Zitat von Jane_1: Du darfst Erwartungen haben, sage ich.
Ohne sagen zu wollen, dass du musst.
Mich würde interessieren, wie es sich für dich anfühlt, den Satz zu lesen. "Du darfst Erwartungen an deinen Sohn haben".
Muss zugeben, dass ich auch so eine Mama bin, bei der sich da innerlich alles sträubt.

Weil ich meiner eigenen Mutter einerseits nichts, absolut nichts, gut genug machen konnte.
Andererseits wurde es bei Dingen, bei denen ich mich besonders bemüht habe, dann gerne so dargestellt als sei es eh egal. Was ebenfalls gar kein schönes Gefühl war.
Sie hatte einerseits völlig überzogene Erwartungen und andererseits irgendwie gar keine, und dort wo sie gar keine hatte, spielte dann auch nichts eine Rolle.
Aber: rational betrachtet gebe ich dir Recht. Natürlich darf man Erwartungen haben.
Zum Problem wird es dann, wenn übertrieben wird, in die eine oder in die andere Richtung, wenn Erwartungen überzogen sind. Was wiederum auch viel Definitionssache und individuell verschieden ist.
Überzogene Erwartungen (Ansprüche), wie dass Kinder die eigenen unerfüllten Träume/Wünsche erfüllen sollten (Karriere, Erfolg usw.) oder dieses oder jenes für einen tun müssten, sind in meinen Augen grundfalsch.
Doch tatsächlich ist es für Kinder nicht zwingend positiv, wenn Eltern gar keine Erwartungen (im positiven Sinne) haben, dabei kann das Gefühl entstehen, dass sowieso alles egal wäre.
Erwartungen im Sinne von den Kindern etwas zutrauen, daran glauben, dass sie etwas schaffen können, sind sogar sehr wichtig.