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Jane_1
Hui, hier wurde aber viel geschrieben! Gestehe, nur überflogen.
Zitat von PapaEmeritus:
Und je länger das Erlebte her ist, umso mehr mache ich das. Ich weiß auch nicht, warum das ein Problem sein sollte.

Naja, weil schwarz/weiß denken eine starke Vereinfachung ist. Hier gut, da böse. So ist die Welt aber eher nicht.

Sowohl deine Ex als auch andere Menschen, die hier als "die" bezeichnet werden, sind seltenst nur widerlich und böse. Sonst wäre man ja mit diesen nicht zusammen gekommen. (Ich weiß, "sie" verstellen sich am Anfang etc). Dennoch glaube ich, dass man sich selber der Möglichkeit beraubt, zu reflektieren und zu lernen, wenn man keine Grautöne zulässt.

Das bedeutet nicht, dass es gut war, dass man all das erlebt hat. Der erlebte Schmerz wäre aber noch unnötiger, wenn man aus dem Erlebten nichts lernt und in Verbitterung und schwarz/weiß Denken endet.
Zitat von PapaEmeritus:
Warum muss man immer in allem was Gutes sehen, manche Erfahrungen sind nun einfach mal Schrott.

Ja, sind sie. Es gibt unglaublich viel, dass kein Mensch im Leben braucht. Erkrankungen zB.

Man kann trotzdem verschieden darauf reagieren.
Zitat von PapaEmeritus:
Warum kann Grandiosität nicht einfach Grandiosität sein? Warum kann es nicht einfach die absolute Überzeugung sein, besser als andere zu sein? Weil das unser humanistisches Weltbild angreift, dass jeder Mensch, der sich mies verhält, eine Wunde haben muss?

Ich glaube, dass es wirklich so ist. Der Mensch ist ein soziales Wesen und einigermaßen "gut" zu sein, steckt in uns drin. Fürsorgliches Verhalten gibt es ja auch bei anderen Tieren.

Es gibt "böse" Menschen, die Anzahl ist glücklicherweise klein. Sehr groß ist aber die Anzahl der Menschen, die aus Verletzungen heraus andere verletzen.

Was verzeihen angeht, gehe ich übrigens mit dir mit: es muss nicht alles verziehen werden.

x 3 #20506


PapaEmeritus
@Sincerite

Gute Frage. Kann ich dir nicht so direkt beantworten. Wahrscheinlich einfach nur noch etwas Zeit.

@Jane_1

Ich denke tatsächlich nicht in Kategorien wie Gut und Böse. Das funktioniert in der Realität nicht. Ich sehe es aber eben nicht so, dass Menschen grundsätzlich darauf aus sind, gut zu sein. Ich weiß, das ist unser humanistisches Menschenbild und ich verstehe jeden, der das vertritt. Ich hab eben eine etwas andere Meinung und die kommt auch ohne gut und böse aus. Sondern was ist nützlich und was nicht. Was uns von diesen Menschen unterscheidet ist unser Gewissen, Empathie und Scham.

x 2 #20507


A


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x 3


S
@Lukrethia
Das verstehe ich sehr gut! Deshalb wollte ich nie eine Führungsrolle, in der ich die Kollegen hätte beurteilen müssen. Aber vielleicht ist das auch eine Chance für ihn, weil er eine andere Art Tätigkeit vielleicht gut machen würde....

x 2 #20508


Ameise_78
Zitat von Jane_1:
Sehr groß ist aber die Anzahl der Menschen, die aus Verletzungen heraus andere verletzen.

Die Anzahl derer, die aus Gefühllosigkeit verletzen, weil sie zu wenig Empathie oder Fürsorglichkeit erzogen wurden und es ihnen schlicht nichts bedeutet und sie es emotional nicht nachvollziehen können, ist aber auch sehr groß... diese Gruppe wird so gerne komplett ausgeblendet.

Es gibt viele freundliche Menschen und es gibt auch viele unfreundliche Menschen. Nicht alle unfreundlichen oder Menschen, die andere schädigen, sind ehemalige Opfer... so einfach betrachtet trägt das der Realität nicht Rechnung.

x 4 #20509


Jane_1
Zitat von Umbra_:
Er sagte aber auch gleichzeitig, dass man mit ihr nicht reden kann. So sei sie immer ...... Das hat er mir auch nicht zum ersten Mal gesagt.

Puh, das stelle ich mir auch sehr schwer vor. Auszuhalten, dass das eigene Kind in so einer Ehe sitzt. Glücklich wird er ja nicht damit sein.

Und du hast schon wieder einen Konflikt mit Menschen in deinem engsten Umfeld.

x 2 #20510


Jane_1
Zitat von Ameise_78:
Es gibt viele freundliche Menschen und es gibt auch viele unfreundliche Menschen. Nicht alle unfreundlichen sind ehemalige Opfer...

Ich meinte größere Verletzungen als solche durch Unfreundlichkeit.

#20511


Ameise_78
Zitat von Jane_1:
Ich meinte größere Verletzungen als solche durch Unfreundlichkeit.

Das gilt auch für größere Verletzungen. Man kann das einfach nicht so pauschalisieren...

#20512


PapaEmeritus
@Ameise_78

So sehe ich das auch. Auch hier wird mMn leider zu oft pauschalisiert. Nur verletzte Menschen verletzen andere. Das muss eben nicht unbedingt immer so sein. Man geht eben von einem positiven Menschen aus. Menschen sind grundsätzlich gut. Und wenn sie es nicht sind, muss es eine Ursache geben (Verletzung, Wunde etc.). Ich vertrete eben die Theorie, dass das sein kann, aber nicht sein muss.

x 2 #20513


Ameise_78
@PapaEmeritus
Dem schließe ich mich an.
Und das ist ein so weites Feld, wenn man wollte, könnte man das hier endlos diskutieren... Studien diesbezüglich gibt es in alle Richtungen - und keine absolute Wahrheit.

x 1 #20514


S
Ich denke halt, dass keine Baby als schlechte Mensch geboren wird. Nur Charaktereigenschaften wie Temperament oder eher langsam und ruhiger wird mitgebracht.

x 3 #20515


Ameise_78
Zitat von Sincerite:
Ich denke halt, dass keine Baby als schlechte Mensch geboren wird. Nur Charaktereigenschaften wie Temperament oder eher langsam und ruhiger wird mitgebracht.

Als "schlechter Mensch" nicht, aber auch nicht als unbeschriebenes Blatt. In einem Baby ist doch schon sehr viel mehr angelegt als man früher dachte... dazu gibt es reichlich wissenschaftliches zu lesen.

x 1 #20516


PapaEmeritus
@Sincerite

Es geht nicht unbedingt darum, dass Babys „schlecht“ auf die Welt kommen. Gut und schlecht sind eh moralische Kategorien. Ich denke, dass Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen auf die Welt kommen, und diese setzen sich eben durch, wenn die einen Vorteil bringen. Dinge wie Gefühlskälte, Manipulation, Grandiosität sind einfach Teil der menschlichen Variationsbreite und bringen diesen Menschen vielleicht sogar Vorteile.

Es gibt auch Theorien, dass Menschen ihre Unwelt anhand ihrer Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen. Und wenn ein Kind eben diese genannten Merkmale hat, reagieren Eltern dementsprechend. Und diese Reaktion wird dann im Nachhinein als Trauma, Vernachlässigung o.ä. ausgelegt, während die Ursache eben nicht in den Eltern, sondern in der Persönlichkeit des Kindes lagen. Evokative Gen-Unwelt Korrelation.

x 1 #20517


S
<Ich glaube, dass viele Erlebnisse zu einer Entwicklung beitragen. Einer hatte eine gute Kindergärtnerin, die etwas Gutes beisteuern konnte, ich habe in den 30`ern die Selbsthilfegruppen gefunden. Ohne diese Imput und meine dadurch ausgelöste Entwicklung wäre ich heute auch noch empathielos.

#20518


S
Zitat von PapaEmeritus:
Und wenn ein Kind eben diese genannten Merkmale hat, reagieren Eltern dementsprechend. Und diese Reaktion wird dann im Nachhinein als Trauma, Vernachlässigung o.ä. ausgelegt, während die Ursache eben nicht in den Eltern, sondern in der Persönlichkeit des Kindes lagen. Evokative Gen-Unwelt Korrelation.

Ja, und trotzdem hat das Kind Trauma, Vernachlässigung o.ä. erlebt. Es lag in der Verantwortung der Eltern sich Hilfe zu holen, damit sie ihr Kind nicht auf diese Weise behandeln müssen.

x 2 #20519


S
Zitat von PapaEmeritus:
Ich denke, dass Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen auf die Welt kommen, und diese setzen sich eben durch, wenn die einen Vorteil bringen. Dinge wie Gefühlskälte, Manipulation, Grandiosität sind einfach Teil der menschlichen Variationsbreite und bringen diesen Menschen vielleicht sogar Vorteile.

Da könnte ich zustimmen. Ziel der Natur ist immer nur zu überleben. Es geht ihr nicht um Lebensqualität. Ist nur meine Meinung...

#20520


A


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