Herbstmonat
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ich sehe, dass hier viele das Wal-Thema bewegt, Dich auch. Ich habe es in den Nachrichten nur am Rande verfolgt und kenne keinen aktuellen Stand. Mich haben andere aktuelle oder fortwährende weltpolitischen Themen mehr interessiert.
Vielleicht zeigt der Wal aber, dass es eben bei manchen Sachen kein Richtig oder Falsch im Kleinen geben kann.
Wir haben ein Tier, dass aus nicht bekannten Gründen von der Nordsee in die Ostsee geschwommen ist, die für das Tier als Lebensraum nicht geeignet ist. Dort ist das Tier gestrandet, ebenfalls aus nicht bekannten Gründen. Es war (wohl) menschenverursacht in Fischernetze verstrickt. Ob ein Zusammenhang mit dem Fehlschwimmen besteht, weiß man nicht.
Ein erster Ansatz, den Wal ins Freiwasser zu ziehen, war wohl erfolgreich. Nun ist er wohl an anderer Stelle erneut gestrandet. Menschliche Hilfe im Sinne von "setzen wir ihn halt um in die Nordsee" scheint technisch nicht umsetzbar. Auch ist unbekannt, ob das Tier sich aufgrund einer Erkrankung verschwommen hat, ob es durch menschliches Handeln fehlgeleitet wurde (was weiß ich, wie so ein Wal kommuniziert und durch Echolote, Bohrinseln, wasauchimmer fehlgeleitet werden kann). Spielt auch keine Rolle. Der Wal ist krank. Vielleicht auch ohne, dass menschliches Handeln zu der derzeitigen Situation geführt hat.
Was unternimmt man nun, und wer ist man? Und was ist hier richtig im Sinne des Tierwohls?
Ein Ansatz kann sein, dass man die Situation als naturgegeben betrachtet. Überall auf der Welt sterben täglich Tiere. Auch Wale. Das bekommen wir halt nicht mit, es ist uns abstrakt bekannt, es ist der Lauf der Dinge. Folgt man dem, sollte man der Natur ihren Lauf lassen und den Wal unberührt dort lassen, wo er jetzt ist und wahrscheinlich sterben wird.
Ein anderer Ansatz kann sein, dem Tier Leid zu ersparen. Thema Kopf sprengen. Ich bin sicher, dass das ohne Bohrungen oder so geht. Die Menschheit hat genügend Erfahrung im Thema Walfang und töten. Ob und wie das (möglichst) stress- und schmerzfrei geht, wissen bestimmt auch genügend Menschen. Hier im Forum könnten wir @Fenjal fragen. Da stellt sich mir dann eher die Frage der Öffentlichkeitswirksamkeit:
Will man sich als Entscheider oder Ausführender dem Sturm der Bilder aussetzen, einem lebenden Wal den Kopf gesprengt zu haben? Und anschließenden Schlagzeilen in der Zeitung für Blöde: WASSERPOLIZEI SPRENGT UNSCHULDIGEN WAL IN DIE LUFT! (Anmerkung: Keine Ahnung, ob die Wasserpolizei zuständig wäre. Die DLRG wird es jedenfalls nicht sein.)
Was würde helfen? Weniger Medienaufmerksamkeit, meine ich. Weniger Aufregung. Mehr Akzeptanz. Wir können nicht jeden Wal retten.
H
