WoKa
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Zitat von Birkai:Das geht aber nicht jedem Verlassenden so.
Ja, aber ich finde es schade, dass den sich Trennenden immer unterstellt wird, dass sie nicht leiden würden. Oft leiden sie einfach schon vorher. Oder auch nach der Trennung. Sich zu trennen ist in den meisten Fällen keine einfache Entscheidung. Nur weil man sich trennt heißt das nicht, dass man eiskalt ist und nicht leidet. Auch der sich Trennende verliert die wichtigste Bezugsperson, Routinen, Rituale, Gewohntes, den geliebten Menschen, Zukunftspläne etc. etc.
Zitat von Birkai:ch hatte letzte Woche ein interessantes Gespräch zum Unterschied zwischen Fühlen und Leiden.
Fühlen …
- findet in der Gegenwart statt, wir können nicht gestern oder morgen fühlen, sondern ausschließlich im Jetzt,
- hat stets eine körperliche Komponente,
- beginnt mit einem Gefühl und wir bleiben dann im Gefühl und lassen es wie durch uns durchfließen,
- bringt uns im Heilungsprozess wesentlich weiter,
- bewertet nicht,
- bedeutet, dass wir etwas loslassen, es erleichtert uns.
Leiden …
- hat einen Vergangenheits- oder Zukunftsbezug, da es aufgrund einer Bewertung entsteht,
findet im Verstand statt,
- beginnt häufig mit einem Gefühl, welchem wir dann aber ausweichen, indem wir in den Verstand wechseln.
- bringt uns im Heilungsprozess nicht weiter, wir bleiben im Drama,
bewertet andere, uns, oder die Situation,
- strengt uns an und erschöpft uns.
Seitdem konzentriere ich mich mehr auf das Fühlen. Gefühle fühlen, benennen, annehmen und dann wieder los lassen. Ich mache das ganz bewusst mehrfach am Tag. Wenn ich traurig bin, dann nehme ich es an, durchlebe es und lass es dann wieder los. Es klappt nicht immer, aber bisher finde ich es hilfreich. Man muss halt lernen nicht in die Vergangenheit und die Zukunft zu rutschen, um nicht in das Leid zu gehen.
den Ansatz finde ich richtig gut.
