Zitat von Odette:@Sienna Tipps zum surfen? Ich fühle mich manchmal eher als würde ich untergehen, bzw. nicht zulassen wollen.
Ja, das verstehe ich absolut wie du dich fühlst. Und trotzdem gehst du ja nicht unter
🙂 , weil das gar keine Option ist. Man strampelt und schwimmt weiter oben. Allein diese Erkenntnis trägt einen ja fürs erste. Eine Art: ich will das nicht ertragen, aber ich muss, also kann ich das auch
💪 .
Und dann kann man weitersehen. Dann erkennt man: oh *beep*, ich vermisse. Ich fühle gerade Schmerz. Aber ich ertrinke schon mal nicht, ich beobachte mich dabei. Und in dem Moment ist der Wellenberg meist schon am größten und ich kann mir sagen: es geht gleich vorbei. Es wird besser. Und damit es das wird kann ich mich aktiv regulieren durch ganz kleine Dinge. Je nachdem wo ich bin, letzte Nacht zum Beispiel: erst mal ruhig atmen, bis 4 zählen ein, bis 6 zählen aus. Dann: Konzentration auf was höre ich im Moment und zum Beispiel das drücken der Füße in die Matratze, einfach nur um zu spüren, dass ich nicht allein der Schmerz bin.
Also ja, ganz ganz kleine Dinge die einen aus dem Moment holen, aber konsequent. Und dann merkt man, dass der Peak erreicht ist und es schon leicht nachlässt. Ganz leicht, das reicht schon um sich nicht mehr so hilflos zu fühlen.
Aber ja, bei 5 Wellenbergen am Tag fühlt sich das wie Sisyphus an. Aber man ist dann einfach noch am durchgehen, auch wenn es sich wie Stillstand anfühlt, aber die Wellen werden flacher.
Dieses nicht zulassen wollen ist dann aber nochmal etwas anderes, wenn wir das Gleiche meinen. Das stand für mich davor. Diese Akzeptanz zuzulassen: das wars. Das loslassen jeglicher Hoffnung. Das ist brutal finde ich persönlich. Das hat mich viele Nächte und Tränen gekostet, aber ich habe meine Mantren dazu gefunden, nein erarbeitet. Ich habe verstanden. Ich finde nichts davon gut oder richtig aus meinem Wertesystem heraus. Muss ich aber auch nicht um es zu verstehen und dann kann ich akzeptieren ohne mich abzuwerten.
So ist gerade mein Weg und vielleicht hilft es dir auch ein wenig. Bei mir sind es ganz ganz kleine Hebel im Moment des Schmerzes die mich vorwärts bringen ohne mich zu überfordern. Man kämpft genug, da muss ich mich nicht noch zu 3 h meditieren und 5 h Sport zwingen. Von klein zu groß, dann wird das schon werden. Und ich spüre das tatsächlich gerade. Ich hoffe morgen ist das auch noch so.