Zitat von Error:1. Keine Diskriminiserung sondern Selbstschutz. Welcher Arzt hat noch Lust solche Leute zu behandeln? Doch, Du hast indirekt die Probleme geleugnet. ...
@Error
Danke für dein Angebot und für die Offenheit, mit der du deine Erfahrungen schilderst. Ich nehme sehr ernst, dass du Situationen erlebst, die dir Angst machen oder dich wütend zurücklassen ,solche Gefühle entstehen nicht aus dem Nichts.
Ich möchte trotzdem einordnen, warum ich anders schreibe:
Ich habe selbst in Frankfurt am Main gelebt und dort gearbeitet, auch als Frau, auch mit späten Heimwegen. Meine Erfahrungen waren anders als die, die du beschreibst. Nicht konfliktfrei, aber auch nicht geprägt von ständiger Bedrohung. Genau diese Unterschiedlichkeit von Erfahrungen ist für mich ein wichtiger Punkt in der Diskussion.
Mir geht es nicht darum, deine Wahrnehmung kleinzureden oder zu sagen, „alles ist gut“. Mir geht es darum, dass wir anerkennen, dass Realität nicht eindimensional ist und dass Angst, Eskalation und Abwehr sich gegenseitig verstärken können, wenn sie verallgemeinert werden.
Psychologisch betrachtet entstehen stabile Gesellschaften nicht dadurch, dass Gruppen gegeneinander gestellt werden, sondern durch funktionierende Strukturen, klare Regeln und Räume für Begegnung. Sozialpädagogisch weiß man, dass Ausgrenzung Probleme eher verschärft als löst, während Zugehörigkeit und Verbindlichkeit eher Verantwortung fördern.
Ich glaube, wir wollen im Kern etwas Ähnliches: Sicherheit, Verlässlichkeit, Respekt. Wir unterscheiden uns vielleicht darin, wo wir die Ursachen sehen und welche Wege wir für sinnvoll halten. Darüber kann man aus meiner Sicht durchaus weiter sprechen, ohne sich gegenseitig Szenarien zuzumuten oder Erfahrungen abzusprechen.
Wenn man beim gemeinsamen Kaffee allein gelassen wird, war es vermutlich kein besonders gutes Treffen.
😊