Zitat von Sincerite: Wie willst du das denn gemacht haben?
Zitat von Plague: Eine Freundin meiner Frau hatte ihre Mutter durch einen Schlaganfall verloren.
Diese Freundin war der Ansicht, dass ihre Mutter den tödlichen Schlaganfall nachts nicht gehabt hätte, wenn die Mutter nicht noch kurz zuvor versucht hätte, einen Konflikt in der Familie der Tochter zu schlichten und sich dabei sehr aufgeregt habe. Ergo: Sie hat Schuld am Tod der Mutter.
Manchmal muss es gar nicht so arg sein. Manchmal reicht aus, sich nicht so verabschiedet zu haben, wie man es sich irgendwie vorgestellt hat. Vieles von dem, was da passiert, ist ähnlich dem letzten, allerletzten und schließlich aller-allerletzten Gespräch, welches man zu brauchen glaubt, bei einer Trennung. Das ist ja nicht der Logik zugänglich, sondern klassisch der ersten Phase der Trauer, Verleugnung, zuzuordnen.
So lange ich am "Wie" herumknabbern kann, kann ich die Gefühle zum "dass es jetzt so ist" noch eine Weile in der Kiste lassen.
Es ist gleichermaßen auch oft großes Zeichen dafür, dass es in der Beziehung zu dem, der gegangen ist, viele ungelöste Gefühle gegeben hat.
Und diese brauchen ein Ventil. Und so bastelt man sich selbst einen Schuldturm. Der Weg dort hinaus, ist ein bisschen wie in den Märchen, man muss barfuß durch den Dornenwald und einen Topf voller Tränen sammeln. Meiner Erfahrung nach gelingt das am Besten mit einem guten Therapeuten oder Trauerbegleiter.