oder ist es eher ein "besser als nichts"-Gefühl?
Dass ihr beide viel verloren habt und um euch herum "verbrannte Erde" liegt, kann leicht das Gefühl erzeugen, jetzt bleiben zu müssen, Verantwortung übernehmen zu müssen – selbst wenn es emotional nicht vollkommen erfüllt.
Wenn ich mich recht erinnere, seid ihr nun seit zwei Jahren zusammen. Ich frage mich auch: Was ist von der Verliebtheit übrig geblieben, und hat sie sich langsam in Liebe weiterentwickelt? Es scheint, dass ihr in der Beziehung Halt und Trost sucht, aber gleichzeitig ein Gefühlschaos besteht, weil das Fundament von Anfang an so belastet war. Mir kommt es von außen betrachtet auch so vor, als würdet ihr beide als Paar nicht so richtig vorankommen bzw. "ankommt".
🤔 Vielleicht lohnt es sich, dir bewusst zu machen, was du wirklich willst – die Partnerin als Person oder eher das Gefühl von Verbindung und Sicherheit, das ihr euch gegenseitig gebt.
Ich hoffe, ich bin dir mit meinen Gedanken zu deiner Situation nicht zu nahe getreten. Du wirkst eben so dermaßen verloren und verzweifelt – das tut schon beim Lesen weh.
