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S
Zitat von Casey:
Weil ich damit aufgewachsen bin

Ich glaube, bei mir ist es ähnlich, obwohl ich solche Wortspiele bei unterdrückten Gruppen nicht mehr nutzen will. Aber ansonsten geht es mir mittlerweile auf den Senkel, dass irgend etwas, was immer richtig und harmlos war, plötzlich falsch sein soll und von oben angeordnet wird, welche Worte ich benutzen darf. Genau so ist es für mich, dass alles digitalisiert wird, obwohl es gleichzeitig auch so viele Nachteile hat. Aber man hat nicht mehr die Wahl. Auch in meinem Beruf war es so, dass Ewigkeiten eine Gesetzesbegründung logisch und richtig war, plötzlich nicht mehr logisch und richtig ist, weil ein anderes politisches Ziel verfolgt wurde. Jedesmal, wenn neue Menschen in dieser Gesetzgebung zuständig waren, musste sich jeder selbst ein Denkmal setzen und hat etwas einfach geändert, obwohl den Sinn dieser Änderung keiner verstand. Auch die Rechtschreibreform fällt für mich darunter. Meine Rechtschreibung war immer gut. Jetzt ist sie plötzlich falsch, weil ein paar Leute meinten, das ändern zu müssen. Und gerade wird mein o.g. Wort "jedesmal" unterkringelt. Ich soll schreiben: jedes Mal. Mache ich jetzt aber mal nicht.

x 1 #20686


Blindfisch
Meine Gedanken dazu:
Es ist absolut richtig, über Wörter und Redewendungen nachzudenken. Über ihre Bedeutung und Herkunft.
Wenn betroffene Gruppen sich dadurch verletzt fühlen, dann sollte man Rücksicht nehmen.
Das N-Wort zum Beispiel oder auch Zigeu....
Bei anderen Wörtern oder Redewendungen, die Menschen oder Gruppen "verletzten", weil es ihnen gesagt wird, das sie "verletzt" sein sollen, wenn ihnen erklärt werden soll, das sie Opfer sind, obwohl sie davon gar nicht wissen wollen, ist der Punkt, der zu Weit geht. Das ist es, warum teilweise Menschen mit "Wiederstand" reagieren.
Der "National Congress of American Indians" zum Beispiel ist die Vereinigung der Indianer in den USA und Kanada, um ihre Interessen zu vertreten und haben im Namen "American Indians". Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das es den Indianern Nordamerikas am Hintern vorbei geht, wenn Kevin (5 Jahre alt) in der Kita in als Indianer verkleidet in Deutschland zum Fasching geht.
Letzens hab ich ne DOKU gesehen, in der sich Teile der Inuit nicht als Inuit sehen sondern als Eskimos.
Will sagen, das man durchaus auf die Sprache achten sollte, auch auf bisher gebräuchliche Redewendungen, aber ich bin der Meinung man sollte darauf schauen, wer da sagt, das Dies und Das "verletztend" ist. Sind es die Betroffenden oder die sogananten "Gutmenschen", die Besser wissen, wie sich die entsprechende "Opfergrupe" zu fühlen hat.

x 5 #20687


A


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S
Zitat von Blindfisch:
wer da sagt, das Dies und Das "verletztend" ist. Sind es die Betroffenden oder die sogananten "Gutmenschen", die Besser wissen, wie sich die entsprechende "Opfergrupe" zu fühlen hat.

ja, genau so sehe ich das auch.

#20688


E-Claire
Zitat von PapaEmeritus:
Für manche kann Macht auch Selbstzweck sein. Manche Menschen haben vielleicht einfach ein übersteigertes Dominanzstreben.

Ja und nein. Generell ist für gesunde Menschen Macht kein Selbstzweck sondern mit Ermächtigung zur Gestaltung verbunden. Menschen, die etwas verändern wollen, streben eben diesen Raum an. Alles darüber hinausgehende dient eher der eigenen Profilierung und damit dann eben der Untermauerung des Selbstwerts im Außen.

x 1 #20689


PapaEmeritus
@Sincerite

Wünsch ich nicht mal meinem schlimmsten Feind. Ich hab inzwischen auch keine Worte mehr dazu.

x 1 #20690


S
@E-Claire
Für mich beinhaltet Macht auch Verantwortung anderen gegenüber.

#20691


S
@PapaEmeritus
Ich glaube, dass du zu tiefst verletzt und enttäuscht bist.

x 2 #20692


Worrior
Ich kann Tier und Natur respektieren ohne irgendeiner Ökobewegung anzugehören.
Ich kann für eine humanistische Gesellschaft sein und für eine ebensolche Sozial- und Wirtschaftspolitik, ohne linkspolitisch zu sympathisieren.
Ich kann mein Land, meine Kultur und meine Sprache lieben, ohne rechtsgerichtet zu sein.
All das kann ich in meiner Person vereinigen, auch wenn das für manche unbegreiflich ist.
Ich lasse mich da weder verbal beschneiden noch bevormunden.

Mir gefallen hier auch manche Beiträge nicht, ich finde sie mitunter furchtbar und rege mich manchmal auf.
Ich würde mich aber jederzeit dafür gerade machen dass ihr all das schreiben und sagen dürft.
Das dürfte der gewaltige Unterschied zwischen einigen von Euch und mir sein.
Nenn man glaube ich Demokratie oder?
Mein Vater das Land, meine Mutter die Sprache, lasst ihr es Euch nehmen, ohne mich.

x 5 #20693


E-Claire
Zitat von Silvester:
Darf man etwas, weil etwas falsch verwendet wurde aber nicht seinen Ursprung dort hatte, nicht mehr nutzen?

Interessante Frage.

Zunächst: mir ist es nicht möglich jeden Hintergrund, jede Verbindung etc zu kennen und ich ja. Oft genug Bildungslücken, klärt jemand meine Ignoranz auf, bewerte ich neu, ob ich nach Maßgabe des jetzigen Wissensstand, eine Formulierung weiter nutzen möchte und wie groß die Gefahr ist, damit in der Kommunikation mit anderen missverstanden zu werden.

Denn das ist ja immer eine Sender/Empfänger Ding und ich kann mich zwar zu einer weiteren Nutzung der Formulierung entscheiden, trage dann aber eben auch das Risiko, dass andere diese Entscheidung nicht gut einordnen können.

Ansonsten verstehe ich im allgemeinen die Diskussion immer nicht so ganz, da fühlen sich manche in ihren persönlichen Freiheiten eingeschränkt nur weil sie ein bissl die Sprache (insbesondere gegenüber Menschen, die tatsächlich in ihren Freiheiten zT schwer beeinträchtigt worden) verändern sollen?

Wo ist eigentlich das Thema anstatt Behinderte Menschen mit Behinderung zu sagen oder eben zu gendern?
Oh ja klingt nicht so toll? Oder oh ja ist länger?
Dafür demonstrieren wir aber gegenüber der jeweilige Gruppe Betroffener Sensibilität. Was ist denn daran ein Problem?

x 2 #20694


E-Claire
Ach und zu guter letzt zum Thema Sprache: es gibt da eine recht seltsame Überschneidung von Menschen, die sich gegen die Veränderung von Sprache wehren und Menschen, die erwarten, dass Migranten die Sprache des Landes sprechen. Letzteres ist getragen von Selbstverständlichkeit (das ist Land x und hier spricht man so). Wenn einem Sprache an dieser Stelle so wichtig ist, dann müsste es doch auch für die Veränderung der Sprache zu mehr Inklusion Verständnis geben, denn beides ist Empfänger getragen.

x 2 #20695


B
Zitat von Worrior:
Ich kann für eine humanistische Gesellschaft sein und für eine ebensolche Sozial- und Wirtschaftspolitik, ohne linkspolitisch zu sympathisieren.

Links scheint für Dich ja ein starkes Feindbild darzustellen. Nur mal so am Rande, gewisse Positionen schließen sich einfach gegenseitig aus: so ist es beispielsweise rein logisch unmöglich, gleichzeitig Positionen eines nationalismus und eine pluralistische Gesellschaft zu wollen. Beides geht nicht gleichzeitig. Und wenn ich die pluralistische Gesellschaft ausschließe und nur meine eigene Kultur toll finde, dann erhebe ich diese über die anderen. Muss einem bewusst sein.

Im übrigen habe ich nicht einen einzigen Artikel hier gelesen, der das von Dir angeprangerte fordert.

BTW. Bei Sprüchen wie ich liebe meine Kultur frage ich mich, welche Kultur denn gemeint ist. Deutschland besteht abgesehen von den Zuwanderern aus Ypsen viele Volksgruppen die alle unterschiedliche Kultur haben. Ja sogar eine andere Sprache als deutsch haben. In Deutschland wird friesisch, sorbisch dänisch als Muttersprache gesprochen. Keiner der Sprecher ist nach dem zweiten Weltkrieg zugewandert. Beim Dialekt gibt es große Unterschiede, es gibt gibt unterschiedliche Bezeichnungen, Streichholz-Zündholz,
Buletten-Frikadellen als Beispiel.
Was also verbirgt sich hinter dem Begriff deutsche Kultur?

x 1 #20696


S
Zum Stichwort gendern:
Als das anfing, dachte ich, was soll dass. Ich werde Mauere, ich gehe zum Friseur, ich wähle den Beruf des Redakteurs usw und dann kam jeweils ein "in" dazu. Aber wir wissen doch alle, dass Männer als auch Frauen solche Berufe ausüben. Aber je öfter ich das zusätzliche "in" am Fernseher gehört habe, um so mehr habe ich mich persönlich auch als Frau angesprochen gefühlt. Ich war nicht mehr unter den Wolken, sondern mit allen über den Wolken. Es hat tatsächlich meinen inneren Wert, Frau zu sein, verstärkt. Verstehen vielleicht nicht alle, war aber so.

x 1 #20697


PapaEmeritus
Zitat von E-Claire:
Ach und zu guter letzt zum Thema Sprache: es gibt da eine recht seltsame Überschneidung von Menschen, die sich gegen die Veränderung von Sprache wehren und Menschen, die erwarten, dass Migranten die Sprache des Landes sprechen. Letzteres ist getragen von Selbstverständlichkeit (das ist Land x und hier spricht man so).


Danke, sehr wichtiger Einwand. Sprache verändert sich nun mal. Und wer weiterhin bestimmte Wörter nutzt, nur weil er sich damit im Widerstand sieht, muss eben mit einem gewissen Echo rechnen. Ein Verbot von bestimmten Wörtern würde ich trotzdem nicht für sinnvoll halten.

@Sincerite

Es ist inzwischen eher ein Entsetzen als eine wirkliche Verletzung.

x 1 #20698


B
@Sincerite
Verstehe ich. Ich bin für eine Weiterentwicklung auf allen Ebenen. Das inkludiert auch die Rechtschreibreform, die man viel Unlogik beseitigt. Auch ist mir klar, dass nicht alles aufgelöst wurde und neue unlogische Sachen entstanden.
Aber unterm Strich ist es gut.
Genau so finde ich es nicht schlecht, das generische Maskulinum zu beseitigen.
Allerdings müssen für mich Verbesserungen resultieren und alle mir bekannten Methoden zum gendern hemmen den Sprachfluss für mich ein no Go.

x 1 #20699


B
Zitat von E-Claire:
es gibt da eine recht seltsame Überschneidung von Menschen, die sich gegen die Veränderung von Sprache wehren und Menschen, die erwarten, dass Migranten die Sprache des Landes sprechen

Ja, finde ich auch, ich finde wie dargestellt die Weiterentwicklung der Sprache wichtig. Selbst das olle latein wurde fortgeschrieben.
Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass eine gemeinsame Sprache Basis für ein friedliches Miteinander ist, kann man nur so Missverständnisse ausräumen und sich verstehen.
Welche Sprache sollte es sein? Solange es keine universelle Sprache gibt ( und nein, weder englisch noch Mandarin halte ich für geeignet ) wäre es für mich die Sprache des Landes in dem ich lebe.

x 2 #20700


A


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