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Was denkst du gerade?

Odette
Zitat von E-Claire:
Es mit ner echten NPS zu tun zu haben oder Teil einer schlicht toxischen/ungesunden Beziehungsdynamik zu sein, sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Eben. Und spreche es auch niemandem ab, wenn man an einen Partner gerät, welcher ausgeprägte(re) narz. Anteile hat.
Das kann ja auch schon erschüttern bzw. schnell toxisch/ungesund werden.

Aber es ist eben ein riesengroßer Unterschied zu der wirklichen Persönlichkeitsstörung.

Aber ähnlich wie die Diagnosen AD(H)S, wird auch mit diesem Begriff so schnell um sich geworden, und auf social media ist jeder 2. Narzisst.

'Nein Maus, manchmal ist er auch einfach nur ein Ars...' - ganz oft mein Gedanke bei dem Gedöns.

Zitat:
[url=/post4160664.html#p4160664]Zitat von Sincerite[/url]
Ich finde, dass diese Aussage stimmt. Im Nachhinein sehe ich, wieviel ich ignoriert habe und woran ich hätte erkennen können, dass er gar nicht lieben konnte. Es hat lange gedauert, bis ich im Nachhinein erkannt habe, was ich von einem Gegenüber brauche

Das mag ich dir absolut nicht absprechen.
Auch ich habe viel Mist durch, und wäre ja am Ende nicht die, die ich jetzt bin, hätten diese Ereignisse mich geprägt.
So geht es uns allen ja am Ende.

Dennoch finde ich in Anbetracht der Schäden, welche entstehen (können) einfach zu romantisch ausgedrückt. Vergleichbar mit den ehemals Kalender-Sprüchen, neuerdings wohl irgendwelche Insta-Videos mit dramatischer Musik hinterlegt.

Zitat von PapaEmeritus:
Es ist natürlich immer wichtig und richtig, seine eigenen Schwachstellen zu hinterfragen, aber es ist eben manchmal nicht so einfach, dass beide Seiten irgendetwas mitbringen, und daraus entsteht ein toxisches „Spiel“.


Genau. Und ich denke, dass das völlig 'normal' sein kann, dass nicht jede Konstellation funktioniert.
Ich kann auch nachvollziehen, und das lese ich hier ganz häufig im Bezug auf die Cluster B-Störungen, dass es alles Vermutungen sind. Das stößt mir manchmal auch. Mein empathischer Teil kann sehen und fühlen, dass es natürlich weniger weh tut, wenn man dem Kind einfach einen Namen gibt und das ganze an eine Krankheit anlehnen kann.
Aber es sind eben auch umfangreiche Diagnostiken nötig, und das nicht ohne Grund.

Aber ich schweife ab... Verzeiht.

x 4 #24271


S
@Odette
Ich habe deinen letzten Beitrag öfter gelesen und bin mir aber nicht wirklich sicher, ob ich dich richtig verstanden habe.
Wäre es aus deiner Sicht besser gewesen, wenn ich anstatt verletzlicher Narzissmus, verletzlich narzisstische Anteile oder Verhaltensmuster geschrieben hätte? Oder a.r.s.c.h.i.g.e Verhaltensmuster, damit es nicht so harmlos klingt? Diese Fragen sind jetzt wirklich ernst gemeint.

x 1 #24272


A


Was denkst du gerade?

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PapaEmeritus
@Odette

Ich bin da inzwischen pragmatisch. Mir ist egal, was ein Mensch hat/warum er sich verhält, wie er sich verhält. Wenn es keine Reperaturfähigkeit/Korrektur gibt, wenn prosoziales Verhalten nichts bringt, oder die Situation noch verschlimmert, dann ist das für mich ein Statement. Ob die Person da von inneren Konflikten getrieben, oder einfach nur ein egoistisches und empathieloses A**loch ist, hat in der Wirkung auf mich keine Relevanz. Destruktives Verhalten ist destruktives Verhalten. Wer meint oder denkt, er müsse oder könne da was heilen, kann das gern versuchen. Ich bin beim Versuch fast kaputtgegangen, und das hat mir ein Mal gereicht.

x 4 #24273


Odette
Liebe @Sincerite

damit habe ich mich nicht auf dich, deinen Post, oder deine Erfahrung bezogen.
Tut mir leid, wenn es sich so las. 🤗
Du hättest gar nichts umformulieren sollen. Das darf jeder machen, wie er mag.

Ich bezog mich darauf, dass mit Begrifflichkeiten um sich geworden wird, und diese inflationär genutzt werden.
Und ich meine beobachten zu können, dass diese dann irgendwann verharmlosen.
Einfach eine Feststellung meinerseits. Es ist ja auch jeder 2. depressiv, nur weil man mal einen schlechten Tag hat.
Vllt ist das Beispiel verständlicher.

x 1 #24274


Odette
Zitat von PapaEmeritus:
Ob die Person da von inneren Konflikten getrieben, oder einfach nur ein egoistisches und empathieloses A**loch ist, hat in der Wirkung auf mich keine Relevanz. Destruktives Verhalten ist destruktives Verhalten.

Hatte das Thema gestern mit einem Freund.
Ja, egal, was es ist, es sollte nie, wirklich niemals ein Freifahrtschein sein. Da stimme ich dir zu. (Und auch bei dem Rest deines Textes.)

x 3 #24275


PapaEmeritus
@Odette

Ich bin auch ein Mensch, der länger versucht zu klären und zu stabilisieren, als vielleicht andere. Ich gebe Menschen vielleicht zu lange den Benefit of the doubt. Ich will auch eigentlich gar nicht anders sein, aber man muss eben ein Stück weit in sein Weltbild integrieren, dass es Menschen oder Konstellationen gibt, in denen man damit nicht nur nichts erreicht, sondern die Situation vielleicht noch verschlimmert oder unnötig in die Länge zieht. Und da ist mir inzwischen egal, ob das gegenüber „krank, „gestört“ oder was anderes ist.

x 2 #24276


S
@PapaEmeritus
Wenn dich jemand nicht liebt und kein Wohlwollen für dich hat, sich aber ansonsten korrekt verhält, wäre das für dich in einer Beziehung annehmbar? Ist nur die Frage, die sich mir stellt. Musst du aber nicht beantworten.

x 1 #24277


PapaEmeritus
@Sincerite

Witzigerweise hab ich da gestern mit jemandem drüber gesprochen und die Antwort ist für mich ein klares Nein. Kein Wohlwollen zu haben und destruktiv zu handeln, ist für mich aber immer noch ein Unterschied. Man kann auch jemanden nicht lieben, ohne ihn emotional und psychisch zu missbrauchen (Ich nutze bewusst diese harte Wortwahl). Dinge wie Abwertung usw. sind keine fehlende Liebe oder fehlendes Wohlwollen, sondern klar destruktive Verhaltensweisen.

x 2 #24278


Odette
Zitat von PapaEmeritus:
Ich bin auch ein Mensch, der länger versucht zu klären und zu stabilisieren, als vielleicht andere. Ich gebe Menschen vielleicht zu lange den Benefit of the doubt.

Das kenne ich.
Und ich habe es in der letzten Beziehung zu weit getrieben, denke ich.
Eine liebe Userin hier, hatte mich bei unserem Forentreffen gefragt, wie ich mich selbst eigentlich sehe, bzw. wer ich bin.
Ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer.

Eine schmerzhafte, gruselige Erkenntnis. Aber total toll, denn ich kann das jetzt einfach herausfinden.

Weil ich mich so lange Zeit habe angepasst, versucht 'genug' zu sein, etwas zu retten, bis hin zu quasi Selbstaufgabe. Tut weh, daran zu denken, wo ich einmal Stand.

Würde mir gerne die Handreichen und mich da 2023 bereits rausziehen.
Diese Tragödie in 3 Akten erst gar nicht mit machen. Es war ein Kampf, den ich alleine geführt habe.
Egal, welches Muster, welchen Schaden, oder welche Macke mein Ex hat, ich habe es zu spät erkannt und mir alleinig alle Anteile zugeschrieben. Im Nachhinein betrachtet völlig, wirklich völlig absurd.
Selbst wenn ich das schreibe, weiß ich rational, dass es so ist, und eine leise Stimme im Kopf flüstert mir zu, dass ich es schön rede, und doch das 'Problem' war, bzw. die Abwertungen gerechtfertigt. Bla.

Und schon wieder schweife ich aus, aber hier scheint ein Wunderpunkt bei mir.

Ich finde deine Einstellung gesund, sollte es etwas Spielraum geben. Ich werde meinen Frieden auch nie wieder derart erschüttert werden lassen. Das habe ich mir versprochen.

Danke dir, denn ich habe einen solchen Denkanstoß heute gebrauchen können.

x 6 #24279


S
@Odette
MMn ist es nie notwendig, das Gegenüber abzuwerten, egal aus welchem Grund. Alles kann ohne Abwertung mitgeteilt werden.

x 2 #24280


PapaEmeritus
@Odette

Ich kann dir aber auch die andere Seite schildern. Dinge zu erkennen, hat mich nicht vor einem emotionalen Schaden geschützt. Mir war irgendwann vollkommen klar, was passiert, und ich hab trotzdem Monate gebraucht, um einigermaßen unter den Trümmern hervorzukriechen. Ich hab an meiner Wahrnehmung gezweifelt, wusste nicht, was real war, musste mich teilweise erden, hab Flashbacks gehabt usw. Das war eine unfassbar verstörende und harte Zeit. Also sei nicht zu hart vor dir selbst. Ich sehe es inzwischen so, dass zeitiges erkennen nicht vor dem Schaden schützt.

x 5 #24281


T
Zitat von Harry_50:

.

#24282


E-Claire
Zitat von Odette:
Mein empathischer Teil kann sehen und fühlen, dass es natürlich weniger weh tut, wenn man dem Kind einfach einen Namen gibt und das ganze an eine Krankheit anlehnen kann.
Aber es sind eben auch umfangreiche Diagnostiken nötig, und das nicht ohne Grund.

Darüber habe ich vorhin während des Schreibens auch kurz nachgedacht, weil es mich auch selbst betroffen hat.

Natürlich kann es im eigenen Aufarbeitungs- und Heilungsprozess wichtig sein, dem Kind einen Namen zu geben. Mir ist es damals dabei vor allem um die Validierung meines Erlebens gegangen. Dieser Moment, wenn Du feststellst, nein, nicht Du warst "crazy" oder mit Deiner Wahrnehmung stimmt etwas nicht, sondern die Situation/eventuell der andere war/ist "crazy". Sich dann mal eine Runde in das Krankheitsbild einzulesen oder zu sehen, dass andere Angehörige völlig vergleichbare Situationen beschreiben, das hat mir wahnsinnig geholfen.

Aber die vermutetet Diagnose des anderen kann und sollte nicht zur eigenen Identität werden.
Und letztlich sollte der Fokus immer wieder auf einem selbst liegen. Für die Einordnung meiner Erfahrungen und Erlebnisse war es zu einem bestimmte Zeitpunkt für mich wichtig, der Erkrankung einen Namen geben zu können. Heute schaut das recht anders aus.

Denn für mich ging es darum, aus der stummen Isolation über die "Räuberleiter" einer wahrscheinlichen Einordnung zunächst Worte für das, was passiert ist zu finden und dann mittels dieser an der Integration des Passierten zu arbeiten.

Der wesentliche Unterschied aber zu dem, was häufig hier im Forum passiert, wenn mit irgendwelchen wirklich schweren Diagnosen wie "Glitzerstaub" um sich geworfen wird, es ging mir nie darum, die andere Person zu diagnostizieren, sondern mich zu verstehen.

x 3 #24283


S
@E-Claire
Danke, das sind die Worte, die mir gefehlt haben.

x 3 #24284


PapaEmeritus
Zitat von E-Claire:
Mir ist es damals dabei vor allem um die Validierung meines Erlebens
gegangen.


Das ist anscheinend für viele ein Problem, die fehlende Validierung. Da spielt mMn auch die Gesellschaft und bestimmte Strömungen innerhalb der Psychologie eine Rolle, die gern dazu neigt, alles zu verharmlosen und zu entschärfen. Dann ist man vielleicht auch noch selbst schuld, weil mal sich bestimmte Dinge gefallen lässt….

x 3 #24285


A


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