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Was denkst du gerade?

PapaEmeritus
@Ameise_78

Verarbeiten heißt für mich nicht verzeihen. Man kann Dinge verarbeiten und trotzdem sagen, das war falsch, ungerecht und hat mich enorm Kraft, Energie und Zeit gekostet.

@Sincerite

Deine Meinung ist doch vollkommen okay. Ich sehe die Grandiosität eben nicht als einen Mechanismus, um Minderwertigkeit zu überdecken, sondern eben als, naja, Grandiosität. Ich hab eh nie verstanden, warum man das beobachtbare Verhalten immer ins Gegenteil umkehren muss. Machen wir ja bei anderen Menschen auch nicht.

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Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Verarbeiten heißt für mich nicht verzeihen. Man kann Dinge verarbeiten und trotzdem sagen, das war falsch, ungerecht und hat mich enorm Kraft, Energie und Zeit gekostet.

Verzeihen heißt für mich einiges, aber definitiv nicht, dass etwas, das schlecht oder falsch war, richtig war. Lachendes Gesicht
Da du mich gerade dazu bringst, näher über das Thema nachzudenken... Vielleicht bedeutet verzeihen für mich tatsächlich sogar eher, dass ich MIR verzeihe, dass ich in eine solche Situation geraten bin, dass ich nicht achtsamer war, nicht besser auf mich aufgepasst habe.
Ok, je nachdem worum es ging kann ich jemandem natürlich auch verzeihen in dem Sinne, dass wir alle Menschen sind und Fehler machen. (Bei böser Intention sieht es wieder völlig anders aus...)

Aber verzeihen bedeutet für mich niemals "gutheißen" oder "von Verantwortung freisprechen."
Niemals.

x 2 #20417


A


Was denkst du gerade?

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S
Zitat von PapaEmeritus:
Machen wir ja bei anderen Menschen auch nicht.

Ja, mache ich bei anderen Menschen auch nicht. Aber Narzissten sind eine bestimmte Art von Menschen. Ich habe mir meine Meinung nicht ausgedacht. Sie kommt aus dem, was ich über Narzissmus und dessen Entstehung gelesen habe. Das was ich bei meinem Exfreund sehen konnte, passt dazu. Nur leider muss ich jetzt weg. Vielleicht ab späten Nachmittag wieder.

x 2 #20418


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Ich sehe die Grandiosität eben nicht als einen Mechanismus, um Minderwertigkeit zu überdecken, sondern eben als, naja, Grandiosität.

Die eigentliche Frage ist doch aber auch... warum setzt man sich dem dann so lange aus..? Macht einen das nicht auch wütend/ärgert einen..?
Ich denke diese Frage ist meist auch zentral bei der Wut und dem Schmerz angesichts einer Trennung mit solchem Kontext...
Gehe da aber von mir aus, weil ich immer sehr gerne das Gefühl habe, Verantwortung für mein Handeln zu haben, fühle mich dann nicht so hilflos!
Natürlich hat man nicht absolut alles in der Hand - sieht man näher hin erkennt man oftmals aber doch, wo man sich nicht ausreichend geschützt hat...

x 1 #20419


PapaEmeritus
@Sincerite

Wenn ich jetzt mal mich anschaue. Ich bin eigentlich ein eher introvertierter Mensch. Bei mir würde niemand auf die Idee kommen zu sagen: Naja, eigentlich ist der absolut extrovertiert, das ist nur ganz tief unterdrückt und er zeigt das anders. Aber bei Menschen, die so hochgradig manipulativ sind, Grandiosität o.ä. zeigen, wird das Verhalten immer genau als das Gegenteil gedeutet. Warum? Warum kann Grandiosität nicht einfach Grandiosität sein? Warum kann es nicht einfach die absolute Überzeugung sein, besser als andere zu sein? Weil das unser humanistisches Weltbild angreift, dass jeder Mensch, der sich mies verhält, eine Wunde haben muss? Vielleicht funktionieren solche Menschen eben einfach nur so.

@Ameise_78

Ich gebe durchaus zu, dass es mich wütend macht, dass man das ganze Thema immer so verharmlost. Es nimmt der Erfahrung die Schwere, und damit bin ich definitiv nicht alleine. Ich bekomme oft private Nachrichten von anderen Usern, die es ähnlich sehen, sich aber nicht trauen, das Thema offen anzusprechen, weil dann irgendjemand um die Ecke kommt und meint, dass das alles ganz schlimm verletzte Kinderseelen sind.
Nochmal. Es soll jeder den für sich besten Weg und die für sich beste Deutung finden. Ich erwarte dann aber auch, dass andere Wege akzeptiert werden. Nur weil ich mich nicht in der Pflicht sehe, Dinge wie Kontrolle, Schuldumkehr, emotionale Erpressung oder das Unterdrücken von Kritik zu verzeihen, macht mich das noch lange nicht zu jemandem, der bis an sein Lebensende Wut und Groll hegt. Für mich ist das auch eine gewisse Selbstbehauptung.

x 1 #20420


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Aber bei Menschen, die so hochgradig manipulativ sind, Grandiosität o.ä. zeigen, wird das Verhalten immer genau als das Gegenteil gedeutet. Warum? Warum kann Grandiosität nicht einfach Grandiosität sein? Warum kann es nicht einfach die absolute Überzeugung sein, besser als andere zu sein? Weil das unser humanistisches Weltbild angreift, dass jeder Mensch, der sich mies verhält, eine Wunde haben muss? Vielleicht funktionieren solche Menschen eben einfach nur so.

Dem schließe ich mich an.
Vor Allem: es gibt beides! Ich habe beides schon erlebt/kennengelernt, und man kann das eigentlich ganz gut unterscheiden. Dafür braucht es nur etwas Feinsinn und eine differenziertere Wahrnehmung.
Nicht jeder Narzisst ist "eigentlich eine arme Socke", beileibe nicht... gibt auch Narzissten bei denen die Veranlagung aufgrund entsprechender Erziehung (verzogen ohne Ende) ganz besonders gut fruchtet.
Nein, nicht jeder, der sich daneben benimmt, ist ein "Opfer" oder armselig. Wirklich nicht.

x 1 #20421


Plague
Zitat von PapaEmeritus:
Ich sehe die Grandiosität eben nicht als einen Mechanismus, um Minderwertigkeit zu überdecken, sondern eben als, naja, Grandiosität. Ich hab eh nie verstanden, warum man das beobachtbare Verhalten immer ins Gegenteil umkehren muss.

Ist allerdings gängige Lehrmeinung - zumindest was die Grandiosität angeht.
Schau dir gerne mal das Modell der doppelten Handlungsregulation von Rainer Sachse an.
Narzisstische Menschen haben ein doppeltes Selbstwertsystem und brauchen die Grandiosität als Strategie, um die ständigen Spitzen aus dem Negativsystem (aka Unsicherheit) im Sinne der eigenen Selbstwertregulation in Schach zu halten, aber auch, um (manipulativ) das interaktionale Ziel von Anerkennung und Wertschätzung zu erhalten. Hat auch wieder was mit Selbstwerterhöhung zu tun.

x 2 #20422


Worrior
Was ist mit den dauergrinsenden Sonnenscheinchen die ständig everybodys Darling sein wollen?
Denen die Pseudoempathie geradezu aus den Ohren quillt, ständig angepasst und immer dort wo es am wärmsten ist.
Mit solchen Menschen kann ich nichts anfangen, die sind mir zu gefährlich.

x 1 #20423


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Ich gebe durchaus zu, dass es mich wütend macht, dass man das ganze Thema immer so verharmlost. Es nimmt der Erfahrung die Schwere, und damit bin ich definitiv nicht alleine. Ich bekomme oft private Nachrichten von anderen Usern, die es ähnlich sehen, sich aber nicht trauen, das Thema offen anzusprechen, weil dann irgendjemand um die Ecke kommt und meint, dass das alles ganz schlimm verletzte Kinderseelen sind.

Das verstehe ich, denn das sehe ich persönlich auch überhaupt nicht so.
Ich habe da selbst ein paar Erfahrungen dieser Art gemacht und bin da vollkommen bei dir.
Denke eben nur, man muss differenzieren... diese verletzten Seelen gibt es durchaus auch... allerdings deutlich weniger als es gerne dargestellt wird... manche verstecken sich schon gut hinter diesem Narrativ, dass jeder, der sich eklig verhält, ein gar so armes Kind gewesen wäre. Ist keineswegs so...

#20424


PapaEmeritus
@Plague

Ich schließe Unsicherheit nicht komplett aus. Aber ich habe es nie als handlungsleitend erlebt, und ich bewerte nur das, was ich erlebe. Und es gibt tatsächlich von der Lehrmeinung abweichende Theorien. Ob das natürlich alles so richtig ist, will ich nicht abschließend beurteilen.

x 1 #20425


Ameise_78
@Plague das mag alles sein, ich habe aber eine diagnostizierte Narzisstin in der Familie, die eine wunderbare Kindheit hatte und sehr von den Eltern hofiert und verzogen wurde. Ein Wort... unerträglich... ein krasses Opfer sehe ich da weniger. Die Leute, die in den Genuss dieser Art kommen, würde ich da eher als solche bezeichnen...

#20426


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Ich schließe Unsicherheit nicht komplett aus. Aber ich habe es nie als handlungsleitend erlebt, und ich bewerte nur das, was ich erlebe. Und es gibt tatsächlich von der Lehrmeinung abweichende Theorien. Ob das natürlich alles so richtig ist, will ich nicht abschließend beurteilen.

Da kann ich dir nur zustimmen, habe selbst anderes erlebt/beobachtet.
Und nein, gerade im sozialwissenschaftlichen Bereich ist nichts in Stein gemeißelt. Da sind Paradigmenwechsel an der Tagesordnung. 😉
(Gut, nicht täglich... aber von Zeit zu Zeit. In den 80er und 90er Jahren sah man auch so manches völlig anders als heute...)

#20427


Ameise_78
Zitat von Worrior:
Denen die Pseudoempathie geradezu aus den Ohren quillt,

Kommt drauf an... da sollte man gut zwischen überangepassten Opportunisten und wirklich warmherzigen Menschen unterscheiden können... gibt tatsächlich auch solche, die sehr lieb wirken und es wirklich sind... das ist aber dann nicht aufgesetzt und hohl...

x 1 #20428


Plague
Zitat von Ameise_78:
eine wunderbare Kindheit hatte und sehr von den Eltern hofiert und verzogen wurde.

Ist halt auch eine Form von nicht bedürfnisorientierter Erziehung.
Kleiner Tipp: Warum wurde das Kind so sehr verhätschelt? Damit die Eltern damit den eigenen Selbstwert daran pushen können.

#20429


Ameise_78
@Plague
Man kann alles hindrehen, dass es in die entsprechenden Theorien passt. 😉
Ich persönlich hab da tatsächlich eine andere Sichtweise (trotz Kenntnis sämtlicher gängiger Theorien... die Herrschaften sind nicht allwissend... und wäre es so, wäre die Forschung am Ende. 😉)

Auch bringt ein Mensch durchaus charakterliche Anlagen mit auf die Welt (die Milieutheorie ist aus wissenschaftlicher Sicht längst überkommen, schon seit der Jahrtausendwende kein Thema mehr.)

Zitat von Plague:
Kleiner Tipp: Warum wurde das Kind so sehr verhätschelt? Damit die Eltern damit den eigenen Selbstwert daran pushen können.

Trifft in diesem Fall absolut nicht zu...

#20430


A


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