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51166

Was denkst du gerade?

B
Zitat von Worrior:
Niemals nie kam es jemandem in den Sinn dies als Annäherung zum Natiolnalsozialismus zu sehen und zumindest wir hatten keinerlei Gedankengut welches in diese Richtung ging.

Die Tatsache dass Jahrzehnte lang kasernen nach wehrmachtsoffizieren benannt blieben zeigt, dass die Bundeswehr an manchen Punkten mit ihrer Vorgängerorganisation abgrenzungsschwierigkeiten hat.
Auch die Vorkommnisse der letzten Zeit
finde ich sehr schwierig.

#20671


S
Sie ist wieder hier.

#20672


A


Was denkst du gerade?

x 3


HeavyDreamy
Meine Gedanken dazu sind:

Aus Rücksichtnahme, aus Solidarität und aus Nächstenliebe ist alles, was damals passiert ist, nicht gutzuheissen.
Egal ob das ein Wort, ein Satz oder whatever ist.

Genauso finde ich es gut, dass das Wort für Indigene, also Indianer, oder auch Schaumkuss, also Negerkuss, nicht mehr verwendet werden darf, so auch Paprikasosse, also Zigäunersosse.

Alle die, die trotzdem solche Wörter oder Sätze weiterhin benutzen, nehmen Null Rücksicht und haben auch keinen Respekt vor den Menschen, denen in der schlimmen Vergangenheit so viel Leid zugefügt wurde oder bei bestimmten Völker/bestimmte Menschen.

Schade auch, dass genau diese Menschen keine anderen Meinungen zu lassen können und stattdessen meinen, man solle sie nicht mehr zitieren oder kontaktieren - zeigt mir aber dann auch, wie egal ihre Einstellung ist und auch ne gewisse Schwäche.

Aber ausgeteilt wird trotzdem weiter, schön gegen die Menschen, die einfach nur Rücksicht, Solidarität und Nächstenliebe toll finden.

x 1 #20673


S
Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt den ganzen Widerspruch auf mich ziehe...
Für mich war früher das Wort Zigeuner nur eine Bezeichnung für ein fahrendes Volk und bei der Zigeunersoße dachte ich, dass die aber gut kochen können, obwohl sie das ja unterwegs tun mussten. Die Vertreibung dieses Volkes machte mich sehr betroffen, als ich davon erfuhr.
Das Wort Negerkuss habe ich früher nie mit Abwertung in Verbindung gebracht. Es gibt eben Menschen, die schwarzhäutig sind. Unabhängig davon macht mich die damalige schlechte Behandlung dieser Menschen sehr betroffen.
Es wird ja auch vom kölschen Klüngel, den geizigen Schwaben, den Ostfriesenwitzen, der Insel begründeten Inzucht der Engländer usw. gesprochen. Dazu kommen die ganzen abwertenden Bezeichnungen für Frauen und Minderheiten dazu. Der ganze Sprachgebraucht trieft davon und betrifft alles Mögliche.
Und nicht jeder, der sich christlich nennt und in die Kirche geht, verhält sich christlich.
Ich meine, das eine muss nicht unbedingt mit dem anderen zu tun haben.

x 2 #20674


Jane_1
Zitat von HeavyDreamy:
Genauso finde ich es gut, dass das Wort für Indigene, also Indianer, oder auch Schaumkuss, also Negerkuss, nicht mehr verwendet werden darf,

Doch, natürlich darf es verwendet werden. Genauso wie übelste Schimpfwörter.
Man muss dann halt mit möglichen Konsequenzen leben.
Zitat von Sincerite:
Das Wort Negerkuss habe ich früher nie mit Abwertung in Verbindung gebracht. Es gibt eben Menschen, die schwarzhäutig sind.

Ja, du nicht. Ich auch nicht, die allermeisten nicht.

Wenn ich aber mitbekomme, dass es Menschen gibt die es betrifft und die sich von dieser Wortwahl verletzt fühlen, kann ich doch einfach darauf verzichten, es zu benutzen. Das tut mir doch nicht weh, ist einfach nur nett. Rücksichtnahme.

Ich verstehe ehrlich nicht, wieso das immer wieder so ein Riesenthema ist (nicht nur hier).

x 4 #20675


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich verstehe das, mir geht das oft noch ähnlich. Den realen Menschen vermisse ich nicht. Irgendwann war dieser Mensch wirklich richtig bösartig geworden… . Es ist manchmal, als würde man an irgendetwas denken, was nicht existiert.

Ich bin grundsätzlich auch kein Freund von diesen Ausdrücken, bin aber auch kein Freund von Verboten. Wenn die Mehrheit diese Wörter nicht mehr nutzt, werden sie irgendwann verschwinden. Wie zB das Wort Fräulein. Wer nutzt das heute noch?

x 1 #20676


S
@PapaEmeritus
Ich habe mal den Satz gehört: man sieht nur das, was man kennt. So eine Art von Mensch kannte ich vorher noch nicht bewusst.

x 2 #20677


S
Zitat von Jane_1:
Wenn ich aber mitbekomme, dass es Menschen gibt die es betrifft und die sich von dieser Wortwahl verletzt fühlen, kann ich doch einfach darauf verzichten, es zu benutzen. Das tut mir doch nicht weh, ist einfach nur nett. Rücksichtnahme.

Das kann ich annehmen.

x 2 #20678


HeavyDreamy
@Sincerite Es geht einfach um Rücksichtnahme Lachendes Gesicht


Zitat von Jane_1:
Das tut mir doch nicht weh, ist einfach nur nett.

Genau Lachendes Gesicht

x 2 #20679


C
Zitat von BernhardQXY:
Aber warum willst du diese Floskel trotz deines Wissens noch nutzen, ich meine ich verstehe schon, dass man nicht alles wissen kann und die ständige Suche nach political correctness freudlos sein kann, aber gerade bei so krassen Punkten schadet es nicht, diese Formulierung zu lassen.


Weil ich damit aufgewachsen bin, mit der Floskel: "Und mir das meiste" als Zusatz. Das war ein ironischer, witziger Standardspruch unserer Großfamilie. Ich werde doch nicht Gepflogenheiten meiner Familie über Bord werfen.
Wenn ich den Spruch höre, sehe ich meine Großmutter lächelnd vor mir.

Damals wusste noch keiner, was wo genau passiert war. Da ist es Jahrzehnte später viel leichter sich erhaben zu fühlen.

Ein Teil meiner Familie wurde übrigens selber verfolgt, lebte unter falschen Namen und Menschen wie mich hätte man da als erstes mit reingesteckt. Gerade deshalb überlasse ich denen doch keine Sprüche, die sie Zweck entfremdet haben.
Sowie ich ihnen auch keine Musik überlasse.

Dieser Schuldkult (bestimmt auch ein nicht pc Wort) gibt ihnen jedoch weiterhin die Macht die hoch gehalten wird von denen, die so super korrekt in allem sein wollen.

x 4 #20680


PapaEmeritus
@Sincerite

Ich kannte schwierige Menschen, aber sowas war mir noch nicht begegnet. Die Frau war am Ende wirklich richtig schlimm. Da waren Dinge dabei, die kann ich hier gar nicht erzählen. Ich kann heute froh sein, dass mich das damals nicht in eine depressive Phase gestürzt hat, weil die immer wieder einen drauf gesetzt hat. Auch wenn es mir inzwischen einigermaßen gut geht, hätte ich nie gedacht, dass ein Mensch so sein kann.

x 2 #20681


S
@PapaEmeritus
Es tut mir wirklich leid, dass du so etwas erleben musstest, zu mal du etwas Positives aufbauen wolltest .Du wurdest so lange in einem falschen Glauben gelassen. Das ist meiner Meinung nach schon mit einer starken körperlichen Verletzung gleich zu setzen.

x 2 #20682


B
Zitat von Casey:
Dieser Schuldkult (bestimmt auch ein nicht PC Wort) gibt ihnen jedoch weiterhin die Macht die hoch gehalten von denen, die so super korrekt in allem sein wollen.

Ich verstehe was Du sagen willst. Ich finde aber beide Positionen im Extremen schwierig.
Ich stimme dir absolut zu, wenn man sich jedes einzelne Wort überlegen muss ist es anstrengend und man fragt sich, wer denn festlegt, welche Konnotationen Ausdrücke haben und welche man warum nicht mehr verwenden sollte und im Zweifelsfall sich sogar wegen volksverhetzung strafrechtlich verfolgt wird. Ich nehme auch die *beep* Zahlen wahr, dass politische Verfahren zunehmen und finde es bedenklich.
Auf der anderen Seite kann man manche Formulierungen nicht reinwaschen. Sie sind schlichtweg verbrannt- und dann wiederum finde ich es schwierig, wenn quasi fußaufstampfwnd gesagt wird, mir doch egal, ich knüpfe positive Gedanken an die Formulierung, oder auch ichlasse mir nicht vorschreiben, wie ich spreche.
Da wird ganz schnell die Grenze des Respekts gegenüber den Opfern überschritten. Und das wiederum ist für mich inakzeptabel.
Für mich ist das schon ein Dilemma:
Auf der einen Seite fände ich eine Institution, die klar definiert, dieser Ausdruck ist akzeptabel, jener nicht
als unmöglich, es bleibt immer eine Unsicherheit wo denn die Grenze liegt
Dies stellt sich für mich als unlösbares Dilemma dar.

x 3 #20683


S
Zitat von Casey:
Weil ich damit aufgewachsen bin

Ich glaube, bei mir ist es ähnlich, obwohl ich solche Wortspiele bei unterdrückten Gruppen nicht mehr nutzen will. Aber ansonsten geht es mir mittlerweile auf den Senkel, dass irgend etwas, was immer richtig und harmlos war, plötzlich falsch sein soll und von oben angeordnet wird, welche Worte ich benutzen darf. Genau so ist es für mich, dass alles digitalisiert wird, obwohl es gleichzeitig auch so viele Nachteile hat. Aber man hat nicht mehr die Wahl. Auch in meinem Beruf war es so, dass Ewigkeiten eine Gesetzesbegründung logisch und richtig war, plötzlich nicht mehr logisch und richtig ist, weil ein anderes politisches Ziel verfolgt wurde. Jedesmal, wenn neue Menschen in dieser Gesetzgebung zuständig waren, musste sich jeder selbst ein Denkmal setzen und hat etwas einfach geändert, obwohl den Sinn dieser Änderung keiner verstand. Auch die Rechtschreibreform fällt für mich darunter. Meine Rechtschreibung war immer gut. Jetzt ist sie plötzlich falsch, weil ein paar Leute meinten, das ändern zu müssen. Und gerade wird mein o.g. Wort "jedesmal" unterkringelt. Ich soll schreiben: jedes Mal. Mache ich jetzt aber mal nicht.

x 1 #20684


Blindfisch
Meine Gedanken dazu:
Es ist absolut richtig, über Wörter und Redewendungen nachzudenken. Über ihre Bedeutung und Herkunft.
Wenn betroffene Gruppen sich dadurch verletzt fühlen, dann sollte man Rücksicht nehmen.
Das N-Wort zum Beispiel oder auch Zigeu....
Bei anderen Wörtern oder Redewendungen, die Menschen oder Gruppen "verletzten", weil es ihnen gesagt wird, das sie "verletzt" sein sollen, wenn ihnen erklärt werden soll, das sie Opfer sind, obwohl sie davon gar nicht wissen wollen, ist der Punkt, der zu Weit geht. Das ist es, warum teilweise Menschen mit "Wiederstand" reagieren.
Der "National Congress of American Indians" zum Beispiel ist die Vereinigung der Indianer in den USA und Kanada, um ihre Interessen zu vertreten und haben im Namen "American Indians". Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das es den Indianern Nordamerikas am Hintern vorbei geht, wenn Kevin (5 Jahre alt) in der Kita in als Indianer verkleidet in Deutschland zum Fasching geht.
Letzens hab ich ne DOKU gesehen, in der sich Teile der Inuit nicht als Inuit sehen sondern als Eskimos.
Will sagen, das man durchaus auf die Sprache achten sollte, auch auf bisher gebräuchliche Redewendungen, aber ich bin der Meinung man sollte darauf schauen, wer da sagt, das Dies und Das "verletztend" ist. Sind es die Betroffenden oder die sogananten "Gutmenschen", die Besser wissen, wie sich die entsprechende "Opfergrupe" zu fühlen hat.

x 5 #20685


A


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